KIRCHEN | G bis H
Garitz, Dorfkirche
Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut und 1741 barock umgestaltet, wie eine Inschrift im Inneren belegt. In dieser Zeit entstanden das Mansarddach, der Fachwerkturm sowie ein Fachwerkanbau im Chorbereich.
1901 erfolgte eine Renovierung mit neuem Gestühl und Kanzel, die 1976 wieder entfernt wurde. Umfangreiche Sanierungen fanden 1997/98 statt, die Wiedereinweihung erfolgte am 5. April 1998.
Im Inneren befinden sich drei große barocke Deckengemälde aus dem 18. Jahrhundert sowie ein reich geschmückter Altar von 1708 mit Stifterdarstellungen der Familie von Davier. Daneben sind drei Grabplatten dieser Familie aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten. Eine Glocke stammt noch aus dem 14. Jahrhundert.
Die Garitzer Kirche gehört zum Projekt "Lichtungen" und zu den "Entschlossenen Kirchen".
Gerbitz, Dorfkirche
In dem alten anhaltischen Dorf Gerbitz gab es über Jahrhunderte hinweg keine eigene Kirche. Die Gerbitzer gingen zum Gottesdienst in die Kirchen der Umgebung. Vor 1565 gingen die Gerbitzer wahrscheinlich nach Latdorf, dann eine Zeit lang nach Wedlitz.
Seit Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) wurde Gerbitz von dem damals noch preußischen Kirchdorf Gramsdorf mit "versorgt".
Im Jahr 1886 trennten sich die Gerbitzer von Gramsdorf und bauten eine eigene Kirche. Der Bau von 1886 vbis 1887 wurde durch das staatliche Kirchbauprogramm möglich. So entstand eine schlichte Kirche im Stil der Neoromanik. Altar, Kanzel, Taufstein und Orgelprospekt sind von Beginn an erhalten.
Der 66 Meter hohe schlanke Turm hat spitzes Schieferdach, das von vier kleinen Schiefertürmchen flankiert wird.
Gerlebogk, Evangelische Kirche
1695 wurde in Gerlebogk eine Kirche als Tochterkirche von Cörmigk errichtet. Aufgrund ihres baulichen Zustands musste sie 1815 abgerissen werden. Bis 1964 nutzte die Kirchengemeinde anschließend die Kirche in Wiendorf.
Dank des Engagements vorausschauender Gemeindeglieder gelang es während der DDR-Zeit, in Gerlebogk erneut ein Kirchengebäude zu errichten. Trotz behördlicher Widerstände und Auflagen – unter anderem einer Strafzahlung nach dem Abriss einer baufälligen Scheune – wurde der Bau realisiert. Offiziell genehmigt war lediglich ein Gemeindemehrzweckraum ohne Glockenturm.
In umfangreicher ehrenamtlicher Arbeit entstand dennoch ein Kirchenraum mit einem großzügigen Windfang, in dem eine Glocke Platz fand. So wurde die kleinste Kirche im Kirchenkreis Köthen (54 m²) einschließlich Glockenturm Wirklichkeit.
Gernrode, Stiftskirche St. Cyriakus
Die über tausendjährige Kirche St. Cyriakus zählt zu den ältesten Kirchen Nordeuropas und ist das einzige nahezu unverändert erhaltene Bauwerk aus ottonischer Zeit. Errichtet wurde sie um 961.
Bereits 959 gründete Markgraf Gero, ein enger Vertrauter von Otto I., an diesem Ort ein freies und weltliches Damenstift. Seine Schwiegertochter Hathui übernahm als erste Äbtissin die Leitung des Stifts und führte den Ausbau der von Gero begonnenen Stiftskirche fort. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Bauwerk nur kleinere Veränderungen.
Eine umfassende Restaurierung erfolgte 1870 durch den Restaurator Ferdinand von Quast. Bedeutend sind die älteste erhaltene Krypta ihrer Zeit sowie ein einzigartiger Raum im südlichen Seitenschiff: die älteste Nachbildung des Grabes Christi nördlich der Alpen.
St. Cyriakus liegt an der bekannten »Straße der Romanik«.
Giersleben, Gnadenkirche
Die Gnadenkirche in Giersleben steht auf einem begrünten Hügel im historischen Ortskern und prägt mit ihrem weithin sichtbaren Turm das Ortsbild.
