EVANGELISCHE FRAUEN IN ANHALT

Die Wurzeln der Arbeit mit Frauen liegen in der Tradition der Frauenhilfe. Sie fördert ehrenamtlich arbeitende Frauen und unterstützt Frauen in den Gemeinden und Kirchenkreisen, indem sie frauenspezifische Themen aufgreift.
In jedem Kirchenkreis gibt es ehrenamtliche und hauptamtliche Beauftragte, die gemeinsam mit der Leiterin den Landesausschuss für die Arbeit mit Frauen bilden.
Der Jahresplan enthält von den Veranstaltungen zum Weltgebetstag über Buchlesungen und Workshops bis zu Frauengottesdiensten unterschiedliche Angebote.

WageMUT
Vier Wochen Exerzitien im Alltag
Exerzitien im Alltag bieten Zeit und Gelegenheit, auf einem spirituellen Übungsweg unterwegs zu sein.
Mut beginnt mit Träumen. Wir träumen uns in die Verheißungen Gottes hinein – Quellen des Mutes. Sie können Zukunft und Hoffnung schenken. Wir schauen auf Menschen, die in Schwierigkeiten und Gefahren mutig geblieben sind. Gottes Kraft hat sie aufgerichtet.
Wir schauen auf Zumutungen, die das Leben mit sich bringen kann. Neuer Mut kann uns zuwachsen. Wir hören, wie Gott uns ermutigt, uns etwas zuzutrauen. Wir halten Ausschau, was wir in unser Leben mitnehmen können an mutmachendem Proviant. Wir wagen Mut.
Rückblicke

Geschichte

Um der wirtschaftlichen Not Ende des 19. Jahrhunderts zu begegnen, schlossen sich 1899 mehrere karitative Frauenvereine zur Evangelischen Frauenhilfe zusammen. Auch in Anhalt entstanden darauf Frauenhilfen, 1924 wurde – mitten in der Weltwirtschaftskrise – der Landesverband gegründet. Erste Vorsitzende war Margarete Pfennigsdorf.
Zu Beginn unterstützte die Frauenhilfe vor allem Frauen in Notsituationen, doch war sie auch eine „Gebets- und Arbeitsgemeinschaft unseres Gottes“ (Margarete Pfennigsdorf). Dahinter stand die feste Überzeugung, dass eine intakte Familie der Kitt für die Gesellschaft sei und den Frauen dabei eine besondere Rollen zukomme. In der NS-Zeit wurde das soziale Arbeitsfeld der Frauenhilfen bald durch nationalsozialistische Gruppen okkupiert. Sie waren nun vor allem für die Unterstützung von Müttern zuständig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg betreute die Anhaltische Frauenhilfe in erster Linie Flüchtlinge und andere Kriegsopfer. Nach dem Mauerbau wurde in Anhalt der Sinn der Frauenhilfe in ihrer bisherigen Form zunehmend in Frage gestellt, die Stärkung des Glaubens im atheistischen Kontext trat in den Vordergrund. Im Mittelpunkt stand jetzt die ganze Familie, die evangelische Frauenhilfe wurde in „Frauen- und Familienarbeit“ umbenannt. In der anhaltischen Landeskirche war auch die Arbeit mit Behinderten von Bedeutung.
In den 70er Jahren traten die Themen feministische Theologie, Gerechtigkeit und Frieden in den Vordergrund. Nach der Wende wurden verstärkt arbeitslose Frauen in Projekte einbezogen, die „Frauen- und Familienarbeit“ kooperiert mit kommunalen und anderen Trägern. Auch Angebote für ältere Menschen nehmen einen wichtigen Raum ein, zudem die Arbeit mit Migrantinnen u.a. aus der ehemaligen Sowjetunion. Jährlich organisiert die Frauen- und Familienarbeit, die Teil der Evangelischen Landeskirche Anhalts ist, Veranstaltungen zum ökumenischen Weltgebetstag.
Gebet & Theologie

Wie eine Mutter tröstet
Gebet mit Bezug zu Jesaja 66,13:
Gott sagt: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“
von Doris Joachim,
Referentin für Gottesdienst im Zentrum Verkündigung der EKHN
Lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht.
In diesen Tagen.
Wo alles so anders ist.
So durcheinander.
Wo die Sonne lacht
und wir die Freude vergessen.
Wo die Natur neues Leben hervorbringt
und wir in Ängsten sind.
Tröste uns, wie eine Mutter tröstet.
Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Alten in den Pflegeheimen,
die wir nicht mehr besuchen dürfen wie sonst.
Und den Kranken,
die meist ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind.
Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen
und die Einsamkeit fürchten.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.
Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Kindern, die die Sorge der Erwachsenen spüren.
Den Jugendlichen, für die Ruhe halten so schwer ist.
Den Eltern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen.
Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.
Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Menschen, die sowieso schon am Ende ihrer Kräfte sind.
In den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo.
In den giechisch-türkischen Grenzgebieten.
Und lass dir erzählen von den vielen Menschen, dort und hier,
die helfen und nicht müde werden.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.
Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus.
Der uns umhüllt.
Und Segen dazu.
Der uns immun macht
gegen die Panik.
Sage zu unserem ängstlichen Herzen:
„Beruhige dich.“
Sprich zu unserer verzagten Seele.
Und noch dazu und allem zum Trotz:
Gib uns die Freude wieder.
An der Sonne.
An der aufbrechenden Natur.
An den Menschen, die wir lieben.
An dir, du Gott des Lebens.
Damit wir mutig durch diese Zeit gehen.
Amen.
Ansprechpartnerinnen

Leiterin und Beauftragte im Kirchenkreis Zerbst
Große Marktstr. 9
06862 Dessau-Roßlau OT Roßlau
Telefon: 034901 / 949338

Beate Siegert
Beauftragte im Kirchenkreis Köthen

Agnes-Almuth Griesbach
Beauftragte im Kirchenkreis Zerbst

