KIRCHEN | D bis F

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Deetz, Dorfkirche

Die Feldsteinkirche wurde um 1170 erbaut. Romanische Portale an der Nord- und Südseite sowie die ursprünglichen kleinen Fenster sind bis heute erkennbar. 

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte ein umfassender Umbau im Stil des Barock: Die Fenster wurden vergrößert und Mansarddächer aufgesetzt. Aus dieser Zeit stammt auch die hölzerne Innenausstattung, die 1993 vollständig neu bemalt wurde. 

Der Altar wurde mehrfach umgestaltet; anstelle des barocken Kreuzigungsbildes steht heute ein Kruzifix, erhalten blieben die Engel mit Posaunen und Palmzweigen. Vor dem Altar befindet sich ein filigraner Taufstein im klassizistischen Stil. 

1909 erhielt die Kirche neue Fenster sowie den westlichen Eingang. Zwei mittelalterliche Glocken aus der Zeit um 1200 und 1300 sind noch vorhanden.

Dessau, Auferstehungskirche

Die 1930 erbaute Auferstehungskirche wurde nach schweren Kriegsschäden von 1945 bis 1951 wiederhergestellt. Prägend sind große Glasfenster mit biblischen Motiven, die an Tote und Heimkehrer erinnern, sowie Eichentafeln mit den Namen gefallener Soldaten und Zivilisten. 

19 Kriegsgräber vor der Kirche mahnen und erinnern an die Sinnlosigkeit der Kriege. 

In den 70er Jahren erhielt die Kirche eine neue Eule-Orgel und den Anbau mit Gemeinderäumen. Hier treffen sich Kinder und Jugendliche, Familienkreise, Kirchenchor und Posaunenchor, Bibelgesprächskreis und die Senioren. 

Seit den 90er Jahren wurde das Gemeindezentrum modernisiert. Dach und Glockenturm, Fenster und Heizung wurden dabei erneuert.

Die Kirche gehört zum Projekt Lichtungen.

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Dessau, Georgenkirche

Die Georgenkirche wurde im Mittelalter als Hospital vor den Toren der Stadt errichtet, um an Seuchen erkrankte Bürger zu isolieren. Zu dem Siechenhaus gehörte eine Kapelle, die 1402 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 

1512 wurden Hospital und Kapelle erneuert und dem Schutzheiligen der Aussätzigen, St. Georg, geweiht. Zwischen 1712 und 1717 ließ Fürst Leopold von Anhalt-Dessau die baufällige Kirche durch einen barocken Neubau ersetzen. 

Rund 100 Jahre später erhielt sie durch Anbauten eine Kreuzform mit Platz für bis zu 1.200 Besucher. 

Nach der schweren Zerstörung im Luftangriff vom 7. März 1945 wurde die Kirche von 1961 bis 1966 in ihrer ursprünglichen ovalen Form wiederaufgebaut. Der neu gestaltete Innenraum ist schlicht und hell.

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Dessau, Petruskirche

Die Kirche wurde 1903 erbaut und ist ein romanisierender Zentralbau mit polygonalem Ostabschluss. Außen prägen Sandsteinzierrat und der 52 Meter hohe Glockenturm an der nordwestlichen Gebäudeecke das Erscheinungsbild. 

Das Tympanonrelief und die Petrusfigur stammen von dem Bildhauer Emanuel Semper. Ursprünglich bildeten die romanisierende Innenarchitektur, die ornamentale und figürliche Ausmalung von Siegmund Imberg sowie die farbigen Glasmalereien von Franz Rieß eine künstlerische Einheit. Diese Ausmalung wurde in den 1960er Jahren nahezu vollständig entfernt. 

Heute ist der Innenraum schlicht gestaltet und wird von der Kuppelhalle sowie geschwungenen Emporen auf der Nord‑, West‑ und Südseite bestimmt. Kanzel, Altar und Taufstein wurden von der Dessauer Firma M. Baron gefertigt. Im Jahr 2000 wurde das Untergeschoss der Westempore durch eine Glaswand als Winterkirche abgetrennt.

