AKTUELLES
15.03. 2026
Hoym: Überraschende Ehrung
Sophie Hühnerbein wird als "Salzlandfrau" geehrt
Es ist gar nicht so leicht "dicht zu halten". Das hat eine Gruppe Eltern aus Hoym in den vergangenen Wochen feststellen müssen. Sie hatten Sophie Hühnerbein für eine Ehrung beim Salzlandkreis vorgeschlagen und wollten die junge Frau damit überraschen. Es gelang. Nicht nur die Nominierung blieb geheim. Die 25jährige aus Hoym wurde schließlich sogar am 11. März unter Vortäuschung falscher Tatsachen nach Bernburg zur Preisverleihung ins Carl-Maria-von-Weber-Theater gefahren - ohne irgendwas zu ahnen.
Verdient hat sie es, denn Sophie Hühnerbein ist eine ehrenamtlich Engagierte. Seit drei Jahren leitet sie den Kindertreff in der Kirche in Hoym. Wöchentlich treffen sich dort bis zu zehn Kinder, die wenigsten sind getauft. Spielerisch versucht die 25jährige den Kindern Geschichten aus der Bibel nahe zu bringen, mal mit einer Schatzsuche, mal mit einem Vertrauensspiel. Sie erklärt ihnen die christlichen Feiertage, singt, zeichnet und bastelt mit den Kindern.
Ein Herzensprojekt ist ihr das alljährige Krippenspiel, das mit viel Liebe zum Detail bereits ab Oktober einstudiert wird. Kleine Meisterwerke, fast Musicals entstehen dabei, mit Tanzchoreografien. "Das erzählen die Kinder auch ihren Freunden, in der Schule. Sie merken, dass sie im Kindertreff einen Ort haben, wo sie reden können, wo ihnen jemand zuhört, wo sie Gemeinschaft und Halt finden", sagt Sophie Hühnerbein. Das helfe auch in der vorwiegend nicht-christlichen Elternschaft und ganz allgemein in der Gesellschaft das Bild von Kirche zu verbessern. "Oft hat man den Eindruck, dass kleinere Dörfer oder Orte hinten runterfallen, weil Hauptamtliche in der Kirche immer mehr Aufgaben übernehmen und in kleinen Orten nicht mehr so präsent sein können", so die 25jährige. Das sei ein Beweggrund für sie gewesen, sich in diesem Bereich und in ihrer Heimat ehrenamtlich zu engagieren.
Ein anderer Grund ist ihr eigener Glaube. Sophie Hühnerbein ist in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, wurde als Baby getauft und später konfirmiert. Als Kind ging sie selbst zur Christenlehre. Auf dem Gymnasium in Aschersleben unterstützte sie dort die Kinder- und Jugendarbeit für einige Jahre. Mit Beendigung ihres Verwaltungsstudiums wollte sie sich wieder aktiv in die Gemeindearbeit einbringen und startete mit dem wöchentlichen Kindertreff in Hoym.


In der Laudatio, die von Robert Käsebier, dem Bürgermeister der Stadt Seeland gehalten worden ist, heißt es: "Durch ihren Einsatz trägt sie entscheidend dazu bei, dass den Bürgerinnen und Bürgern von Hoym an Heiligabend ein modernes, stimmungsvolles Krippenspiel geschenkt wird, das vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Sophie zeichnet sich in besonderer Weise durch ihren liebevollen und wertschätzenden Umgang mit Kindern aus. Ihr Engagement zeigt, wie viel Wirkung eine junge Frau durch Herz, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein erzielen kann."
Erhalten hat sie die Ehrung "Salzlandfrau 2026" in der Kategorie "Junges Engagement". Völlig überrascht und überwältigt sei sie gewesen, berichtet Sophie Hühnerbein von der Preisverleihung. Zumal sie selbst gar nicht so gern im Rampenlicht stehe, sondern die Kinder eigentlich in den Mittelpunkt gehören. Danken möchte sie den Eltern für diese Ehrung und wünscht sich, dass ihr Engagement auch Schule in anderen kleinen Gemeinden der Landeskirche Anhalts macht.
