KIRCHEN | A bis C
Aderstedt, Pfarrkirche St. Pauli
Die Pfarrkirche in Aderstedt wurde um 1080 errichtet. Sie weist eine charakteristische Ost-West-Staffelung auf, was typisch für romanische Dorfkirchen ist. Das heißt, der Altarraum liegt im Osten, der Eingang im Westen.
Zwischen dem alten romanischen Turm mit einem Saaldach und dem neuerem Kirchenschiff befinden sich zwei 36 Meter hohe Flankentürme mit Spitzdach. Somit wirkt der frühere Turm wie ein zweites hohes Schiff.
Am 31. Oktober 1861 (Reformationstag) wurden mit einer Kirchweihe die neuen schlanken Türme eröffnet. Der Erzählung nach, wurden die Türme auf Wunsch der Herzogin Friederike von Anhalt-Bernburg erbaut.
Die Glocke im Turm ist eine sogenannte "Wetterglocke" aus dem 13. Jahrhundert. Eine Wetterglocke dient dazu, durch ihr Geläut Unwetter wie Hagel oder Gewitter abzuwehren.
Alexisbad, Petruskapelle
Die Kapelle im Kur- und Erholungsort wurde 1815 als Teepavillon für den Herzog Alexius von Anhalt-Bernburg erbaut. Die schlichte klassizistische Form des Gebäudes ist nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel gestaltet worden.
Spätere Besitzerin des Alexisbades und des Pavillons war Herzogin Friederike von Anhalt. Da es im Ort keine Kirche gab, wurden auf Anordnung der Herzogin 14-tägig Gottesdienste im Pavillon gehalten, der zur Kapelle umgebaut wurde.
Als Alexisbad 1933 letztmalig verkauft wurde, erwarb die Evangelische Kirchengemeinde Harzgerode die Kapelle. Zu DDR Zeiten verfiel die Kapelle zusehends.
Nach einer grundlegenden Sanierung konnte sie am Ostermontag 1992 wieder in Dienst genommen werden.
Altenburg, St. Blasii
Die Kirche entspricht mit ihrer Untergliederung in Westturm, Schiff, eingezogenem Altarraum und halbrunder Apsis der Idealform einer romanischen Dorfkirche. Sie wurde um 1180 erbaut.
Eine Besonderheit ist der Turm. Blickt man im hohlen Innenraum des Turms nach oben, fällt in der südöstlichen Ecke eine im Viertelkreis gemauerte Konstruktion auf. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich diese als romanischer Eckkamin mit rundem Mantel.
Dies sind bekannte Kennzeichen von zumindest zeitweise bewohnbaren Bergfrieden oder besonders befestigten Wohntürmen. Daraus lässt sich schließen, bei dem Turm der Altenburger Pfarrkirche handelt es sich um den repräsentativen Teil einer Burg. Die Kirche ist ein einzigartiges Denkmal der Verbindung von romanischer Wehr- und Sakralarchitektur.
Altjeßnitz, Dorfkirche
Die kleine Dorfkirche liegt mitten im Gutspark, zu dem der bekannte barocke Irrgarten gehört. Sie ist Teil der “Straße der Romanik”.
Bemerkenswert ist im Inneren die Wandmalerei in der Apsis, die aus der Entstehungszeit der Kirche um 1200 stammt.
Zur Innenausstattung gehören ein kleiner spätgotischer Flügelaltar vom Ende des 15. Jahrhunderts und eine hölzerne Taufe in Kelchform.
Die Kirche ist Bestandteil des Projektes "Lichtungen". Der Leipziger Künstler Bastian Muhr hat für die Rundbogenfenster die Technik des Bleiglasfensters neu interpretiert.
Jedes Fenster besteht aus zwei Ebenen im Abstand von 3 cm. Die Verbleiung zaubert mit wechselndem Sonnenstand grafische Muster in den Raum.