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Dessau, St. Johannis

Die St.-Johannis-Kirche wurde 1702 als lutherische Kirche im reformierten Anhalt erbaut, um den zugezogenen Lutheranern eine eigene Kirche zu geben. Sie entstand im schlichten spätbarocken Stil mit klassizistischen Elementen nach Entwürfen von Martin Grünberg.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte 1955 der Wiederaufbau in schlichter Form, Anfang der 1990er Jahre eine umfassende Sanierung.

Die Kirche bietet 350 Sitzplätze. Insgesamt finden bis 900 Besucherinnen und Besucher Platz. Im Turm hängen zwei Glocken sowie ein über 100 Jahre altes Uhrwerk. St. Johannis beherbergt drei bedeutende Tafelgemälde von Lucas Cranach d. Ä. und d. J., die 1992 hier ihren Platz fanden. 

Im Innenraum gibt es historische Ausstattungsstücke, eine Eule-Orgel sowie ein „Ort der Stille“.

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Dessau, Pauluskirche

Im späten 19. Jahrhundert entstand im Süden der Dessauer Innenstadt eine neue evangelische Kirchgemeinde. Ihr neogotisches Kirchgebäude, die Pauluskirche am Pauli-Platz, wurde 1892 mit 900 Sitzplätzen eingeweiht. Entworfen hat sie der Berliner Baumeisters Johannes Otzen.

1945 wurde die Kirche durch Bomben stark beschädigt. In den Jahren 1982–1985 wurde sie mit Unterstützung westdeutscher Kirchen saniert, nachdem die SED den Umbau genehmigt hatte. Dabei entstand ein Gemeindezentrum mit mehreren Räumen, Küche und Sanitäreinrichtungen. 

Zur Anlage gehört auch ein Pfarrhaus mit Pfarrwohnung, Büro, Jugendkeller sowie Gemeinderäumen.

Im Westteil der Pauluskirche befindet sich das Archiv der Landeskirche.

Dessau OT Alten, Melanchthonkirche

Die Melanchthonkirche wurde 1898 erbaut und beeindruckt außen durch ihre reiche Gliederung sowie große Rosettenfenster mit Stufengiebeln, die in alle vier Himmelsrichtungen weisen. 

Im Inneren, besonders im Altarraum, prägt eine aufwendige Ausmalung im Nazarener Stil den Raum. Über den Emporen sind bedeutende Persönlichkeiten der Reformation dargestellt, darunter Martin Luther, Philipp Melanchthon und Fürst Georg. Auf der Orgelempore befindet sich eine romantische Orgel von Wilhelm Rühlmann aus Zörbig mit 13 Registern und zwei Manualen. 

In den Jahren 1991/92 wurde die Kirche umfassend saniert und behutsam restauriert. Dabei wurden moderne Technik, eine neue Heizungs- und Glockenanlage sowie Glaswände integriert, die zusätzliche Gemeinderäume ermöglichen.

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Dessau OT Großkühnau, Evangelische Kirche

Die ursprüngliche Dorfkirche wurde 1828–30 durch einen neuromanischen Backsteinbau ersetzt, eines der frühesten Beispiele dieses Stils in Deutschland. Die Entwürfe stammen von Herzog Leopold Friedrich und dem Baumeister Carlo Ignazio Pozzi. 

Wie das klassizistisch geprägte Schloss liegt die Kirche am Eingang der Parkanlage und ist über eine Blickachse mit ihm verbunden. Der Innenraum ist durch eine romanisierende Holzempore gegliedert. Aus der ersten Kirche blieben nur die Glocken aus dem 10. und 11. Jahrhundert sowie ein Kapitell aus dem 12. Jahrhundert erhalten. 