Der barocke Saalbau mit quadratischem Westturm und Barockhaube geht in seinen Ursprüngen bis ins 12. Jahrhundert zurück; aus dieser Zeit stammen der Turm und Reste eines älteren Kirchenschiffs.
Der heutige Kirchsaal wurde 1759 nach einem Umbau geweiht. Die Kirche vereint barocke und gotische Elemente und zählt zu den schönsten Gebäuden des Ortes.
Im Turm hängen zwei Bronzeglocken, darunter eine 1584/1587 in Magdeburg gegossene Glocke. In der Nähe befindet sich ein Kriegerdenkmal zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg.
Gnetsch, Dorfkirche
Die erstmals 1275 erwähnte Kirche von Gnetsch gehörte zum Erzbistum Magdeburg. Pfarrer sind bereits seit dem frühen 13. Jahrhundert belegt. Das romanische Gotteshaus erhielt 1519 einen neuen Chor, verfiel später jedoch und wurde 1820 geschlossen.
1821 entstand nach Plänen von Gottfried Bandhauer ein klassizistischer Zentralbau, der jedoch wegen ungeeigneten Baugrunds wieder aufgegeben werden musste. 1909 begann der Neubau nach Entwürfen von Friedrich Gothe; die heutige Kirche wurde 1910 eingeweiht. Veränderungen am Turmdach in den 1960er Jahren minderten die Gesamtwirkung.
Seit 1990 erfolgten umfangreiche Restaurierungen. Trotz Verlusten zählt die Kirche laut Dehio zu den bedeutendsten Jugendstil-Dorfkirchen Sachsen-Anhalts. Innenausstattung, Orgel von 1910 und historische Glocken sind weitgehend erhalten.
Goltewitz, Dorfkirche
Die Kirche ist eine mehrfach veränderte, im Kern frühgotische rechteckige Saalkirche aus Feldstein mit platt geschlossenem Chor aus dem späten 14. Jahrhundert.
Der niedrige Westturm aus Backstein trägt ein bis zum Dachfirst reichendes, holzverschaltes Glockengeschoss mit schiefergedecktem Pyramidendach. Darin befindet sich eine der ältesten Glocken Anhalts aus dem Jahr 1371, möglicherweise ein Hinweis auf die Erbauungszeit.
Das Kirchenschiff zeigt Fenster unterschiedlicher Größe aus verschiedenen Bauphasen. Eine mächtige Eichentür und das Spitzbogenportal aus dem 15. Jahrhundert verweisen auf den einstigen Wehrcharakter.
Der Innenraum mit flacher Holzdecke und Hufeisenempore wird von einem gotischen Flügelaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert dominiert.
Die Kirche gehört zu den Gartenreichkirchen.
Göritz, Gustav-Adolf-Kirche
Der Name der Kirche erinnert an den schwedischen König Gustav Adolf, der 1632 bei Lützen fiel und 1631 in dieser Gegend lagerte. An dieses Ereignis wurde 1840 mit einem Feldstein-Denkmal erinnert, dem sogenannten Schwedenstein. Eine ursprünglich daran angebrachte Gedenktafel ist erhalten und heute im Eingangsbereich der Kirche zu sehen. Sie verweist auch auf den Aufenthalt des schwedischen Kronprinzen Karl Johann, des ehemaligen französischen Generals Bernadotte, im Jahr 1813.
Das Kirchdorf Göritz wurde erstmals 1340 urkundlich erwähnt. Die ursprüngliche Kirche fiel einem Brand zum Opfer. Die heutige Backsteinkirche entstand 1879 im neoromanischen Stil. Kirchenschiff, Apsis und der westlich vorgelagerte Turm bestehen aus rotem Backstein auf einem Feldsteinsockel. Die schlichte Innenausstattung stammt aus der Bauzeit.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Görzig, Evangelische Kirche
Die Kirche in Görzig ist erstmals um 1370 belegt, vom mittelalterlichen Bau sind nur Reste des Turms erhalten. 1706 ließ Hans‑Heinrich von Bodenhausen die Kirche neu errichten. Es entstand ein schlichter rechteckiger Bau mit halbem Achteck nach Osten.
Reparaturen und Erweiterungen erfolgten 1731, 1836/37 und 1866, darunter eine gewölbte Decke, neue Fenster und ein Dach. Unter dem Kirchenschiff befinden sich zwei Gruften aus dem 17. Jahrhundert mit Bestattungen der Familie von Bodenhausen, die wissenschaftlich untersucht wurden.
