21.04. 2026

Anhaltspunkt: Ständchen zum Jubiläum

von Ina Killyen 

Der Countdown läuft: nur noch wenige Tage bis zum Finale des European Song Contest 2026. In diesem Jahr ist Wien der Austragungsort. Sind Sie dabei vor dem Bildschirm? Mit Freunden und Snacks? Das ist fein, aber – ich gebe es offen zu - noch schöner finde ich es, Musik selbst zu machen. Denn wer das tut, wird Teil eines Ganzen, das größer ist als man selbst. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat gesagt: „Musik ist die einzige Kunst, durch die man sein Ego verlieren kann." 

Besonders eindrücklich erlebe ich das, wenn ich mit anderen singe. Gemeinsam können wir unsere eigene Stimme vervielfachen, bilden einen Klangkörper, der vermag, was niemand allein schafft. Wenn ich im Chor singe, dann freue ich mich darauf, mal neben dieser, mal neben jener Person zu stehen, mal Hilfe leistend, weil ich den richtigen Ton finde. Mal auch Hilfe suchend. Es gefällt mir aber auch, Quatsch zu machen, jemandem auf der anderen Seite zuzulächeln und manchmal murmelnd meinen Unmut kundzutun. 

Singen findet zwar im Hier und Jetzt statt, doch es verbindet zugleich Vergangenheit und Zukunft. In der Musik lösen sich Zeitgrenzen auf, denn kaum ist ein Ton verklungen, wird er schon zur Erinnerung – während wir auf den nächsten warten, der noch nicht angestimmt wurde. Wenn ich selbst musiziere, erfahre ich: Musik ist flüchtig, vergänglich, endlich. Und sie lädt uns ein auf eine höheren Bewusstseinsebene. Vielleicht wird die Fernsehübertragung auch zu diesem 70. Jubiläum des ESC deshalb mit einem „Wort zum Sonntag“ beginnen. Ein geistlicher Moment der Besinnung vor dem musikalischen Fest der Völker. 

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Ina Killyen, Pfarrerin Ev. Kirchengemeinden an Mulde und Fuhne

Was dann kommt, ist Begegnung und Gemeinschaft. Völkerverständigung ganz praktisch. Der Wettbewerb möchte Menschen - über alle Grenzen hinweg durch Musik – miteinander verbinden. So werden Brücken gebaut zwischen Kulturen und Ländern, auch wenn in diesen turbulenten Zeiten immer wieder die Politik hineinregiert in die Welt der Musik. Das Ziel bleibt seit 70 Jahren gleich: Im friedlichen Wettstreit ein Loblied auf die Musik und die Gemeinschaft zu singen. Wann haben Sie das letzte Mal gesungen? Nicht nur unter der Dusche meine ich, sondern mit anderen zusammen. Friedlich, fröhlich. Proben Sie ruhig schon mal. Noch ist Zeit bis zum großen Finale am 16. Mai.

21.04. 2026

Klimapolitik sozial gerecht gestalten – aber wie? 

Vortrag und Diskussion mit der Klimaforscherin Dr. Brigitte Knopf im Umweltbundesamt Dessau am 23. April, 19:00

Wie kann Klimaschutz gelingen, ohne soziale Ungleichheiten weiter zu verschärfen? Dieser Frage geht die Klimaforscherin Dr. Brigitte Knopf am Donnerstag, 23. April 2026, beim Dessauer Abend im Umweltbundesamt in Dessau nach. Beginn der kostenfreien Veranstaltung ist um 19.00 Uhr.

Klima- und Umweltpolitik sind eng mit sozialen Fragen verknüpft. Hitze, Extremwetter, Lärm oder Luftverschmutzung treffen vor allem Menschen mit geringeren Einkommen. Gleichzeitig belasten steigende Energiepreise und Kosten für Umweltauflagen viele Haushalte überproportional. Laut Dr. Knopf hat die Klimapolitik der vergangenen Jahrzehnte deshalb soziale Schieflagen teilweise verschärft – und müsse künftig deutlich gerechter ausgestaltet werden.