Sehenswert sind Glasmalereien aus dem 16. Jahrhundert mit biblischen Szenen. Altaraufsatz und Orgelprospekt sind neugotisch. Seit 2014 ist die Kirche Deutschlands erste Polizeikirche und zudem Radfahrerkirche.

Die Kirche gehört zu den Gartenreichkirchen.

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Dessau OT Kleinkühnau, Evangelische Kirche

Im Zusammenhang mit dem Bau der Junkerswerke entwickelte sich Kleinkühnau aus einem 1711 von Fürst Leopold errichteten Vorwerk zu einem Vorort mit vielen jungen Familien. Da die Einwohner den Gottesdienst bislang in Alten besuchten, wurde der Bau eines eigenen Betsaals notwendig. 

Der Kirchsaal erhält durch Altarnische, Tonnengewölbe und sieben Rundbogenfenster seinen sakralen Charakter und ist dank guter Akustik besonders für Musik geeignet. Ohne festes Gestühl ist der Raum flexibel nutzbar und bietet Platz für 80 bis 120 Personen. 

Ein Bleiglasfenster mit einer Taube über dem Altar symbolisiert den Heiligen Geist. Die Kirche wurde am dritten Advent 1910 eingeweiht. Im Jahr 2000 beschloss die Gemeinde ihren Erhalt und sanierte mit Unterstützung von Spenden, Parochialverband und Landeskirche Kirche, Turm, Orgel und Gemeinderäume.

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Dessau OT Kleutsch, Evangelische Kirche

Dessau OT Kochstedt, Zwölfapostelkirche

Die Kirche wurde 1927 im Auftrag des Regierungs- und Baurats Bruno Brüdern auf dem Gelände des seit 1920 bestehenden neuen Friedhofs errichtet. Der Grundstein wurde am 14. Oktober 1926 gelegt, die Einweihung erfolgte bereits am 26. Mai 1927.

Ihren Namen erhielt die Kirche 1952 nach den zwölf Bleiglasfenstern mit aufwendiger Glasmalerei, die in der Werkstatt der Familie Ferdinand Müller in Quedlinburg gefertigt wurden und die zwölf Apostel darstellen. 

Zum 50-jährigen Bestehen wurde die Kirche 1977 innen und 1981 außen renoviert. Die Orgel der Orgelbauanstalt Sauer aus Frankfurt/Oder von 1973 ist heute nicht mehr vorhanden. 

Bei der Sanierung im Jahr 2000 erhielt der Innenraum seine ursprüngliche Ausmalung mit Weinlaubranken zurück. 

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Dessau OT Mildensee, Evangelische Kirche

Am Südwestende des ehemaligen Dorfes Pötnitz steht die heutige Kirche von Dessau‑Mildensee. Der große Backsteinbau entstand um 1180 als dreischiffige Basilika und zeigt trotz späterer Umbauten noch deutlich romanische Merkmale. 

1198 wurde die Kirche im Zuge der Gründung eines Benediktinerkonvents vom Reichskloster Nienburg zur Pfarrkirche erhoben. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ Fürst Franz von Anhalt sie durch Carlo Ignazio Pozzi in ihre heutige Form bringen. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg befanden sich zeitweise drei Gemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren aus der zerstörten Schlosskirche St. Marien hier, die 1998 in die Dessauer Johanniskirche überführt wurden. An der Kirche befindet sich zudem das Grab Christian Gebhard Nordmanns

Dessau OT Mosigkau, Martin-Luther-Kirche

Die Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert liegt im ursprünglichen Ortszentrum; Schloss und Park entstanden später am Ortsrand. Aus der Frühzeit sind Bronzeglocken, das Eingangsportal und zwei Sakramentsnischen erhalten. Unter Fürst Franz wurde die Kirche früh neugotisch umgestaltet. 