Amesdorf, Evangelische Kirche
Die Ursprünge der Kirche reichen ins 16. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammt ein Tabernakelschrank von 1530 mit reformatorischer Aufschrift. Einen eigenen Namen trägt die Kirche bis heute nicht, was vermutlich mit der reformatorischen Ablehnung von Heiligennamen zusammenhängt.
1717 wurde der Bau auf Kosten der Kirchengemeinde restauriert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erwies sich die Kirche jedoch als zu klein und baulich stark beschädigt. Daher entschloss man sich, das vorhandene Vermögen von 48.000 Mark für einen Umbau zu nutzen.
Das Kirchenschiff wurde um ein Drittel vergrößert, neue Glocken angeschafft und eine Orgel eingebaut. Die feierliche Einweihung der erneuerten Kirche fand am 4. Dezember 1887 statt.
Baalberge, St. Nikolai
Die ersten urkundlichen Erwähnungen des Ortes reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die barocke St.-Nikolai-Kirche stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Baalberge schwer zerstört: 1632 geplündert, 1644 vollständig niedergerissen.
Die heutige Kirche St. Nicolai entstand bis 1885 als neohistorischer Backsteinbau auf den Grundmauern der romanischen Vorgängerkirche. Das Interieur stammt aus der Bauzeit. Die Orgel befand sich bereits in der alten Kirche und wurde dort 1870 feierlich eingeweiht.
Zur Ausstattung zählen ein spätgotischer Taufstein und eine Figur Johannes des Täufers aus dem 15. Jahrhundert. Bernburg besitzt zahlreiche sehenswerte Kirchen mit großer historischer Bedeutung.
Hochwassermarken am Turm erinnern an frühere Überschwemmungen der Saale.
Baasdorf, Ev. Kirche
Die denkmalgeschützte Dorfkirche Baasdorf bildet als sogenannte „Kircheninsel“ das zentrale geistliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde. Die 1895 errichtete neugotische Kirche mit ihrem über 40 Meter hohen Westturm prägt das Ortsbild maßgeblich.
Während der DDR-Zeit war das Bauwerk sowohl dem natürlichen Verfall als auch gezielten Beschädigungen ausgesetzt. Dennoch nutzte die Gemeinde Teile der Kirche weiterhin für Gottesdienste. Ab 2004 konnten in Kooperation mit der kommunalen Arbeitsagentur umfangreiche Sicherungs- und Aufräumarbeiten durchgeführt werden. Dabei wurden unter anderem der einsturzgefährdete Turm saniert sowie der Kirchgarten und der barocke Friedhof instand gesetzt.
Im Rahmen des Konzepts „Kircheninsel Baasdorf“ werden Kirche und umliegende Grünflächen vielfältig genutzt – etwa für Gemeindeveranstaltungen, kulturelle Angebote oder als Ort der Ruhe und Begegnung für Einheimische und Besucher.
Badeborn, St. Viti
Die Evangelische St.-Viti-Kirche zu Badeborn gehört zur Parochie Frose mit den Gemeinden Badeborn, Reinstedt und Frose und ist Teil der „Offenen Kirchen“ Anhalts. Sie lädt ein, ihre Geschichte zu entdecken.
Johann Arndt (1555–1621), Autor der „Vier Bücher vom wahren Christentum“, wirkte von 1583 bis 1590 hier als Pfarrer. Sein Leitspruch „Christus hat viele Diener, aber wenig Nachfolger“ ruft zur Nachfolge auf.
In der Kirche steht ein gut erhaltener romanischer Taufstein.
Badeborn wurde 961 erstmals urkundlich erwähnt und feierte 2011 sein 1050-jähriges Bestehen. 1527 führte Äbtissin Elisabeth von Weyda und Wildenfels die Reformation ein; St. Viti wurde protestantisch.
Badewitz, Dorfkirche
Die Kirche wurde 1880 erbaut. Sie ist ein neugotischer Backsteinsaalbau mit eingezogenem quadratischem Chor und 5/8‑Schluss. Den Westabschluss bildet ein quadratischer Turm mit gemauertem Helm.
