STRATEGIEPROZESS "ANHALT 2035"

Mit der Strategie “Anhalt 2035” will die kleinste Landeskirche Deutschlands zukunftssicher werden. Die Synode hat das vom Sonderausschuss "Anhalt 2035" in mehrmonatiger Arbeit entwickelte Papier diskutiert und mit einigen Änderungen im November 2025 beschlossen.
Größere Landeskirchen, Politiker, Kirchenexperten und nicht zuletzt Medien nahmen den Beschluss mit Respekt zur Kenntnis und schauen darauf, wie Anhalt die Strategie umsetzt. Die Leitenden des Sonderausschusses werden regelmäßig über der Prozess informieren.
Neben Foren in den Kirchenkreisen fanden inzwischen auch zwei Workshops statt: Theologie der Transformation und Regiolokale Kirche.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Strategieprozess sind hier zusammengefasst.
Wenn Sie weiteren Fragen haben, Feedback geben wollen oder Ideen einbringen wollen, schreiben Sie an anhalt2035@kircheanhalt.de
Anhalt 2035 -
Gemeinsam Kirche weiterdenken
Unsere Kirche verändert sich
Unsere Gesellschaft verändert sich – und mit ihr auch die Kirche. Sinkende Mitgliederzahlen, weniger finanzielle und personelle Ressourcen sowie neue Erwartungen an Gemeinschaft und Glauben stellen uns vor große Herausforderungen.
Mit „Anhalt 2035“ gestalten wir diesen Wandel aktiv – nicht aus Resignation, sondern aus Verantwortung und Hoffnung.
Unser Ziel ist eine Kirche, die auch in Zukunft nah bei den Menschen ist, Gemeinschaft ermöglicht und den christlichen Glauben verständlich und lebendig weitergibt.
Dabei geht es nicht nur um Strukturen oder Verwaltungsfragen. Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie können wir auch künftig gemeinsam Kirche sein?
Warum braucht es Anhalt 2035?
Viele Gemeinden erleben bereits heute Veränderungen:
- Pfarrstellen können nicht dauerhaft neu besetzt werden,
- finanzielle Mittel gehen zurück,
- ehrenamtliches Engagement verändert sich,
- gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten und Ideen kirchlichen Lebens.
Deshalb erproben wir neue Wege:
- Gemeinden und Regionen stärker vernetzen,
- Ehrenamtliche besser unterstützen,
- von Verwaltung entlasten,
- neue Formen von Gemeinschaft und Glaubenskommunikation entwickeln und zulassen,
- digitale Möglichkeiten ausbauen
- und Kräfte sinnvoll bündeln.
Nicht alles wird bleiben, wie es ist.
Aber wir wollen diesen Weg gemeinsam gestalten – getragen vom Glauben und mit Vertrauen in die Zukunft. (Text: Frieder Konstabel)
Zwischenberichte über den Strategieprozess

Der seit 2025 laufende Strategieprozess vollzieht sich auf verschiedenen Ebenen: Im Arbeitsalltag, in begleitenden Foren, bei Workshops und auch bei den Synoden sowie im Synodalausschuss. Hier finden Sie Zwischenberichte der Aussschussvorsitzenden.
Der Sonderausschuss
"Anhalt 2035"

Dem Sonderausschuss „Strategie Anhalt 2035“ gehören die Synodalen Tim Borowski, Jan Brademann, Pfr. Andreas Janßen, Pfr. Andreas Müller, Claudia Pöschke, Sebastian Saß, Bärbel Spieker und Linus Tiefenau an.
Reden und Beschlüsse zum Strategiepapier

Die Landessynode hat im November 2025 das Strategiepapier diskutiert und Beschlüsse dazu gefasst. Auch in den folgenden Synoden war der Prozess Thema bzw. wird Thema sein. Hier finden Sie die Beschlussfassungen und weitergehendes Material.