06.03.2026
"Familien in der Bibel" auf Hiddensee
Zu einer Familienauszeit hatte das Jugendpfarramt Ende Februar auf die Insel Hiddensee eingeladen. 17 Frauen und Männer (Mütter und Väter) unterschiedlichen Alters aus Anhalt waren dabei. Thematisch ging es um "Familien in der Bibel". Mit geistigen Impulsen hat Landespfarrerin für Kinder, Jugendlichen und Familie, Peggy Rotter, jeden Morgen eine andere Familiengeschichten aus der Bibel vorgestellt, denn dort kommen viele ganz verschiedene Familienkonstellationen vor. Manche sind groß, manche klein. Manche haben Streit, andere halten ganz fest zusammen. Und das Wichtigste: Gott ist bei allen Familien dabei, egal wie sie aussehen. Familie ist da, wo Menschen einander helfen. Keine Familie ist perfekt – und das ist okay. Wir alle gehören zu Gottes großer Familie, so das Fazit am Ende der Woche.
In den fünf Tagen auf Hiddensee sind auch die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Familie zusammengewachsen. Gemeinsam wurde Yoga geübt, viel gesungen, gekocht, geredet und herzhaft gelacht. Es gab gemeinsame Spaziergänge am Strand (auch Bernstein wurde gefunden), Kinobesuche und Besuche von Einrichtungen auf der Insel, wie dem Gerhardt-Hauptmann-Haus. Der französische Film, der im Inselkino geschaut wurde: "Zeit der Farben" ist eine echte Empfehlung. Auch dort geht es um eine Familie und deren Geschichte, die bis zum französischen Maler Monet führt.
Aber auch beim Friedensgebet in der Kirche in Kloster war die Gruppe dabei.
Und nicht nur nebenbei, sondern ganz bewusst, sind Bücher entstanden. Selbst gebunden, mit viel Mühe beim Schneiden, Nähen und Kleben und mit viel Liebe zum individuellen Detail. Silvia Schmidt aus dem Jugendpfarramt - selbst gelernte Buchbinderin - leitete den mehrtätigen Buchbindeworkshop.
Eine schöne Erinnerung an eine bewusste Auszeit auf der Insel Hiddensee mal bei dichtem Nebel, mal bei strahlendem Sonnenschein.
13.02. 2026
Zivilschutz – Für den Ernstfall gerüstet?
Vortrag im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg in Dessau (12.03.2026, 19:00)
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine schrillen auch in Deutschland die Alarmglocken – zumindest hinter den Kulissen. Mit einem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ will die neue schwarz-rote Bundesregierung den Zivil- und Katastrophenschutz stärken. Bis 2029 sollen zehn Milliarden Euro investiert werden in neue Sirenen, digitale Warnsysteme, neue Fahrzeuge für Brandschutz und Krankentransporte, mobile Kommandozentralen und schweres Gerät. Zudem soll es mehr gemeinsame Übungen von Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Bundeswehr geben.
Désirée Bychara-Hahn ist Expertin für dieses Thema und im Bundesministerium des Innern für Krisenmanagement und die Koordination der zivilen Verteidigung sowie der zivil-militärischen Zusammenarbeit zuständig. In ihrem Vortrag am 12. März, um 19 Uhr im Dessauer Gemeindezentrum St. Georg erläutert sie, wie Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland organisiert sind, worauf es in den nächsten Jahren besonders ankommt und was jeder Einzelne zum Schutz der Bevölkerung beitragen kann. Die Veranstaltung wird von Jörg Göpfert von der Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e. V. moderiert.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Evangelischen Erwachsenenbildung Anhalt und der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Mit der Referentin Désirée Bychara-Hahn, Bundesministerium des Innern, Abteilung Krisenmanagement, Berlin am Donnerstag, 12. März 2026, um 19.00 im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg, Georgenstr. 15, 06842 Dessau-Roßlau.
Teilnahmebeitrag: 5,00 Euro
Bitte melden Sie sich bis 11.03.2026 an.

Désirée Bychara-Hahn studierte Rechtswissenschaften an der University of Waikato, Hamilton (Neuseeland) und an der Universität Bayreuth. Sie war zunächst als Referentin für internationales Recht beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin und dessen Generalsekretariat tätig. 2022 wechselte sie zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Berlin.