Das Schiff besitzt eine flache Balkendecke, während Chor und Turmerdgeschoss mit Gratgewölben versehen sind. An der Westseite befindet sich eine Empore mit einer Orgel von Wilhelm Rühlmann sen. aus Zörbig aus dem Jahr 1882.
Die Innenausstattung stammt einheitlich aus der Bauzeit. 1909 wurden in der Apsis farbige Glasfenster mit den Motiven Taufe, Abendmahl und Trauung eingesetzt. Die Eisenglocke wurde 1921 bei Schilling und Lattermann in Apolda gegossen.
Ballenstedt, Schlosskapelle
Die Schlosskapelle ist ein beeindruckendes Beispiel barocker Architektur und bietet eine reiche Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht.
Auf dem Gelände der alten Stifts- und Klosterkirche St. Pankratii, die als älteste Begräbnisstätte der Askanier diente und die Gebeine von Albrecht dem Bären beherbergte, ließ Fürst Viktor Friedrich 1748 die Schlosskapelle im Barockstil erbauen. Diese wurde am 22. September 1748 feierlich eingeweiht.
Als Fürst Friedrich Albrecht 1765 seine Residenz von Bernburg nach Ballenstedt verlegte, entstand eine eigenständige Schlossgemeinde. 1887 wurde neben der Schlosspfarre ein Betsaal errichtet, der am 27. Oktober desselben Jahres eingeweiht wurde. Die Schlosspfarre selbst wurde 1900/01 neu erbaut. Heute dient der Betsaal als Schlosskapelle, in der regelmäßig Gottesdienste der Gemeinde stattfinden.
Ballenstedt, Schlosskirche
Auf dem Schlossberg in Ballenstedt befindet sich die Schlosskirche, die um 1748 im Nordflügel des Schlosses errichtet wurde. Sie ist als evangelischer Emporensaal mit Kanzelaltar, Fürstenloge und umlaufender Empore gestaltet und wirkt eher wie ein festlicher Saal.
Von besonderer Bedeutung ist die unter der Apsis liegende Krypta romanischen Ursprungs, die mit Rundbögen und kunstvollen Kapitellen ausgestattet ist und der Krypta der Konradsburg ähnelt.
Die Schlosskirche diente einst den Fürsten von Anhalt‑Bernburg und war Schauplatz bedeutender Ereignisse wie Hochzeiten, Taufen und Begräbnisse.
Auch heute wird sie vor allem für Trauungen genutzt und bietet mit der Schlossanlage ein stimmungsvolles Ambiente.
Ballenstedt, St. Nicolai
Die Sankt‑Nicolai‑Kirche ist ein einschiffiger, spätgotischer Bau mit einem westlichen Querturm aus dem 12. Jahrhundert, der als einziger Teil den Brand von 1498 überstand. Die Kirche wurde um 1500 wieder aufgebaut und 1326 erstmals als Kapelle St. Nicolai erwähnt.
Unter dem Altarraum befindet sich eine Gruft. Bedeutend sind die geschnitzten Emporen von 1587 mit einem Gemäldezyklus aus dem Alten und Neuen Testament sowie Wappen. Eine Orgel ist seit 1682 belegt, das heutige Instrument wurde mehrfach umgebaut und 1997 repariert.
Umfangreiche Renovierungen fanden u. a. 1692/93, 1967/68 und 1970 statt. Dabei erhielt der Innenraum sein heutiges helles Erscheinungsbild, die obere Empore wurde entfernt und historische Ausstattungen freigelegt und restauriert.
Ballenstedt Opperode, St. Petri
Sankt Petrus entstand 1891 aus gelbem Backstein im Stil der Neogotik und ersetzte einen bereits 1310 erwähnten Vorgängerbau. Im Chor befinden sich farbige Glasfenster aus der Bauzeit, die Christus als Guten Hirten zeigen, flankiert von Petrus und Paulus.
Das Kirchenschiff besitzt an der Westseite eine Empore, westlich davon steht ein quadratischer, leicht in das Schiff einbezogener Turm. Der polygonale Chor ist langgestreckt. Die Kirche verfügt über ein dreistimmiges Geläut, eines der ältesten Anhalts.