Der Innenraum ist durch Kanzel, Taufstein von 1585 und ein Epitaph geprägt. Von 2008 bis 2014 wurde die Kirche umfassend saniert. Zum Ensemble gehören der alte und neue Friedhof sowie das Pfarrhaus aus der Zeit nach 1860.
Gramsdorf, Evangelische Kirche
Schon im 10. Jahrhundert bot die 70 Meter hohe Gramsdorfer Erhebung günstige Voraussetzungen zum Bau einer klösterlichen Anlage. Ihre frühe Existenz belegen fünf frühromanische Grabplatten im östlichen Außenbereich der 1899/1900 neu erbauten Kirche St. Petri.
Sie wurdee als einschiffige neogotische Kirche mit Turm und Chor aus Bruchstein und roten Sandsteinelementen an der Stelle des Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Glocke, Tabernakel und romanische Sandsteinplatten mit Stabkreuzen wurden übernommen.
Das Schiff wird von einer Holztonne überspannt, die Orgelempore ruht auf einer Holzsäulenkonstruktion Bei einem heftigen Sturm verlor der schiefergedeckte Turm seine Spitze, in den Folgejahren wurde er wieder instandgesetzt.
Bemerkenswert ist das Altarfenster mit der Darstellung der Befreiung von Petrus aus dem Kerker.
Griebo, St. Johannes
Die Kirche entstand im 12. Jahrhundert und wurde nach Zerstörungen 1653 mit Schiff, Chor und Apsis wieder aufgebaut; die Gemeinde feierte die Wiedereinweihung am Johannistag. Der Turm folgte 1692. 1729 erfolgte ein barocker Umbau mit Mansarddach, größeren Fenstern und Spiegelgewölbe.
Das Innere wurde mehrfach erneuert, zuletzt 1985, als der Altarraum romanische Schlichtheit zurückerhielt und neugotische Einbauten entfernt wurden. Zur Ausstattung zählen ein spätgotischer Flügelaltar des 15. Jahrhunderts, Taufstein und Hostienschrank aus dem Mittelalter sowie mehrere Orgeln, darunter eine Konzertorgel von 1958. Das Geläut besteht aus einer Stahlglocke von 1923 und einer Bronzeglocke von 1747.
Stiftungen der Gemeinde, etwa ein Taufstein aus dem 17. Jahrhundert, prägen das Bild. Umfangreiche Sanierungen sicherten 1998–2000 den Bestand.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Grimme, St. Johannis
Das Gotteshaus in Grimme wurde um 1170 erbaut. Es ist eine typische Dorfkirche in romanischer Staffelung, bestehend aus dem Schiff, einem eingezogenen Chor mit halbrunder Apsis und einem westlichen Querriegelturm.
Einige romanische Fenster sind in ihren Konturen noch gut zu erkennen. Zwischen 1705 bis 1720 wurde das Bauwerk restauriert. Grund war der schlechte Zustand des Daches. Der Turm wurde 1958 restauriert.
Besonders interessant ist das Innere der Kirche; sie wurde 1705-20 neu ausgestattet. In der Apsis wurden für unsere Region sehr seltene Fresken aus dem Barock freigelegt mit den Evangelisten, dem Jüngsten Gericht und Gottvater über dem Altar. Altar (1718) und Kanzel zeigen sehr qualitätvolle Gemälde.
Das Gestühl unter den Emporen trägt noch auf einigen Bänken die Namen der Bürger des 18. Jahrhunderts. Zwei Fenster im Chor zeigen Luther und Melanchthon.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Gröbzig, St. Martin
Eine Kirche bestand in Gröbzig bereits im 12. Jh. und hatte vermutlich die Größe des heutigen Kirchenschiffs. Nach der Sanierung des hölzernen Turms um 1660 wurde die baufällige Maria‑Magdalena‑Kirche 1662 abgerissen.
1670 entstand an gleicher Stelle der Neubau, geweiht dem Hl. Martin. 1847 wurden die Fenster vergrößert, der Chor erhielt Strebepfeiler. Der 45 m hohe Turm mit Zwiebelhaube ist weitgehend ins Kirchenschiff integriert.