1780 erhielt der romanische Turm zwei weithin sichtbare Aufsätze nach englischem Vorbild. Für das im Schloss ansässige hochadlige Fräuleinstift wurde ein neugotisches Chorgestühl eingebaut. 

Nach der Union von Reformierten und Lutheranern kam 1844 ein Sandsteinaltar hinzu. Im 20. Jahrhundert wurde die barocke Kanzel versetzt; an ihrer Stelle steht heute eine Christusfigur aus der Martinskirche in Köthen. Seit 1967 trägt die Kirche den Namen Martin Luthers und wurde Ende der 1990er Jahre saniert.

Dessau OT Sollnitz, Evangelische Kirche

1144 wurde die Sollnitzer Kirche als romanischer Saalbau aus Bruchstein mit eingezogenem Chor und halbrunder Apsis errichtet. Sie gilt als älteste Kirche in Dessau.

Das Gebäude ist unverputzt, am Granitmauerwerk sind nur wenige Putzreste erhalten. An der Westseite befindet sich ein verbretterter Dachreiter. Die rundbogigen Eingänge und Teile der Fenster stammen aus der Bauzeit, andere Öffnungen wurden später verändert. 

Der Innenraum ist durch eine dunkle Bretterdecke und eine Hufeisenempore geprägt. Nord- und Westempore entstanden nach 1600. Besonders hervorzuheben ist das dreistimmige Geläut mit historischen Bronzeglocken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die seit Januar 2024 wieder genutzt werden.

Dessau Süd, Kreuzkirche

In dem dicht besiedelten Gebiet der Gropiussiedlung entstand in den 1930er Jahren der Bedarf für eine neue Kirche. Besonders Arbeiterfamilien begrüßten das moderne Nutzungskonzept, das von Beginn an vorgesehen war: Der Kirchenraum diente unter der Woche als Kindergarten und sonntags für Gottesdienste. 

Die Kreuzkirche wurde nach neunmonatiger Bauzeit am 28. Mai 1933 als Kreuzgemeindehaus eingeweiht. 1954/55 wurde ein Altarraum angebaut. Das Gebäude ist ein Beispiel traditionellen Kirchenbaus, bewahrt jedoch zahlreiche originale Elemente der Innenausstattung im Bauhausstil, darunter Altar, Taufstein, Kanzel, Leuchten und Beschläge. 

Erst 1995 endete die Doppelnutzung, nachdem ein separates Kindergartengebäude errichtet worden war. Die geistliche und räumliche Verbindung besteht bis heute fort.

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Dessau OT Törten, St. Peter

Mönche aus Nienburg an der Saale erbauten um 1228 die kleine romanische Kirche. Ihre Glocke aus dem 12. Jahrhundert, heute im Stadtmuseum, rief die Bewohner zum Gottesdienst. 

Törten war einst ein Fischerdorf an der Mulde, weshalb die Kirche den Namen des Schutzpatrons der Fischer, Petrus, erhielt. 

Die Turmanlage entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Am 7. März 1945 wurde die Kirche durch eine Luftmine bis auf die Grundmauern zerstört. 1954 konnte sie wieder eingeweiht werden, 

1960 erhielt sie eine neue Orgel. Kirche, Pfarrhaus und Kapelle stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. In den 1990er Jahren sowie 2002 und 2008 erfolgten umfangreiche Sanierungen. Hinter der Kirche befindet sich ein kleiner Friedhof.

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Dessau OT Waldersee, St. Bartholomäi

Die zwischen 1722 und 1725 erbaute Kirche im damaligen Dorf Jonitz wurde ab 1816 unter Fürst Franz nach klassizistischen Vorbildern umgestaltet. 

Der neu errichtete Turm mit einem weithin sichtbaren Obelisken prägt bis heute das Landschaftsbild und war zugleich als Mausoleum für Fürst Franz und seine Gattin gedacht. Beide fanden dort im Untergeschoss ihre letzte Ruhestätte in reich geschmückten Marmorsarkophagen. 