Seit Juli 2024 leitet sie das Referat "Koordinierung Zivile Verteidigung/Zivilmilitärische Zusammenarbeit" des BBK und ist seit Oktober 2024 Referentin in der Abteilung "Operatives Führungskommando der Bundeswehr, Schwielowsee/Berlin". Im Rahmen dieser Tätigkeiten unterstützt sie die Umsetzung des Operationsplans Deutschland (OPLAN DEU) zur Verteidigung von systemrelevanter Infrastruktur im Spannungs- und Verteidigungsfall insbesondere im zivilen, aber auch zivil-militärischen Bereich. Seit Februar 2026 arbeitet sie in der Abteilung Krisenmanagement des Bundesministeriums des Innern.
23.02. 2026
Kunst zwischen Licht, Raum und Spiritualität
Ausstellung in der Kirche Eichholz
In diesen Tagen ist die erste Kunstausstellung im Turm der Kirche Eichholz zu sehen. ein. Dort werden Werke des Künstlers Johannes Traub präsentiert. Er zählt zu den regional wie überregional prägenden Künstlern der Gegenwartskunst im mitteldeutschen Raum. Bekannt ist er für seine Arbeiten, die mit Licht, Transparenz und räumlicher Wahrnehmung spielen. Seine Installationen und grafischen Werkserien verbinden intuitiv-poetische Zugänge mit präziser handwerklicher Umsetzung.
Für die Kirche Eichholz hat Traub eine Auswahl von Werken zusammengestellt, die sich mit dem Thema Licht befassen – passend zum besonderen Raum des Kirchturms, der selbst ein Ort der Sammlung, des Ausblicks und der spirituellen Weite ist. Für das runde Nordfenster auf der obersten Ausstellungsebene hat Traub einen Entwurf gestaltet.
Traub selbst sagt zu seinem Werk: „Der Entwurf zu dem Glasfenster „Resonanz“ ist ein technisch überformtes Ölgemälde, bei dem ich versuchte, ein distanziertes, resonanzstarkes Wesen einzufangen, das kühl anmutend aus einer Welt der Liebe aufscheint.“ Die Umsetzung erfolgte durch Glasmalerei Peters aus Paderborn in beeindruckender Weise, die dem Kunstwerk räumliche Tiefe verleiht.
Die Kirche Eichholz – Ein besonderer Ausstellungsraum
Die Kirche Eichholz gehört zu den markanten Kirchenbauten der Region Zerbst und ist ein architektonisches Kleinod. Der Kirchturm, sonst ein eher verborgener Raum, öffnet sich für die Ausstellung erstmals als ungewöhnlicher, atmosphärischer Kunstort. Ein schmaler, in die Höhe strebender Raum, durchzogen vom natürlichen Licht, das durch die kleinen Turmöffnungen fällt – ein Umfeld, das die Kunstwerke Traubs auf besondere Weise zur Geltung bringt und Besucherinnen und Besucher zum Staunen einlädt. Die Ausstellung präsentiert zugleich das Ergebnis der aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützten Sanierung des Turminnenraums. In einem weiteren Schritt sollen dort die Voraussetzungen für eine dauerhafte Ausstellung zur Glasmalerei geschaffen werden.


Die Ausstellung ist Teil des Projekts LICHTUNGEN, mit dem die Evangelische Landeskirche Anhalts seit mehreren Jahren Kunst und Kirche miteinander in Dialog bringt. LICHTUNGEN verbindet zeitgenössische Kunst mit der geistlichen Tradition der Landeskirche und schafft so Erfahrungsräume, in denen sich Fragen nach Orientierung, Sinn, Glaube und gesellschaftlichem Miteinander entfalten können.
Für den Besuch der Ausstellung in Eichholz ist eine Anmeldung erforderlich: eichholz-kermen@kircheanhalt.de bzw. +493923.785964.
13.02. 2026
Kooperation mit Gemeinde in Kyjw
Finanzielle Unterstützung bei Deckung der Heizkosten
Die anhaltische Landeskirche und die Evangelische Kirchengemeinde St. Katharina in Kyjiw werden zusammenarbeiten. Im Rahmen einer Partnerschaft erhält die Gemeinde in der ukrainischen Hauptstadt für zunächst fünf Jahre finanzielle Unterstützung aus Anhalt. Das Geld fließt in die Deckung der Heizkosten. Mit dieser Zusammenarbeit soll ein nachhaltiges Zeichen kirchlicher Solidarität und Verbundenheit gesetzt werden.
Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer erklärt: „Ich bin sehr dankbar für den Dienst, den die Evangelische Gemeinde in Kyjiw unter den Bedingungen des Krieges leistet. Die Partnerschaft soll Ausdruck gelebter christlicher Gemeinschaft sein – über nationale Grenzen hinweg und gerade in Zeiten größter Herausforderungen.“
Die Evangelische Kirchengemeinde St. Katharina in Kyjiw leistet unter den Bedingungen des Krieges einen wichtigen seelsorgerlichen und diakonischen Dienst. Sie begleitet Menschen in existenziellen Nöten, bietet geistlichen Halt und ist ein Ort gelebter Gemeinschaft in einer Situation anhaltender Unsicherheit und Zukunftssorgen.
Darüber hinaus ist vorgesehen, die Partnerschaft schrittweise weiterzuentwickeln, insbesondere mit Blick auf die Unterstützung der Pfarrstelle. Gegenseitige Besuche und persönliche Begegnungen sollen die Zusammenarbeit vertiefen.
Auch die Gemeinde in Kyjiw nimmt die Partnerschaft als wichtiges Zeichen der Verbundenheit wahr. Lidiia Tselsdorf, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Kirchengemeinde St. Katharina Kyjiw, betont: „Inmitten von Krieg, Unsicherheit und täglicher Sorge ist diese Partnerschaft für unsere Gemeinde ein starkes Zeichen der Hoffnung. Sie zeigt uns, dass wir nicht vergessen sind und dass die Gemeinschaft der evangelischen Christinnen und Christen Grenzen überwindet. Die Unterstützung aus Deutschland stärkt unseren Dienst an den Menschen hier in Kyjiw – geistlich, seelsorgerlich und ganz konkret im Alltag.“


Gemeinde in Kyjiw ist bereits seit über drei Jahrzehnten in einer offiziellen Partnerschaft mit dem Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München. Er unterstützt die ukrainische Gemeinde gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) finanziell. Die Evangelische Landeskirche Anhalts hat sich dieser Partnerschaft angeschlossen.
Die beteiligten Kirchen verstehen die Partnerschaft als Beitrag zur Stärkung kirchlicher Verantwortung und Solidarität innerhalb der weltweiten evangelischen Gemeinschaft. Sie verbindet geistliche Verbundenheit mit konkreter Unterstützung und dem gemeinsamen Vertrauen darauf, dass Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe auch unter schwierigen Bedingungen tragen.
30.01. 2026
Joseph... wie Israel nach Ägypten kam
Kindersingwoche in den Februarferien in Gernrode
Kleine Künstler kommen groß raus: bei der Singfreizeit der Evangelischen Landeskirche Anhalts in Gernrode. Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren kommen jedes Jahr in den Winterferien aus allen Kirchenkreisen in die Harzstadt, um hier für einen besonderen Auftritt zu Proben. Für die diesjährige Kindersingwoche sind 33 Kinder und Jugendliche angemeldet. Von Dienstag (3. Februar) bis Sonntag (8. Februar) erarbeiten sie ein umfangreiches Singspiel, das dann zwei Mal aufgeführt wird, einmal im Stiftssaal Gernrode und ein zweites Mal Schlosstheater Ballenstedt. Dabei geht es nicht nur um das Singen, sondern es gibt immer auch eine szenische Darstellung mit selbstgestaltetem Bühnenbild, gebastelten Kulissen, Kostümen und allem, was dazu gehört. Kinder schlüpfen in die Rollen meist biblischer Erzählungen und Geschichten und bringen sie auf die Bühne. In diesem Jahr wird das Musical "Joseph...wie Israel nach Ägypten kam" von Anne Riegler aufgeführt. Neben den Proben gibt es auch einen Ausflug und gemeinsame Freizeitangebote.
Ein erfahrenes Team von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern aus Anhalt und Ehrenamtlichen leiten die Kindersingwoche seit Jahren gemeinsam.