Der Innenraum ist einschiffig, mit Holztonnengewölbe und Hufeisenempore. Ausstattung und Chor stammen überwiegend aus dem Jahr 1870. Unter dem Boden liegen drei nicht zugängliche Gruften.
Die Orgel wurde 2003 restauriert. Sie ist eine der größten und schönsten Orgeln in der Region.
Grochewitz, St. Marien
Wie wirken Kirchen auf ihre Besucherinnen und Besucher? Das lässt sich meist nicht in wenigen Worten fassen. Bei St. Marien in Grochewitz dürfte das anders sein. Hier sind “hell” und “freundlich” die passenden Begriffe. Dieser Eindruck entsteht aufgrund der lichtdurchfluteten Apsis und mit dem blauen Himmel voller Sterne.
Das Kreuz, das im Triumphbogen schwebt, stand wohl ursprünglich als Kruzifix auf dem hölzernen Altartisch.
Die Backsteinkirche entstand 1874 bis 1876 dort, wo schon seit dem Mittelalter die Kirche des Dorfes war. Sie wurde im Stil der Neoromanik erbaut.
Die hölzerne Ausstattung aus dem 19. Jahrhundert ist vollständig erhalten. Das Kreuz, das im Triumphbogen schwebt, stand wohl ursprünglich auf dem Altartisch. Sehenswert, aber leider nicht mehr benutzbar ist die Orgel mit spätklassizistischer Dekoration.
Gröna, St. Petri
Nach der Zerstörung Grönas am Ende des Dreißigjährigen Krieges verlagerte sich das Dorfleben rund um Schloss und Pachthof. In diesem Zusammenhang entstand auch die heutige Kirche. Die Grundsteinlegung erfolgte 1702 durch Heinrich David Horst, die Einweihung 1704.
Im 19. Jahrhundert wurde das Bauwerk mehrfach umgestaltet, unter anderem durch eine westliche Erweiterung, die Erhöhung des Turms sowie neue Fenster, Gestühl und Orgel. 1863 wurde Gröna selbständige Pfarrei. Mehrere Sanierungen prägten das 20. und 21. Jahrhundert. Besonders bedeutend ist der spätgotische Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert.
Zur historischen Ausstattung zählen außerdem Glocke, Taufstein und Hostienschrank. Eine Konzertorgel von 1958 ergänzt das wertvolle Inventar. Der Kirchenraum ist hell gestaltet und wird für Gottesdienste, Konzerte und Gemeindearbeit genutzt.
Großbadegast, Evangelische Kirche
Die Kirche geht in ihren Ursprüngen auf das 12. Jahrhundert zurück und war lange eine Stilmischung aus Romanik und Barock. Die mittelalterliche Bruchsteinkirche wurde von 1860 bis 1862 grundlegend im gotisierenden Stil umgestaltet: Die Außenwände wurden begradigt, hohe neugotische Spitzbogenfenster eingebaut, eine Vorhalle an der Südseite ergänzt und die Innenausstattung erneuert.
1914 folgte der Bau des heutigen Westturms, der sich an regionalen mittelalterlichen Quertürmen orientiert und durch Satteldach und Spitzhaube geprägt ist. Das langgestreckte, verputzte Bauwerk besitzt einen polygonalen Ostabschluss, ein hölzernes Muldengewölbe und eine Westempore.
Besonders bedeutend sind der spätgotische Flügelaltar aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die mittelalterliche Glocke, der Taufstein sowie das in der Sakristei eingelassene Tabernakel. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine Konzertorgel von 1958 und zeitgenössische Glasarbeiten von Tony Cragg.
Großpaschleben, Evangelische Kirche
Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der mächtige romanische Westturm der gotischen Saalkirche fällt zuerst ins Auge. Er wurde im 11. Jahrhundert errichtet und ab dem 12. Jahrhundert aufgestockt. Hier läuten drei Bronzeglocken aus dem 13. Jahrhundert im eichenen Glockenstuhl.
Das Schiff wurde im 18. Jahrhundert barock umgestaltet, aus dieser Zeit stammen die zwölf großen Korbbogenfenster.
In der Kirche Großpaschleben ist die Jugendkirche "Plus & Punkt" der Evangelischen Landeskirche Anhalts beheimatet.
Großwirschleben, Evangelische Kirche
St. Bonifatius liegt in rund 30 Meter Höhe auf einem Felsplateau direkt über dem Ufer der Saale. Der aus Natursteinen bestehende, einschiffige und im Kern spätromanische Bau wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt. Erst zwischen 1859 und 1863 wurde er um den schiefergedeckten Turm an der Westfront ergänzt.
Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde die Kirche von Bauern als Getreidelager benutzt.
Ab dem 19. Jahrhundert erfuhr St. Bonifatius mehrere Veränderungen. So wurde der einsturzgefährdete Turm 1842 abgebrochen und an seiner Stelle aus dem vorhandenen Material eine Apsis angebaut. Zwischen 1859 und 1863 wurde der Kirchturm an der Westseite neu errichtet. Eine in Gröna nicht mehr benötigte Orgel wurde 1849 eingebaut.
Die kunsthistorisch bedeutsame Innenausstattung ist im Barockstil gehalten. Ein besonderes Merkmal ist die schlichte Stuckdekoration der Decke.
Großwülknitz, Evangelische Kirche
Die romanische Dorfkirche bei Köthen aus dem 12. Jahrhundert gilt als älteste Kirche der Region. Sie ist auf kreuzförmigem Grundriss aus Bruchstein errichtet und besteht aus Schiff, Querhaus, Chor und Apsis. Ungewöhnlich ist der quadratische Vierungsturm mit Satteldach über der Kreuzung von Langhaus und Querhaus.
Umbauten erfolgten 1775 und im 19. Jahrhundert, dabei wurden das Schiff erweitert, Fenster vergrößert und der Turm erhöht. Der Innenraum wirkt schlicht und archaisch mit Triumphbogen, gemauertem Altar und romanischen Säulen.
Zur Ausstattung gehören ein spätgotischer Taufstein, zwei mittelalterliche Glocken, ein barockes Epitaph sowie eine 1899 erbaute und 2006 restaurierte Orgel. Moderne Bleiglasfenster von Gisela Krell ergänzen den Raum seit 2010/2012. Die Kirche ist Teil des Projekts LICHTUNGEN.
Güntersberge, St. Martini
Die Saalkirche St. Martini wurde nach einem Brand 1856 an Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus zwischen 1859 und 1871 im neoromanischen Stil errichtet. Das Mauerwerk besteht aus Schieferbruchstein mit Backsteineinfassungen.
Der westlich gelegene Turm hat einen quadratischen Grundriss und rundbogige Schallarkaden mit Sandsteinsäulen. Das Nordportal wird von einer barocken Portalädikula des Vorgängerbaus gerahmt, der Chor schließt apsidal.
Renovierungen erfolgten in den 1930er und 1970er Jahren; das Dach wurde 2010 neu mit schwarzen Tonziegeln gedeckt. Das Innere besitzt eine bemalte Balkendecke, eine hufeisenförmige Sänger- und Orgelempore sowie eine Orgel von Carl Voigt.
In der Kirche befindet sich der Grabstein des 1523 verstorbenen letzten katholischen Geistlichen.
Güsten, St. Vitus
Die Kirche St. Vitus ist eine nachgotische Saalkirche, die 1591 als eines der ersten Kirchenbauwerke nach Einführung der Reformation in Anhalt errichtet wurde. Sie besitzt einen dreiseitigen Ostschluss, einen quadratischen Westturm mit barocker Haube sowie äußere Strebepfeiler, jedoch kein inneres Gewölbe.
Ein Renaissanceportal an der Südseite verweist auf den Förderer Curt von Börstell. Mehrere Umbauten und Renovierungen prägten das Bauwerk, darunter 1802, 1869, 1884 und 1915.
Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Westportal eine als Ehrenmal gestaltete Tür. Seit 1990 wurde der Innenraum restauriert. Dabei wurde die Ausmalung unter Beibehaltung der Konzeption aus dem Jahr 1915 erneuert.
Die Kirche ist denkmalgeschützt und beherbergt wertvolle Ausstattungsstücke aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.
Güsten-Osmarsleben, St. Johannis
Die Kirche wurde 1893 erbaut und prägt bis heute das Ortsbild. An der Westseite des Gebäudes befindet sich ein in das Kirchenschiff einbezogener Turm mit einem achtseitigen Spitzhelm.
Die Ostseite schließt mit einer halbrunden Apsis ab, die ebenso wie der Ostteil der Kirche im Jahr 1893 entstand. Dabei blieb die ursprüngliche Breite des historischen Kirchenschiffs erhalten.