Der Innenraum der Saalkirche wurde 1820–22 unter Herzog Leopold Friedrich dem klassizistischen Äußeren angepasst. Nach der Sanierung 2001 mussten nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 erhebliche Schäden beseitigt werden.

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Dessau OT Ziebigk, Christuskirche

Nach zweijähriger Bauzeit wurde die neoromanische Christuskirche in Ziebigk am 6. Dezember 1900 eingeweiht. Der 39 Meter hohe Turm diente lange als Orientierungspunkt an der Elbe. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Umgebung zerstört, die Kirche selbst blieb jedoch mit Schäden erhalten. 

Zum 50. Kirchweihfest 1950 erhielt der renovierte Bau den Namen Christuskirche, zugleich wurde die erneuerte Schuke-Orgel eingeweiht. In den Jahren 1954 und 1964 kamen weitere Glocken hinzu; heute hängen drei Bronzeglocken im Turm. 

1991/92 erfolgte eine umfassende Sanierung mit Einbau der Winterkirche, 1999 wurde der Altarraum neu gestaltet.

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Diebzig, Evangelische Kirche

Dobritz, St. Blasii

Ende des 12. Jahrhunderts entstand die kleine Feldsteinkirche mit Schiff, Chor und flacher Apsis. Der Turm wurde 1808 angebaut und 1890 verändert. In der Kirche befand sich die Grablege der Patronatsfamilie von Kalitsch. 

Eine Inschrift über dem Gemeindeportal nennt das Jahr 1696, in dem Fenster und Eingänge umgestaltet wurden. Die Innenausstattung mit Gestühl, Hufeisenemporen und Kanzelaltar stammt von 1831. Ein hölzerner Epitaph von 1694 erinnert an Hans Rudolph von Kalitsch. 

Die Steinmann-Orgel von 1808 ist heute nicht mehr spielbar. Zur Ausstattung gehört eine seltene vorreformatorische Messing-Taufschale. Im Mittelalter war die Kirche ein Wallfahrtsort zum St.-Blasius-Tag.

Dobritz gehört zu den Entschlossenen Kirchen.

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Dohndorf, Evangelische Kirche

Die erste urkundliche Erwähnung Dohndorfs stammt aus dem Jahr 1300, als der Ort im Lehensregister Fürst Bernhards III. von Anhalt als „Dodendrop“ genannt wird. Eine frühe Kirche existierte vermutlich bereits, über sie ist jedoch nichts Näheres bekannt. Die heutige Kirche entstand 1882–84. 

Nach dem Dreißigjährigen Krieg litt das Dorf unter großer wirtschaftlicher Not, Pest und Gewalt. 1650 kam es zu einem Gemetzel an schwedischen Soldaten. Beim Abriss der alten Kirche im 17. Jahrhundert wurden kirchliche Kostbarkeiten gefunden, die vermutlich Pfarrer Christoph Salmuth 1636 versteckt hatte. 

Während der DDR-Zeit wurde die Kirche stark beschädigt und erst nach 1991 mit großem Engagement saniert. Heute prägt sie weiterhin das Ortsbild.

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Drohndorf, St. Marien

Ein historisch bedeutendes Gebäude in zentraler Lage ist die St.-Marien-Kirche. Das erste Gotteshaus wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört; kurz darauf entstand ein Neubau. Aus Platzgründen wurde der Turm ungewöhnlich an der Ostseite über dem Chor errichtet, der Eingang liegt auf der Nordseite. 

Der Turm wurde 2010 saniert und enthält eine sehr alte Glocke, eine sog. Bienenkorbglocke. Sie ist datiert auf das Jahr 1098, wobei Experten ihre Entstehung etwas später zu Beginn des 12. Jahrhunderts vermuten. Dennoch gehört diese rund 100 Kilogramm schwere Bronzeglocke zu den ältesten erhaltenen Kirchenglocken in ganz Deutschland und ist wohl die älteste noch angeschlagene Glocke in Norddeutschland.