- Herbstsynode 2025: Rede von Dr. Jan Brademann (Video und Skript)
- Herbstsynode 2025: Beschlusssammlung
- Herbstsynode 2025: Präsentation von Stefan Werner zur „Strategie Anhalt 2035“
- Frühjahrssynode 2026: Bericht von Dr. Jan Brademann
- Frühjahrssynode 2026: Erprobungsgesetz
- Frühjahrssynode 2026: Dialog Kirchenimmobilien
- Frühjahrssynode 2026: Theologische Unterfütterung des Prozesses
Häufig gestellte Fragen zum Strategieprozess (FAQ)
Stehen die Ziele des Strategiepapiers bereits endgültig fest?
Nein. Das Strategiepapier versteht sich als Orientierung und Arbeitsgrundlage für den weiteren Prozess. Viele Ziele und Maßnahmen werden im Laufe der kommenden Jahre weiterentwickelt, überprüft und angepasst. Beteiligung, Erfahrungen aus der Praxis und Entscheidungen der Synode fließen dabei kontinuierlich ein.
Warum kann nicht alles bleiben wie es war?
Weil wir sonst als Kirche unsere Handlungsfähigkeit verlieren. Kirche hat sich durch die Jahrhunderte immer verändert, wenn es nötig war. Die kirchlichen Organisationsformen und die gesellschaftlichen Gegebenheiten passen nicht mehr zueinander. Die besten Reformen sind die, die man selbstbestimmt in die Hand nimmt und nicht die, die man sich von den Umständen oder anderen Akteuren diktieren lässt.
Wird die Transformation von oben beschlossen?
Nein. Der Prozess wird von der Landessynode initiiert, geplant und durchgeführt. Sie ist die Repräsentation aller Mitglieder und Gemeinden dieser Landeskirche und entscheidet demokratisch. Die Synode hat einen Sonderausschuss eingesetzt, der den Prozess jenseits der Synodentagungen steuert. Doch auch jenseits der Synode ist Beteiligung wichtig, denn Veränderungen können langfristig nur funktionieren, wenn Gemeinden, Haupt- und Ehrenamtliche vor Ort beteiligt werden und ihre Erfahrungen einbringen.
Wie kann man sich am Prozess beteiligen?
Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht. Dafür gibt es unter anderem Workshops, Gesprächsforen und Informationsveranstaltungen. Gemeinden, Ehrenamtliche und Hauptamtliche sollen ihre Erfahrungen, Fragen und Ideen einbringen können. Rückmeldungen aus den Regionen sind ein wichtiger Teil des Prozesses. Gern kommen Mitglieder des Ausschusses oder der Kirchleitung zu Ihnen und beantworten Ihre Fragen.
Verlieren Gemeinden durch neue Organisationstrukturen ihre Selbständigkeit?
Ziel ist nicht die Aufgabe örtlicher Identität oder gemeindlichen Lebens- vielmehr ihre Stärkung. Ehrenamtliche sollen entlastet und unterstützt werden. Fusionen sind auf Gemeindeebene ein wichtiges Instrument, das verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten bietet. Gemeinden, die bereits in Verbünden zusammengewachsen sind, zeigen sich dieser Option gegenüber häufig schon aufgeschlossen. Aber auch über einen neuen Zuschnitt der landeskirchlichen Verwaltungseinheiten (Pfarrämter, Landeskirchenamt) sollen positive Effekte erzielt werden. Wie zukünftige regiolokale Strukturen konkret aussehen, wird im weiteren Prozess entwickelt und beraten.
Verlieren Gemeinden durch neue Organisationstrukturen ihre Selbständigkeit?
Nein. Ziel des Prozesses ist ein verantwortungsvoller und langfristig tragfähiger Umgang mit Gebäuden und Ressourcen. Dabei sollen gemeinsam Perspektiven entwickelt werden, wie kirchliche Orte auch künftig sinnvoll genutzt und erhalten werden können. Entscheidungen über die Zukunft der Gemeinde und ihrer Gebäude trifft die Gemeinde – natürlich im gesetzlichen Rahmen – selbst. Sie ist autonom.