Der Zugang erfolgt über ein rundbogiges Portal an der Südseite. Dort sind zwei historische Säulen erhalten: Die östliche Säule ist achteckig und mit einem Maskenkapitell versehen, die westliche besitzt einen gedrehten Schaft und ein Palmettenkapitell.
Ebenfalls an der Südseite liegt die aus verputzten Ziegelsteinen errichtete Sakristei. Besonders hervorzuheben ist eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1618.
Harzgerode, St. Marien
Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Ende des 17. Jahrhunderts machte ihr baulicher Zustand einen Neubau erforderlich. Aus dieser Zeit stammen die reiche Innenausstattung mit drei Emporen sowie der von Fürst Wilhelm errichtete Fürstenstuhl, der die gesamte Ostseite einnimmt und mit Darstellungen des Fürsten und seiner beiden Gemahlinnen geschmückt ist.
Neben der Kanzel befinden sich regionale Bilddarstellungen zum Bergbau und zur Silberverhüttung. Unter dem Turm liegt ein Gewölbe mit den Grabstätten Fürst Wilhelms und seiner ersten Gemahlin Elisabeth Albertine.
Die Kirche überstand die Weltkriege weitgehend unbeschadet, verlor jedoch ihre Glocken. Eine umfassende Sanierung begann in den 1980er Jahren.
Im evangelischen Gemeindezentrum, schräg gegenüber der Stadtinformation, können Kirchen- und Turmführungen angemeldet werden.
Hecklingen, Basilika St. Georg und St. Pancratius
Die Basilika St. Georg & St. Pancratuis in Hecklingen gehört zu den Höhepunkten der Straße der Romanik. Das um 1150 errichtete Bauwerk zählt zu den besterhaltenen Kirchen der Spät- und Hochromanik.
Das Gotteshaus ist eine kreuzförmige, dreischiffige Kirche. Der quadratische Schematismus, besonders im gebundenen System betont der Stützenwechsel die geometrische Struktur des Gebäudes. Kapitelle, Ornamente und Reliefs präsentieren eine entwickelte Spätromanik.
Die Stuckengel in der Klosterkirche Hecklingen sind einzigartig. Der kunsthistorisch herausragende, ästhetisch berührende und geistlich ansprechende Engelszyklus im Langhaus der Hecklinger Basilika ist bereits mehr als 800 Jahre alt.
Die Engel haben - bestehend aus zartem Gipsstuck - acht Jahrhunderte, verhinderte Bilderstürme und verschiedene politische Phasen heil überstanden.
Hinsdorf, Evangelische Kirche
Im Jahr 1401 wurde der Ort Hinsdorf erstmals urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert bauten sich die Hinsdorfer ihre erste Kirche, um von Quellendorf unabhängiger zu werden.
Im 18. Jahrhundert kam es zu einer umfassenden Vergrößerung der Dorfanlage. Es siedelten sich unterschiedliche Gewerke an und die Bevölkerungszahl stieg von 100 Einwohnern im Jahre 1547 auf ca. 450 Einwohner an.
Das Gotteshaus in seiner heutigen Form wurde 1878/79 neu errichtet. Im Jahre 2008 erfuhr der Turm eine grundsätzliche Sanierung und erhielt seine vier Sandsteinobelisken zurück, die dem Turm das Gepräge geben.
Die Backsteinkirche besticht durch ihren hellen freundlichen Innenraum.
Hohenerxleben, St. Petri
Die Kirche wurde 1802 gebaut. Das Innere wird von einer flachen Decke überspannt. Im Schiff befindet sich eine dreiseitige Empore, sowie an der Südseite eine Patronatsloge.
Die Sandsteintaufe mit sechseckigem Becken stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Als Verzierungen finden sich Engelsfiguren und szenische Reliefs am Becken.
Bemerkenswert sind die figürlichen, sehr plastisch gestalteten Grabsteine für die 1620 verstorbene Catharina von Krosigk und ihren 1630 verstorbenen Ehemann Gebhard Friedrich von Krosigk.
An der Südseite der Kirche befindet sich ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Daneben wird mit einem Kreuz und dem Schriftzug "Treue um Treue" den Opfern des Zweiten Weltkriegs gedacht.
Hohenlepte, Dorfkirche
Die Kirche wurde 1308 erbaut. Rund 400 Jahre später drohte dem Kirchturm der Verfall, sodass 1734 ein barocker Turm mit Zwiebeldach entstand. Die Baukosten von 650 Reichstalern trug größtenteils die Gemeinde.