Im Jahr 2011 wurde die Radfahrkapelle in der ev. Kirche St. Petri eingerichtet. In der nördlichen Sakristei waren Reste ursprünglicher Bemalung der Kirche erhalten. Der Raum wurde renoviert und mit Stahlplastiken des Ballenstedter Bildhauers Marcus Hennig ausgestattet.
Seit 2014 ist St. Petri Radwegekirche am R1 und bietet Raum für stilles Gebet bietet. Sie ist von Frühjahr bis Herbst geöffnet.
Bernburg, Marienkirche
Die Stadtkirche Beatae Mariae Virginis, auch Altstädter oder Stadtkirche genannt, ist seit 1228 belegt und gilt als kunstgeschichtlich bedeutendstes Bauwerk der Stadt. Trotz des Bedeutungswandels des Christentums prägt ihr mächtiger Bau bis heute die Altstadt.
Der spätgotische Chor aus den Jahren 1460–1504 gilt als herausragendes Werk der Gotik in Anhalt. Im Inneren stehen strenges Schiff und lichtreicher Chor in bewusstem Gegensatz.
Wegen des immer wiederkehrenden Hochwassers wurde der Boden in der Talstadt im Mittelalter angeschwemmt oder aufgefüllt, so dass Turm und Kirchenschiff heute wie im Boden versunken aussehen.
Bernburg, Martinskirche
Die Kirche entstand 1884–87 als neogotischer Sandsteinbau. Prägend ist der 58 m hohe spitze Westturm mit Aussichtsplattform. Trotz schmaler Seitenschiffe wirkt die dreischiffige Saalkirche mit polygonalem Chor als ungewöhnlich einheitlicher Innenraum. Die Ausstattung blieb weitgehend original; im Ersten Weltkrieg wurden Bronzeglocken und Kupferleuchter durch Stahlgussgeläut und Holzleuchter ersetzt.
Der Innenraum zeigt gedeckte Ocker‑, Sand‑ und Brauntöne mit dunklem Holz. Im Chor finden sich Evangelistensymbole; farbige Fenster zeigen ornamental gestaltet Luther und Melanchthon neben Christus. Der Altar vereint vier alttestamentliche Figuren. Auf der Westempore steht eine dreimanualige Rühlmann‑Orgel (1897/1900, 33 Register).
Ein Umbau ersetzte Bänke durch Stühle und verlieh dem Bau einen zentralraumartigen Charakter.
Bernburg, Schlosskirche St. Aegidien
Die Schlosskirche St. Aegidien wurde auf den Grundmauern einer romanischen Basilika des 12. Jahrhunderts errichtet. Romanische Elemente sind noch an Apsis und Vierungsturm erkennbar. Erstmals erwähnt wurde die Kirche 1375.
Ein barocker Umbau von 1762 prägte die Kirche lange Zeit, ging jedoch durch weitere Veränderungen ab 1880 weitgehend verloren.
Im Inneren befindet sich eine große Orgel von 1756, gefertigt von den Orgelbauern Fleischer und Kinder aus Dessau. Als Schlosskirche des anhalt-bernburgischen Fürstensitzes hatte sie besondere Bedeutung.
Der Maler Moritz Götze aus Halle hat die Schlosskirche zur Kunstkirche gemacht. Das Projekt begann 2013 mit der Gestaltung der Decke: orange Wolken und gelbe Sterne aus Emaille. Auch die Nord- und Südwand sowie die Altarwand wurden von Götze gestaltet.
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Bernburg-Dröbel, St. Stephanus
Vor der heutigen klassizistischen Kirche von 1828 stand an gleicher Stelle eine romanische Kirche, erstmals 1207 erwähnt und ebenfalls dem Märtyrer Stephanus geweiht. Ihr achteckiger Turm wurde Ende des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgetragen und 1879 durch einen Neubau mit Kuppel auf vier Säulen ersetzt.