Weitere Fragen?
Sie haben noch weitere Fragen? Dann schreiben Sie uns und wir können sie gerne auch in die FAQ aufnehmen.
Workshops zum Strategieprozess
Theologie der Transformation - Kirche im Wandel gestalten
Workshop am 4. Mai 2026 im Georgenzentrum in Dessau-Roßlau
Am 4. Mai kamen rund 45 interessierte Haupt- und Ehrenamtliche im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg zusammen, um sich dem Thema „Theologie der Transformation – Kirche im Wandel gestalten“ zu widmen.
Den Auftakt bildete ein Vortrag von
Michael Domsgen (Universität Halle), der grundlegende Perspektiven auf Transformation in der Kirche eröffnete. In den anschließenden Workshops wurde das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln weiter vertieft: Neben einem Beitrag von Prof. Domsgen zum Thema „Aufhören“ widmete sich Felix Eifler (Universität Halle) der Frage nach Regiolokalität und betonte dabei insbesondere die inhaltlich-theologische Dimension dieser kirchlichen Entwicklungsmöglichkeit.
So konnten sich die Teilnehmenden dem Thema aus verschiedenen Perspektiven annähern und miteinander ins Gespräch kommen.
Weitere Informationen sowie die Präsentationsfolien werden in Kürze zur Verfügung gestellt.
Wir danken den Referenten und allen engagierten Teilnehmenden für einen anregenden und gelungenen Abend. (Text und Fotos: Frieder Konstabel)
Material zum Herunterladen
„Regiolokale Kirche gestalten"
Workshop für Gemeindekirchenräte und Synodale zu zukünftigen Strukturen und Fragen des Körperschaftsrechts am 18. April 2026 in der Auferstehungskirche in Dessau-Roßlau
Wie muss Kirche sich verändern, um auch morgen noch handlungsfähig zu sein? Mit dieser Frage im Gepäck kamen rund 65 Teilnehmende am Samstag, den 18. April, in der Auferstehungskirche Dessau zusammen. Der Workshoptag zu Körperschaften kirchlichen Rechts und regiolokaler Kirchenentwicklung machte schnell deutlich: Es geht nicht nur um Strukturen – sondern um konkrete Wege in die Zukunft kirchlichen Lebens.
Nach einer Einführung zur aktuellen Herausforderung, kirchliche Strukturen tragfähig weiterzuentwickeln, eröffneten Dr. Hendrik Munsonius und Oberkirchenrätin Anna Burmeister zwei unterschiedliche, sich ergänzende Perspektiven auf das Thema. Sie zeigten auf, welche rechtlichen Grundlagen Körperschaften kirchlichen Rechts prägen – und was diese ganz praktisch für Gemeinden und Kirchenkreise bedeuten.
Dabei wurde klar: Die bestehenden Regelungen setzen einen Rahmen, lassen aber zugleich Spielräume für Gestaltung. Genau diese Balance zwischen Möglichkeiten und Grenzen rückte in den Mittelpunkt der Diskussionen.
Und diese Diskussionen hatten es in sich. In den Gesprächsrunden der Kirchenkreise wurde engagiert gefragt, abgewogen und weitergedacht: Was lässt sich vor Ort umsetzen? Welche Modelle sind tragfähig? Und wie kann Kirche sich so organisieren, dass sie auch künftig präsent und wirksam bleibt? Die gesammelten Fragen wurden anschließend gemeinsam mit den Referierenden vertieft.
Im anschließenden World Café wurde es schließlich konkret. In kreativen Arbeitsphasen tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen und Perspektiven aus und nahmen neue Impulse für ihre jeweilige Praxis mit - und aus Diskussionen wuchs spürbar der Wille zur Gestaltung.
Der Workshoptag zeigte eindrücklich, wie groß das Interesse an zukunftsfähigen kirchlichen Strukturen ist – und wie wichtig der gemeinsame Austausch dafür bleibt. (Text und Fotos: Frieder Konstabel)
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