In ihrem Vortrag skizziert die Direktorin des Berliner Forschungsinstituts Zukunft KlimaSozial zentrale Eckpfeiler einer sozial gerechteren Klima- und Umweltpolitik. Dazu zählen etwa eine zielgenauere Ausgestaltung von Förderprogrammen sowie die Rückerstattung von CO₂-Einnahmen an die Bevölkerung, zum Beispiel in Form eines sogenannten Klimagelds. Nur wenn Klimapolitik als fair wahrgenommen werde, könne sie langfristig gesellschaftliche Akzeptanz finden.

Ein Grußwort spricht Dr. Jeremias Herberg, Leiter des Präsidialbereichs des Umweltbundesamtes. Die anschließende Diskussion moderiert Jörg Göpfert von der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Evangelischen Akademie Sachsen‑Anhalt, der Evangelischen Erwachsenenbildung Anhalt und des Umweltbundesamtes.

Termin: Donnerstag, 23. April 2026, 19.00 Uhr
Ort: Umweltbundesamt, Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau‑Roßlau
Eintritt: frei

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Dr. Brigitte Knopf

Dr. Brigitte Knopf war bis September 2025 Mitglied des Expertenrats für Klimafragen der Bundesregierung und zählt zu den profiliertesten Stimmen für eine sozial gerechte Ausgestaltung der Klimatransformation in Deutschland.

17.04. 2026

„Angedacht“ von Martin Olejnicki 

19. bis 25. April bei MDR Sachsen-Anhalt

Frösche beim Karneval und Orte, an denen man sich heimisch fühlt, das sind nur zwei Themen, denen sich Martin Olejnicki in seiner nächsten Staffel "Angedacht" widmet. Sie wird vom Sonntag, 19. April bis Samstag, 25. April bei MDR Sachsen-Anhalt zu hören sein. Die Gedanken zum Tage werden werktags 5.50 Uhr und 9.50 Uhr gesendet, am Wochenende 8.50 Uhr. Außerdem stehen die Beiträge in der App des Senders und als Podcast zur Verfügung. Dort kann man dann auch hören, warum sich Martin Olejnicki Gedanken über kleine Eselchen und Kirschbäume macht und welche Erkenntnisse er über einen Haufen Stöcke vor seiner Haustür sammelt. In der Folge vom Dienstag, den 21. April spricht er über einen Kerzenleuchter, der mal eine Patronenhülse war. Abgefeuert im Krieg in der Ukraine, bemalt von einer Künstlerin mit Mohnblumen. Der Kerzenleuchter soll zeigen, dass man mit Pinsel und Farbe, mit Fantasie und Geduld, mit Hoffnung und Händen aus etwas Furchtbarem etwas Neues machen kann.

Hier finden Sie die Texte der "Angedacht"-Beiträge. 

Hier finden Sie weitere Informationen über Kirche und Religion im MDR

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Der Köthener Pfarrer Martin Olejnicki im MDR Studio Dessau

18.04. 2026

Dr. Jan Brademann ist neuer Präses 

Die Synodalen der Evangelischen Landeskirche Anhalts haben die Frühjahrssynode beendet

Mit der Wahl von Dr. Jan Brademann ist die Frühjahrssynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts zu Ende gegangen. Der Archivar der Landeskirche und bisherige Beisitzer des Präsidiums erhielt 31 Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Brademann hatte die Synode bereits kommissarisch geleitet. Der frühere Präses, Andreas Köhn, hatte wenige Wochen zuvor das Amt aus beruflichen Gründen niedergelegt. Im Gottesdienst am Morgen war er offiziell verabschiedet worden.