Die heutige Kirche ist ein Hallenbau mit vier großen Fenstern und einer dreigeschossigen Westempore; im Osten liegt der Altarraum. Dort befindet sich ein Wandbild von 1947 mit Szenen bäuerlicher Frömmigkeit. Die beiden Glocken wurden 1916 abgegeben und 1924 ersetzt, sind jedoch nicht mehr läutbar; auch die Orgel ist nur noch Attrappe.
Bedeutend ist der historische Friedhof mit Barock- und Kindergräbern aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Bernburg-Waldau, St. Stephani
Die dem Heiligen Stephanus geweihte Kirche auf dem Stephansberg wird erstmals 964 als Parochie erwähnt und nahm aufgrund ihrer Geistlichen, die häufig aus Adelsgeschlechtern stammten, eine bedeutende Stellung ein. Der heutige Bau stammt überwiegend aus dem 12. Jahrhundert, weist jedoch Reste eines älteren Turmbaus aus dem 10./11. Jahrhundert auf. Grundriss und Architektur zeigen eine schlichte romanische Feldsteinkirche mit Turm, Schiff, Altarhaus und runder Apsis.
Besonders bemerkenswert sind das Südportal mit später eingefügten Säulen sowie ein eingemauerter Schlussstein mit einer frühromanischen Steinfigur, vermutlich des Heiligen Stephanus. Nach Restaurierungen im 20. Jahrhundert wurde der ursprüngliche romanische Zustand weitgehend wiederhergestellt. Seit 1990 wird die Kirche erneut genutzt und gehört heute zur Evangelischen Talstadtgemeinde Bernburg. Als Teil der „Straße der Romanik“ ist sie ein bedeutendes kulturhistorisches Zeugnis mit touristischer Anziehungskraft.
Bias, Dorfkirche
Die 1894 im gotischen Stil errichtete Kirche besticht durch ihre besondere Bauweise mit roten Ziegeln und schwarzen Kontrasten.
Sie besteht aus einem Schiff, eingezogenem Chor mit polygonaler Apsis und einem schlanken Turm im Westen.
Der Altar wurde von Gustav Kuntzsch von der Kunstanstalt Wernigerode gestaltet. An der Kanzel befinden sich Schnitzfiguren von Jesus, begleitet von Petrus und Paulus.
Die Orgel der Kirche stammt vom bekannten Orgelbauer Wilhelm Rühlmann aus Zörbig.
Zu den Besonderheiten gehören die schönen die Bleiglasfenster der Apsis.
Noch aus der mittelalterlichen Kirche von Bias stammt die Glocke aus dem 14. Jahrhundert.
Biendorf, Alter Turm
Die Bauzeit der alten Biendorfer Kirche könnte, mit Blick auf vergleichbare Bauten, vor das 11. Jahrhundert angesetzt werden. Von dieser alten Kirche zeugt heute noch der erhalten gebliebene "alte Turm".
Am 11.September 2011 zerstörte ein Tornado fast alle Dächer des Ortes. Auch das Dach des alten Turmes wurde schwer beschädigt. Der Heimatverein übernahm die Sanierung, welche ohne die große Spendenbereitschaft der Biendorfer Bevölkerung nicht möglich gewesen wäre.
Im Jahr 2015 konnten die Arbeiten vorläufig abgeschlossen werden. Weitere Erhaltungsmaßnahmen wurden und werden ausgeführt.
Der "alte Turm" dient dem Heimatverein heute als Ausstellungs- sowie Veranstaltungsraum.
Biendorf, Evangelische Kirche
Biendorf verfügte über drei Gotteshäuser: die alte Kirche, eine Schlosskapelle und die heutige Kirche. Die alte Kirche wurde um 1295 als Kapelle des Klosters Nienburg gestiftet und diente der reformierten Gemeinde. Sie wich von der üblichen Ost-West-Ausrichtung ab; der Turm stand östlich des Schiffes. Ein südlicher Anbau wurde später als Begräbnisstätte der Familie von Hagen genutzt.