Historisch ist auch die beschädigte Marienglocke aus dem 13. Jahrhundert. Zwei Stahlglocken bilden heute das Geläut; das restaurierte Uhrwerk wird im Turm ausgestellt. 

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Drosa, Evangelische Kirche

Zwischen 1851-1853 wurde die Saalkirche mit polygonalem Chor aus Sandsteinquadern erbaut. Als Architekt wurde Christian Conrad Hengst (1796-1877) beauftragt.

Fenster- und Türgewände sind mit roten Ziegeln abgesetzt, Treppentürme flankieren den schlanken Westturm (eine Bronzeglocke ist von 1581), Fialen betonen den Kirchsaal. 

Das Innere ist mit Spiegeldecke und dreiseitig umlaufender Empore schlicht gehalten, das Inventar ist bauzeitlich. 

Die Dorfkirche ist ein bemerkenswertes Beispiel eines neugotischen Baus mit klassizistischer Raumauffassung.

Düben, St. Petri

Die Kirche wurde Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet. Noch heute sind vermauerte romanische Fenster erkennbar, die später durch größere ersetzt wurden. An der Südseite finden sich Rundbogenfenster, an der Nordseite gotische Fensterformen. 

Der Turm stammt aus dem Jahr 1835 und beherbergt eine Glocke von 1904 aus der Glockengießerei Ulrich in Laucha mit der Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe und den Menschen ein Wohlgefallen“. Gestühl, Empore und der farbenreich gestaltete Altar entstanden 1667. 

Die Orgel wurde 1885 von Wilhelm Rühlmann aus Zörbig gebaut. Bei der Erneuerung der Turmuhr 1959 wurden Teile eines amerikanischen Flugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg verwendet. Nach der Innenrenovierung 1999 erhielt die Kirche 2001 ein neues Dach. 

Heute ist die Kirche offen für Besucher und beherbergt eine wachsende Sammlung von Bibeln aus verschiedenen Zeiten und Sprachen.

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Edderitz, Evangelische Kirche

Die Kirche in Edderitz spiegelt die wechselvolle Geschichte des Ortes wider. Bereits um 1300 ist Edderitz als Pfarrdorf belegt, im 17. und 18. Jahrhundert war die Kirche eng mit dem Dorfleben verbunden. 

Die vor 1852 bestehende Kirche auf dem Friedhof war baufällig und wurde durch einen Neubau ersetzt. Am 21. Mai 1851 erfolgte die Grundsteinlegung, die Weihe am 5. Dezember 1852. Der Bruchsteinbau besaß eine vollständige Ausstattung des 19. Jahrhunderts sowie eine Orgel von Johann Friedrich Schulze. 

Durch den Braunkohleabbau ab 1938 wurde der alte Ort aufgegeben und auch diese Kirche abgerissen. 1953 entstand im neuen Edderitz erneut eine Kirche, die bis heute genutzt und seit 1995 saniert ist. 

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Eichholz, St. Trinitatis

Die romanische Feldsteinkirche von Eichholz entstand im 12 Jahrhundert. (Holzdatierungen im Dach 1178/79). Sie besteht aus Schiff und monumentalem Querriegelturm im Westen. Einige ursprüngliche Fenster und die Pforte aus Sandstein auf der Südseite sind noch gut zu erkennen. 

1945 erlitt die Kirche schwere Kriegsschäden. Sie wurde 1951 notdürftig wieder hergerichtet, war in den 1980er Jahren massiv vom Verfall bedroht und ist seit 2016 umfassend saniert worden. 

Prof. Johannes Schreiter gestaltete zwei raumhohe Ostfenster (2019). Die Prinzipalstücke fertigte unter Verwendung von Eichenholz aus dem historischen Dachwerk der Bildhauer Till Hausmann.