Brademann war einziger Kandidat. Nach seiner Wahl sagte er: “Die Strategie Anhalt 2035 braucht nun ein Prozessdesign, klare Zuständigkeiten und Fristen sowie eine Analyse der bestehenden und künftigen Aufgaben von Kirche.“ Die jetzt anstehenden Prozesse und Veranstaltungen zielen immer auch darauf, dass "wir als Landeskirchengemeinde zusammenkommen, dass wir uns fröhlich unseres Glaubens versichern und unseren Zusammenhalt stärken." Es gehe außerdem darum, "dass wir gemeinsam mit vielen anderen Menschen Ja sagen zu diesem wundervollen Land, seiner Geschichte und Kultur und vor allem auch der Freiheit und der Solidarität, auf denen es steht und auf denen es weiter gedeihen wird.“

Zuvor hatten die Synodalen einmütig Änderungen am Gewaltschutzgesetz beschlossen. So ist unter anderem die Einrichtung einer unabhängigen Anerkennungskommission gemeinsam mit der EKM und der Diakonie vorgesehen. Sie soll Betroffenen, die sexualisierte Gewalt durch Mitarbeitende erfahren haben, Unterstützung anbieten.

Wie am Vortag war die Strategie Anhalt 2035 ein Thema. Heute standen die Kirchenimmobilien im Mittelpunkt. Pfarrerin Bärbel Spieker vom Strategieausschuss stellte einen Überblick und erste strategische Überlegungen vor. Die Synode stimmte einem Pilotprojekt zu, das, vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeinden, im Verbund Bernburg Nordwest realisiert werden soll. Dabei geht es um eine fundierte Bestandsaufnahme und um die Entwicklung von Kriterien für die Zukunft von anhaltischen Kirchenimmobilien.

Die Synode beauftragte den Verfassungs- und Rechtausschuss, einen Vorschlag für die Änderung der Verfassung vorzulegen. Dabei geht es um die Einführung eines "Erprobungsartikels", der im Transformationsprozess befristete Abweichungen von verfassungs- und einfachgesetzlichen Regelungen ermöglicht. Bei der Herbstsynode sollen entsprechende Vorschläge dargelegt und diskutiert werden. Der Beschluss wurde mit zwei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen angenommen.

Zum Abschluss der Synode lud der neue Präses zum Kirchentag in Dessau ein, den die Landeskirche kurz vor der Landtagswahl für den 30. August plant.

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Beifall für den neuen Präses: Dr. Jan Brademann

Der Historiker und Archivar Dr. Jan Brademann ist verheirateter Familienvater. Er wurde 1977 in Wolfen geboren.  Brademann studierte Geschichte in Halle/Saale und Caen. Er promovierte in Münster.  Seit 2019 ist er Leiter des Archivs der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Brademann ist Autor, Herausgeber und Rezensent zahlreicher geschichtswissenschaftlicher Fachveröffentlichungen mit dem Schwerpunkt der Kirchengeschichte Anhalts. Seit 2015 ist er ordentliches Mitglied der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt.

Der frühere Präses Andreas Köhn wurde am Morgen im Rahmen eines Gottesdienstes verabschiedet. Er hatte das Amt aus pruvaten Gründen niedergelegt. 

17.04. 2026

Die Frühjahrssynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts tagt in Dessau

Intensive Beratungen und Diskussionen über das Gewaltschutzgesetz und die Zukunftsstrategie

Die Synodalen der Evangelischen Landeskirche Anhalts haben am ersten Tag ihrer Beratungen intensiv das Thema Gewaltschutz diskutiert. So wurde die Kirchenleitung damit beauftragt, ein Rahmenschutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt für die Rechtsträger und Einrichtungen der Evangelischen Landeskirche Anhalts vorzulegen. Dieses Schutzkonzept soll dann auf der Herbsttagung beraten und beschlossen werden. In diesem Zusammenhang sollen auch die landeskirchlichen Personalakten im Hinblick auf sexualisierte Gewalt analysiert werden. 