Heute ist vom Bau nur noch der „alte Turm“ erhalten, der nach Tornadoschäden 2011 saniert wurde und als Ausstellungsraum dient.
Nach dem Brand der Schlosskapelle 1919 fanden Gottesdienste provisorisch statt.
1928 wurde die neue Kirche errichtet und geweiht. Sie entstand durch Zuschüsse und große Spendenbereitschaft. Der rechteckige Innenraum besitzt eine Orgelempore, einen erhöhten Altarraum mit Osterfenster sowie schlichte Ausstattung.
Bobbau, Christuskirche
Die Christuskirche wurde 1875 im neogotischen Stil erbaut und am 8. November desselben Jahres eingeweiht. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte in den 1950er Jahren ein vereinfachter Wiederaufbau.
Die Kirche verfügt über rund 350 Sitzplätze und eine Orgel der Firma Rühlmann. Am 1. Advent 2009 wurden neue Chorfenster eingeweiht, gefertigt von der Firma Gärlich aus Leipzig und gestiftet von Herbert Abel aus Siebenhausen.
In den Jahren 2010 und 2011 wurde das Innere neu ausgemalt und der Altarraum mit neuen Bodenplatten versehen. Durch das Engagement des Gemeindekirchenrates und zahlreiche Spenden erstrahlt die Kirche heute als Mittelpunkt des Ortes.
Zudem bietet der Kirchturm Nistplätze für Schleiereulen und Turmfalken und wurde dafür 2008 vom NABU ausgezeichnet.
Bone, Dorfkirche
Die romanische Feldsteinkirche von Bone entstand vermutlich um 1200. Sie besteht aus Schiff, eingezogenem Chor und halbrunder Apsis. Der bis über das Dach geführte Westgiebel bildet eine Seite des Fachwerkdachreiters und ist typisch für Feldsteinkirchen des Flämings.
Aus dem Mittelalter erhalten ist die Sakramentsnische in der Nordwand des Chores. Fenster- und Türöffnungen wurden später verändert oder vermauert. Um 1700 erfolgte ein Umbau, 1898 wurde der Westzugang ergänzt und der Innenraum neu gestaltet, wie eine Inschrift belegt.
Die Orgel von Wilhelm Rühlmann besitzt einen seitlichen Spieltisch, die Glocke stammt aus dem Jahr 1913.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Bonitz, St. Petri
Den wohl eigenwilligsten Grundriss unserer Kirchen des 19. Jahrhunderts hat diese hier in Bonitz. 1882 wurde sie in der Form eines nahezu gleicharmigen Kreuzes errichtet.
Den westlichen Kreuzarm bildet der Turm. Kleine Anbauten in den Winkeln beherbergen u.a. eine Sakristei und einen separaten Raum für die Taufe mit eigenen Zugängen von Außen.
Die Bauformen zeigen den Stil der Neoromanik. Die Orgel stammt vom Orgelbaumeister Wilhelm Rühlmann aus Zörbig.
Noch aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau der Bonitzer Kirche stammt die Glocke, die 1673 von Johannes Koch gegossen wurde. Die Familie Koch besaß die einzige bekannte Glockengießerei in Zerbst.
Bornum, Dorfkirche
Die Bornumer Kirche wurde 1884-86 anstelle einer mittelalterlichen Feldsteinkirche errichtet. Sie besteht aus Schiff, lang gestrecktem Chor mit polygonalem Abschluss und westlich vorgesetztem schlankem Turm.
Der rote Ziegelbau im neogotischen Stil ist ringsum gegliedert durch Strebepfeiler. Ungewöhnlich sind die seitlichen Anbauten am Chor, die sich zum Altarraum hin öffnen. Die Chorfenster auf Nord- und Südseite wurden zum Gedenken an die Toten des 1. Weltkrieges gestaltet.
Noch aus der mittelalterlichen Kirche stammt die Glocke, die 1592 von Heinrich Borstelmann in Magdeburg gegossen wurde. Neben einer Inschrift trägt sie das Bild das Heiligen Georg.