Die Aufführungen finden am Sonnabend ( 07.02. 2026) um 16 Uhr im Stiftssaal in Gernrode sowie am Sonntag (08.02.2026) um 10.30 Uhr im Schlosstheater Ballenstedt statt. Der Eintritt für diese Veranstaltungen ist frei.

15.01. 2026
Jüdisches Leben in Anhalt
Die Kirchengeschichtliche Kammer der Evangelischen Landeskirche Anhalts hat im Rahmen einer Buchvorstellung erneut die große Bedeutung der Erforschung und Vermittlung jüdischer Geschichte in der Region hervorgehoben. Anlass war die Präsentation eines Ergänzungsbandes zu der Publikation „Jüdisches Leben in Anhalt“, dessen Entstehung maßgeblich durch Dietrich Bungeroth, Mitglied der Kammer, geprägt wurde. Für sein langjähriges Engagement sprach ihm die Landeskirche besonderen Dank aus.
In seiner Würdigung betonte Dr. Jan Brademann, Archivar der Landeskirche, dass Geschichte nicht einfach vorhanden sei, sondern aktiv gestaltet werde. Sie basiere auf Quellen, Argumenten und dem Orientierungsbedürfnis der Gegenwart. Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur seien deshalb immer auch Gegenwartsarbeit. Angesichts gesellschaftlicher Stimmen, die einen „Schlussstrich“ unter die Geschichte fordern, müsse die Erinnerung an die Shoa wachgehalten werden. Die Verantwortung bestehe darin, Erfahrungen der Vergangenheit zu bewahren – gerade jetzt, da Zeitzeuginnen und Zeitzeugen immer weniger selbst berichten können.
Das 90seitige Buch „Jüdisches Leben in Anhalt – 2025“ führt zu Orten in Anhalt, wo seit 2021 durch viele Initiativen und öffentliche Förderung neue Erinnerungsorte entstanden sind. Gezeigt werden etwa Fotos von der Einweihung der neuen Weill-Synagoge und von der 30-Jahr-Feier der Jüdischen Gemeinde zu Dessau. Auch die aufwändige Sanierung der Kapelle auf dem Jüdischen Friedhof von Köthen wird beschrieben, auf deren Kuppel 2026 wieder ein Davidsstern angebracht werden soll. Das bis 2024 grundhaft erneuerte Museum Synagoge Gröbzig wird mit ausgewählten Fotos dargestellt, wie auch die neuen Stolpersteine in der Stadt. Aufgenommen sind in dem Band auch Erinnerungsorte unter anderem in Güsten, Radegast, Sandersleben, Zerbst, Ballenstedt, Hoym, Güsten, Bernburg und Nienburg. Finanziert wurde die Publikation durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt und private Spenden. Das Buch kann kostenfrei über die Evangelische Landeskirche Anhalts bezogen werden.



15.01. 2026
Spurensuche im unruhigen Heiligen Land
Sie arbeiten in einer der gegenwärtig unruhigsten Weltgegenden: die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich der biblischen Archäologie verschrieben haben. Ausgrabungen im Heiligen Land sind Spurensuche im Angesicht latenter Konflikte und realer Kriegsgefahr. Dr. Katja Soennecken kann über diese faszinierende Arbeit und den Nahen Osten exzellent berichten und Einordnungen bieten.
Am Donnerstag, den 15. Januar 2026 kommt die Wissenschftlerin nach Dessau-Roßlau. Im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg wird sie ab 19 Uhr über ihre Ausgrabungserfahrungen in Israel und Jordanien erzählen. Sie gibt in ihrem Vortrag unter dem Titel „Mit Bibel und Spaten“ zudem Einblicke in die aktuellen archäologischen Aufgaben, Entdeckungen, Projekte und Streitfragen.
Biblische Archäologie ist ein interdisziplinäres Fach, das mit archäologischen Methoden die materielle Kultur des Alten Nahen Ostens (Levante, „Heiliges Land“) während der biblischen Zeit erforscht, um die Lebenswelt der Bibel zu rekonstruieren und die biblischen Texte im historischen Kontext zu verstehen. Damit wird eine Brücke zwischen Archäologie, Theologie, Geschichte und den Altertumswissenschaften geschlagen. Die biblische Archäologie untersucht Stätten wie Jericho und Qumran, integriert Methoden der Vor- und Frühgeschichte, Altorientalistik und Exegese und sucht nicht mehr primär nach Beweisen oder Widerlegungen der Bibel, sondern nach dem Abgleich von Funden mit den Erzählungen.