Nach etwa 200 Jahren war erneut eine Sanierung nötig, die unter anderem durch Spenden der Bauern finanziert wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt, später jedoch wieder instand gesetzt.
Wegen anhaltender Feuchtigkeitsschäden wurde 1976 das Dach des Kirchenschiffs abgetragen. 2001 erfolgte eine umfassende Turmsanierung mit Fördermitteln und Spenden.
Zur Ausstattung gehören ein Taufstein aus dem 14. Jahrhundert, ein Altargemälde von 1788 und eine Altarplatte von 1871.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Hohnsdorf, St. Walpurgis
Die Evangelische Kirche St. Walpurgis stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 18. Jahrhundert barock überformt.
Da die Kirche bis auf die Emporen ihre gesamte historische Ausstattung aus der Barockzeit verloren hat, bestimmten die neuen farbenprächtigen Fenster von Thomas Kuzio von 2016 das Raumbild in besonderer Weise. Sie entstanden im Rahmern des Projekts LICHTUNGEN.
Die Fenster zeigen die stark verästelte und verzweigte lineare Formensprache dieses Künstlers, wobei die aufgetragene Schwarzlotmalerei intensive Farbkerne umschließt, getragen von einem ruhig strahlenden Grund weißopaker Gläser, der zu den dramatischen Formen der Malerei in einem eindrucksvollen Kontrast steht.
Horstdorf, Evangelische Kirche
Der Turm der alten Hortsdorfer Kirche stürzte zu Pfingsten 1835 während des Läutens ein, vermutlich wegen der Last des Glockenturms. Eine neue Kirche entstand erst 1870–1872 und wurde am 14. März 1872 eingeweiht.
Hundert Jahre später, 1972, erfolgte die Entwidmung und Nutzung als Möbellager. 1995 begann mit Unterstützung der Kommune Horstdorf und des Vereins »Unter einem Dach« die umfassende Restaurierung.
Am 7. Dezember 1996 (Zweiter Advent) wurde die Kirche wieder in Dienst genommen. 2001 verkleinerte man den Gottesdienstraum und schuf einen multikulturell nutzbaren Raum; zugleich wurde die Fassade saniert. Eine gebrauchte Orgel der Firma Reinhard Adam aus Halle/Saale wurde eingebaut und 2009 von der Orgelbaufirma Zimmermann grundlegend überholt.
Die Kirche gehört zu den Gartenreichkirchen.
Hoym, St. Johannes
Die Kirche St. Johannes in Hoym zählt zu den markantesten Bauwerken des Ortes und ist von einem parkähnlichen Gelände mit hohen Bäumen umgeben.
Das ursprünglich romanische Gotteshaus wurde um 1471 im Stil der Spätgotik umgestaltet und im 19. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Weitere Sanierungen erfolgten zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie ab 2010 zur Erhaltung der historischen Bausubstanz.
Von besonderer Bedeutung ist das Naturschutzprojekt der sogenannten „Vogelkirche“: Bei der letzten Turmsanierung wurden Einfluglöcher und Nistkästen integriert, wodurch die letzte Dohlenkolonie der Region erhalten werden konnte.
Im Inneren der Kirche befindet sich zudem ein Altarbild aus der Schule des Renaissance-Malers Lucas Cranach.
Hundeluft, St. Bonifatius
Die Kirche wurde 1742 bis 1746 vom Zerbster Hofbaumeister Johann Christoph Schütze im Auftrag des Fürsten Johann August von Anhalt-Zerbst errichtet.
Im Inneren gibt es keine Dekoration. Umlaufende Emporen umschließen den Raum bis fast zum Altarbereich. Auf diese Weise ist hier das Ideal eines Kirchenbaus für den reformierten Glauben verwirklicht.
Die Orgel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde 1993 restauriert und wird oft für Konzerte genutzt.
Den Taufstein hat 1922 der Dessauer Rechtsanwaltes Niemann gestiftet. Das dazugehörige Taufbecken stifteten die Konfirmanden desselben Jahrganges.
Die Bronzeglocke stammt aus dem Jahr 1835. Die Kirchturmuhr stammt noch aus der Bauzeit und wird täglich aufgezogen.





