Brambach, Dorfkirche
1904-05 entstand diese ungewöhnliche Kirche anstelle eines romanischen Vorgängerbaus.
Das Besondere der Kirche ist ihre asymmetrische Architektur mit neoromanischen Elementen. Das Schiff hat einen geraden östlichen Abschluss und ein gedrungener Turm ist an der Südwestecke in den Kirchenbau eingestellt.
Von den originalen Buntglasfenstern sind die drei auf der Ostseite erhalten. 1992 wurden sie restauriert. Zu sehen sind christliche Symbole in den schönen floralen Formen des Jugendstils.
Die Orgel wurde von den Dessauer Orgelbauern Fleischer und Kindermann errichtet. Aus der romanischen Kirche stammen noch die Bronzeglocke aus dem Jahr 1476 und ein Abendmahl-Gemälde aus dem 17. Jahrhundert.
Buko, St. Johannis
Die ursprüngliche Bukoer Kirche wurde im 14. Jahrhundert als romanischerFeldsteinbau errichtet. Dieser alte Kirchenbau, das Pfarrhaus, die Schule und etliche Gehöfte des Dorfes fielen am 13.08.1722 einem Brand zum Opfer. Die Kirche wurde bis 1724 im Stil des Barock wieder aufgebaut. Der Chor wurde verbreitert, ein Mansarddach aufgesetzt, die Fenster vergrößert und ein Turm vorgesetzt.
Im Inneren fällt der hohe Kanzelaltar auf, der mit zahlreichen Puttenköpfen dekoriert ist. Davor schwebte ein großer Taufengel. Diese wunderschöne Figur ist die einzige erhaltene ihrer Art im Kirchenkreis Zerbst. Sie ist leider stark beschädigt und wird daher im Turm aufbewahrt.
Die Orgel auf der Empore wurde 1836 von Friedrich Turley aus Treuenbrietzen gebaut. Die Bronzeglocke der Kirche entstand 1922.
Buro, Komtureikirche
Die Komtureikirche in Buro, ist 1180 im typischen Erscheinungsstil der Gotteshäuser im Vorfläming errichtet worden. Diese wehrhaften Gebäude waren nicht nur eine Stätte des Glaubens, sie boten auch Schutz vor weltlichen Feinden. Das Gebäude in Buro hat massive steinerne Mauern und feste Pforten.
Im Dezember 1258 verschenkten die Fürsten von Anhalt das Kirchdorf Buro mit allen Besitzungen einschließlich seiner Bewohner an den Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem, einem der großen Ritterorden der Kreuzzüge. In den folgenden Jahren errichtete der Deutsche Orden, wie er auch genannt wird, in Buro eine Komturei, die bis 1809 Bestand hatte.
Der Komturei stand der Komtur vor. Unter dem Komtur Samson Freiherr vom Stain fanden umfangreiche Umbauten statt. Möglicherweise um 1730 wurde die Fachwerkkonstruktion errichtet, welche die Bronzeglocke aus dem 13. Jahrhundert trägt.
Cobbelsdorf, Kapelle
Cobbelsdorf hatte keine Kirche, erste 1952 wurde eine Kapelle eingeweiht. An dem Bau beteiligten sich alle Bewohner des Ortes, jeder lieferte seinen kostenlosen Beitrag.
In ihrer Bauweise ist sie eine dreischiffige Basilika. Das Mittelschiff ist höher als die Seitenschiffe und weist über deren Dächern je eine Fensterzone auf, den Obergaden, wodurch das Kirchenschiff das Licht erhält.
An das Schiff schließt sich eine halbkreisförmige Apsis an, deren Bleiglasfenster christliche Symbole zeigt. An der Westseite befindet sich ein Giebeldachreiter.
Die Kapelle liegt etwas abseits vom ort auf dem Friedhof und befindet sich in Eigentum der Kommune.