Zuvor hatten die synodalen Ausschüsse ihren aktuellen Arbeitsstand bei der Umsetzung der Strategie "Anhalt 2035" vorgestellt. Das Strategiepapier sei in der Landeskirche positiv aufgenommen worden, bilanzierte Dr. Jan Brademann, als Vorsitzender des Sonderausschusses. Klärungen und weitere Diskussionen seien in strittigen Punkten aber noch nötig. So müsse noch geklärt werden, wie Ehrenamtlichen eingebunden werden. Zu den kontroversen Fragen gehöre auch die Zentralisierung und das Gebäudemanagement. Es gäbe Sorgen und Ängste in den Gemeinden, die ernst genommen werden müssten, so Brademann. Man sei ins Gespräch gekommen. So sein erstes Fazit. 

Als Gast der Synode hatte Hermann Lorenz, der Präsident der Landesynode der Evangelischen Kirche der Pfalz zu Beginn ein Grußwort gehalten. Auch die Partnerkirche der Landeskirche Anhalts steht vor einem Reformprozess. Auch in der Pfalz sind Verfassungsänderungen und Kirchenreformgesetze auf den Weg gebracht worden, so Lorenz. So sollen etwa die 15 Kirchenbezirke bis Januar 2029 zu vier großen Kirchenbezirken zusammengefügt werden. Hermann Lorenz hat sich angeboten, den Synodalen in Anhalt bei ihrem Reformprozess beratend zur Seite zu stehen.

Am Nachmittag standen Führungen und ein öffentlicher Vortrag auf dem Programm. Am Sonnabend geht die Synode weiteren Beratungen zum Strategiepapier und zu Kirchenimmobilien, sowie der Wahl eines neuen Präses weiter.

Hier finden Sie die vorläufige Tagesordnung und den vorläufigen Zeitplan.

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Dr. Jan Brademann stellte einen Zwischenbericht zum Strategieprozess "Anhalt 2035" vor

Dr. Marlene Kowalski von der Landeskirche Hannover stellt verschiedene Studien zum Thema sexuslisierte Gewalt vor.

17.04. 2026

Die Frühjahrssynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts hat begonnen

Die Synodalen beraten zwei Tage lang in der Auferstehungskirche Dessau

In der Dessauer Auferstehungskirche hat heute die Frühjahrssynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts begonnen. Die Beratungen werden bis Samstagnachmittag dauern. In seiner Eröffnungsrede erklärte der kommissarische Präses, Dr. Jan Brademann, es sei wichtig aus den Erfahrungen der Geschichte zu lernen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Brademann sagte: "Vergangenheit, Zukunft, Ewigkeit – in der Gegenwart dieser Synode fließen diese Dimensionen in allen Themen zusammen, denen wir uns widmen.“ Die Synode werde zurückschauen auf sexualisierte Gewalt in der Kirche, die verschwiegen worden ist und künftig EKD-weit besser verhindert werden soll.

Darüber hinaus hob der kommissarische Präses einen Besuch des Bauhauses am Freitagnachmittag hervor: „Wir werden uns das Bauhaus ansehen und auch in diesem Zusammenhang etwas über die Verstrickungen unserer Kirche in Schuld erfahren.“ Der dritte Schwerpunkt ist der Strategieprozess Anhalt 2035. Dr. Brademann erläuterte, dass bei diesem Thema die Zukunftsdimension am stärksten ausgeprägt sei, aber eben auch viele verschiedene Vergangenheiten zu bewältigen seien. „Entscheidend ist dabei, dass wir eines Geistes werden," sagte Dr. Brademann zur Eröffnung der Synode.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt ist die Wahl eines neuen Präses. Der frühere Amtsinhaber Andreas Köhn war vor einigen Wochen aus privaten Gründen zurückgetreten. Im Rahmen der Synode wird es am Freitag, 17. April um 17 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Bauhausgebäude geben. Darin geht es um die anhaltische Landeskirche in den Jahren zwischen 1918 und 1933.