Die Kirche gehört zum Projekt Lichtungen und zu den Entschlossenen Kirchen.

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Elsdorf, Evangelische Kirche

Eine Kirche im Dorfzentrum gab es in Elsdorf bei Köthen schon im 14. Jahrhundert. Sie wurde 1620 und 1893 neu erbaut. In der Kirche befindet sich eine Gruft der Familie Freyberg, die über 100 Jahre in Elsdorf ansässig war. 

Die Innenausstattung mit Bänken, Kanzel, Pult, Liedtafel und Altar ist einheitlich aus der Erbauungszeit Ende des 19. Jahrhunderts erhalten. Die Ecken des schlichten steinernen Altarblocks sind als vorgeblendete Strebepfeiler gestaltet. 

In der Mitte der Stirnseite prangt ein gleichschenkliges Kreuz aus Blätterschmuck, eingerahmt von gotischer Ornamentik und nach oben abgeschlossen von einem Fries.

Elsnigk, Evangelische Kirche

In Elsnigk ist bereits 1370 eine Kirche belegt; der Ort selbst wird 1349 erstmals erwähnt. Der heutige Bau entstand 1877–1879 und wurde am 20. Juli 1879 geweiht. 

Errichtet als neoromanischer Saalbau mit Westturm und Ostapsis, zeigt die Kirche auch stilfremde Elemente, etwa die Treppengiebel und ungewöhnlich großen Fenster. Das reich gegliederte Äußere prägen Fialen, Ochsenaugen, Gesimse, Uhren und Friese sowie Säulen in den Schallöffnungen und abgestufte Fenster. 

1916 wurde die Kupferdeckung der Turmspitze abgegeben. 2017/18 folgten Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten. 

Im Inneren befinden sich der Bilderzyklus „Lebt in der Liebe“ von Steffen Rogge und moderne Fenster von Christian Keinstar (seit 2022).

Die Kirche gehört zum Projekt Lichtungen.

Freckleben, St. Stephanus

Ein besonderes Gebäude im Westen des Frecklebener Oberdorfes ist die St.-Stephanus-Kirche. Das Bauwerk stammt aus der Romanik und wurde 1594 auf ungewöhnliche Weise erweitert. Da an Vorder- und Rückseite wegen des Geländes kein Platz mehr vorhanden war, errichtete man ein weiteres Kirchenschiff im rechten Winkel. 

Vermutlich wurde dabei Material der abgerissenen St.-Moritz-Kirche auf der anderen Seite der Wipper verwendet. So entstand eine sogenannte Winkelkirche, von denen es in Deutschland nur wenige gibt. 

Bei Renovierungen 1855 entdeckte man Grundmauern und vermauerte spitzbogige Fenster, die jedoch wieder verputzt wurden. 

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde die Kirche aufgegeben. Nach der Wiedervereinigung begann die Sanierung. Es folgten Bauarbeiten am Turm, an den Fenstern sowie die Erneuerung der Eingangstreppe.

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Frenz, Evangelische Kirche

Frose, Stiftskirche St. Cyriakus

Die Ursprünge der Kirche liegen  mehr als 1000 Jahre zurück.  950 gründete der Markgraf Gero an dieser Stelle ein Kloster, das als eine der ältesten geistlichen Stiftungen gelten kann. 

Anstelle des Gründungsbaus steht heute der etwas verkleinerte spätromanische Neubau aus den Jahren um 1170. Besonders markant  sind die Doppeltürme. Im 13. Jahrhundert gab es  Umbauten am Chor und am Westbau, es entstand eine romanische Empore 

In den Jahren 1515/16 wirkte hier der Reformator Thomas Müntzer als Präfekt und Lehrer. 

Die heutige Innenausstattung stammt zum großen Teil aus dem 19. Jahrhundert. 

Die Stiftskirche Frose liegt an der Straße der Romanik.

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