Cörmigk, Evangelische Kirche
Die Kirchen der Region zwischen Köthen und Bernburg stammen meist aus der Zeit Albrechts des Bären, der von 1106 bis 1170 lebte. Der Turm der Kirche in Cörmigk ist romanischer Bauart und steht noch heute in seiner ursprünglichen Form. Die Säulen der Schalllöcher tragen die frühromanischen Würfelkapitelle.
Da 1816 das alte Schiff und der eingezogene Chor mit geradem Schluss in sehr schlechtem Zustand waren, wurde dieses 1817 abgerissen und mit den alten Steinen, sowie neuen Löbejüner Bruchsteinen der einfache rechteckige Neubau errichtet.
Die Grabsteine des alten Friedhofes wurden mit in das Schiff eingemauert und sind dort zum heutigen Tage zu sehen. Die Kirche erhielt dabei eine gotisierende Ausstattung mit lang gestreckter Hufeisenempore.
Cösitz, Evangelische Kirche
Die Kirche St. Georg in Cösitz wurde 1522 errichtet. Das Kirchenschiff sowie die Gruftanbauten an der Nordseite stammen vermutlich aus dem 17. Jahrhundert und wurden 1685 vollendet.
Das Gebäude besitzt einen dreiseitigen Chorabschluss und einen 1882 neu erbauten quadratischen Westturm. Der Innenraum ist schlicht gestaltet, wobei eine ungewöhnliche plastische Deckengestaltung den Blick zum Altar lenkt: Eine monumentale Kreuzform aus weißen, teils vergoldeten würfelförmigen Elementen prägt den Raum. Im Chor befindet sich ein gotischer Flügelaltar um 1480 mit Maria und dem Kind im Zentrum, flankiert von Heiligen.
Die Orgel der Firma Rühlmann stammt ebenfalls aus dem Jahr 1882. Eine Glocke aus der Zeit um 1300 ist vermutlich aus der Vorgängerkirche erhalten.
Die Kirche gehört zum Projekt Lichtungen.
Coswig, St. Nicolai
An der Bundesstraße 187 in Coswig (Anhalt) liegt die Stadtkirche St. Nicolai, einst Mittelpunkt eines Dominikanerinnenklosters. 1272 von Fürst Siegfried von Anhalt‑Köthen gestiftet, war es Hauskloster des Fürstenhauses; mindestens 30 Angehörige wurden hier bestattet.
1288 dem Dominikanerorden angeschlossen, hielt sich zeitweise Meister Eckhart in Coswig auf. Nach der Auflösung 1527 wurde die Anlage Wirtschaftshof. Seit der Reformation ist St. Nicolai evangelische Stadtkirche und war 2002/03 „Kirche des Jahres“.
Sehenswert sind barocker Altar, gotisches Chorgestühl, historische Orgel, Bleiglasfenster um 1350 sowie Werke der Cranach‑Werkstatt. Der 52 Meter hohe Turm bietet weite Ausblicke.
Der sanierte Klosterhof beherbergt heute Veranstaltungszentrum und Museum; ein älteres Kollegiatstift verschwand im 16. Jahrhundert.
Crüchern, Evangelische Kirche
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Crüchern stammt aus dem Jahr 1266. Ab 1361 gehörte der Ort zum Besitz des Klosters Nienburg; bereits damals bestand eine Pfarre mit Kirche und Pfarrer. 1789 wurde die Domäne durch das Haus Anhalt gegründet.
Die Kirche ist ein im Kern mittelalterlicher Bruchsteinbau mit einem weithin sichtbaren Doppelturm. Umfangreiche Bau‑ und Sanierungsmaßnahmen erfolgten u. a. 1772/74, 1790, 1804, 1859 sowie besonders 1893 und 1907, als Turm, Dachstuhl und Fassaden erneuert wurden. An der Nordseite befindet sich ein barocker Gruftanbau von 1705.
Das Innere ist durch spätere Einbauten geprägt; Altar und Ausstattung stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Fenster‑ und Putzarbeiten wurden zuletzt 2020 und 2021 ausgeführt.