Dr. Katja Soennecken studierte Evangelische Theologie, Judaistik und Klassische Archäologie. Sie ist Assistant Professor für Biblische Archäologie an der Luxembourg School of Religion & Society und stellvertretende Direktorin des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem. Sie hat vielfältige Ausgrabungserfahrungen in Israel und Jordanien gesammelt. Im Frühjahr 2020 hat sie mit dem Zweiten Theologischen Examen die theologische Ausbildung abgeschlossen.
08.01.2026
Sandskulpturen nach 13 Jahren zurück
Zwei seit 13 Jahren vermisste Sandsteinskulpturen sind heute an ihren angestammten Platz auf den Frauentorfriedhof in Zerbst zurück gekehrt. René Allonge von der Polizei Berlin, Abteilung Kunstdelikte, hat die beiden Figuren nach Zerbst gebracht und dem Eigentümer übergeben.
Sie wurden im Mai 2025 von der Berliner Polizei bei einer Diebes- und Hehlerbande sichergestellt. Die Figuren konnten von den Ermittlern einer im ausgehenden 18. Jahrhundert angelegten Grabanlage auf dem Frauentorfriedhof in Zerbst zugeordnet werden.
Der Eigentümer der Grabanlage, der Zerbster Metallbaumeister Klaus Partheil sagte bei der Übergabe: „Die Anlage gehört der Familie in zehnter Generation. Mit großer Freude haben wir heute die Figuren entgegengenommen. Die Freude ist vor allen Dingen darin begründet, dass es nach 13 Jahren einfach eine Überraschung war. Wir haben nicht mehr damit gerechnet. Die Figuren kommen wieder auf den Sockel, auf jeden Fall.“ Zuvor sollen sie noch untersucht, gesichert und danach wieder fest verankert werden.


Groß die Freude auch beim Zerbster Pfarrer Albrecht Lindemann: „Dass in Berlin die Zuordnung des Diebesgutes nach Zerbst gelang, das ist natürlich für uns toll. Es ist eine schöne Geschichte, die man erzählen kann und nicht eine Fehlstelle, die erklärt werden muss.“ Die Hoffnung auf die Rückkehr der Figuren nach der langen Zeit war bei allen Beteiligten längst verschwunden und die leeren Sockel sorgten nicht nur bei Friedhofsführungen regelmäßig für Verdruss. Familie Partheil und die Kirchengemeinde St. Bartholomäi sind den Berliner Ermittlern überaus dankbar.

Bei Durchsuchungen der Grundstücke eines inzwischen 56-Jährigen aus Berlin und seiner Komplizen hatte die Polizei in Berlin im Mai 2026 zahlreiche Kunstgegenstände sicher gestellt. Darunter Bronze- und Steinskulpturen sowie eine Vielzahl historischer Zäune. Die Täter hatten seit Jahren auf Friedhöfen, meist im Norden Deutschlands, alles Stehlenswerte an Kunst mitgenommen, um dieses gewinnbringend zu veräußern. Der Gesamtwert der entwendeten Gegenstände beläuft sich auf mehr als 400 000 Euro, so Kriminalhauptkommissar René Allonge bei der Übergabe in Zerbst . Insgesamt konnten der Bande 74 Taten nachgewiesen werden. „Auch für uns ist solch eine Rückgabe ein positives Ende.“ Für andere Exponate, vor allem für historische Zaunanlagen, fehlten noch die rechtmäßigen Eigentümer, so Allonge.

Medien und Öffentlichkeitsarbeit
Bei Pressesprecherin Susanne Reh laufen die Fäden der externen und internen Kommunikation zusammen. Sie ist telefonisch unter 0340 / 2526-101 erreichbar oder per Mail.
Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit finden Sie auch aktuelle Publikationen, Amtsblätter und vertiefende Informationen über Kirche in den Medien.