Hier finden Sie die vorläufige Tagesordnung und den vorläufigen Zeitplan.


Die Landessynode

Die Synode besteht aus 32 von den Ältesten der Kirchenkreise gewählten sowie sechs von der Kirchenleitung berufenen Synodalen, zwei davon sind Jugendsynodale. Sie treffen sich in der Regel zwei Mal im Jahr zu Tagungen, dazwischen arbeiten die Synodalen in Ausschüssen. Eine Legislaturperiode dauert sechs Jahre.

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.
16.04. 2026

Im Sog des Kulturkampfs. Die anhaltische Kirche zwischen 1918 und 1933

Öffentlicher Vortrag im Bauhaus Dessau (17.04.2026, 17 Uhr) 

Im Rahmen der Frühjahrsynode lädt die Landeskirche zu einem öffentlichen Vortrag ein. Er findet Freitag, 17. April, 17 Uhr in der Aula des Bauhauses Dessau statt. Dr. Jan Brademann, Landeskirchenarchivar und Historiker, beleuchtet darin die Rolle der Landeskirche in der politisch und gesellschaftlich hochgradig polarisierten Zeit der Weimarer Republik.

Im Mittelpunkt stehen die Spannungen zwischen demokratischer Neuordnung nach 1918 und den tief verwurzelten nationalprotestantischen Traditionen der Kirche. Der Vortrag zeigt, wie sich Teile der Kirche zunehmend in einem „Kulturkampf“ gegen Säkularisierung, Sozialismus und gesellschaftliche Modernisierung positionierten – und welche Folgen dies für ihr Verhältnis zur Republik und schließlich zum Nationalsozialismus hatte.

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Zeitung aus dem Jahr 1925 aus dem Archivbestand der Landeskirche.

So wird deutlich, dass die Entwicklungen von 1933 nicht plötzlich „von außen“ über die Kirche kamen, sondern in längeren ideologischen und politischen Prozessen vorbereitet wurden. Der Vortrag bietet damit eine differenzierte Perspektive auf die Wechselwirkungen von Religion, Politik und Gesellschaft in einer entscheidenden Phase deutscher Geschichte.

Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen.

14.04.2026

Hella De Santarossa in Wertlau

Zuwachs bei der Engelschar

Die Engelschar in der Kirche in Wertlau hat Zuwachs bekommen: Zwei neue Kunstwerke der Berliner Künstlerin Hella De Santarossa erweitern das bereits bekannte Engelensemble, das bundesweit Aufmerksamkeit erregt hat. Mit der feierlichen Fensterpräsentation im Gottesdienst am 12. April um 17 Uhr stellte die Kirchengemeinde die jüngsten Ergänzungen der Öffentlichkeit vor.

Bereits 2014 sorgte der erste „Wertlauer Engel“ bei der Landesausstellung Glanzlichter im Naumburger Dom für großes mediales Echo. 2023 folgte ein zweiter Engel mit Posaune. Nun vervollständigen zwei weitere gläserne Engel das Engelquartett im Chorraum der Kirche. Die neuen Fenster wurden in den DERIX Glasstudios Taunusstein gefertigt und ersetzen marode Vorgängerfenster.

Die Künstlerin Hella Santarossa war zur Präsentation persönlich anwesend, ebenso Rainer Schmitt, Geschäftsführer der Derix Glasstudios. Auch der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann erfreute sich an den neuen Wertlauer Fenstern. 

Die Wertlauer Kirche gehört zum Projekt "Lichtungen".

12.04. 2026

"Sportie" und Post von der Algarve

Pfarrer Lutz-Michael Sylvester hat einer dritten Klasse einer deutschen Schule in Portugal geholfen

Die Lehrerin einer 3. Klasse der Deutschen Schule an der Algarve meldete sich, um sich nach einem Storch zu erkundigen, der kürzlich in Luso eingeflogen ist. Die Kinder haben seine Reise von Afrika bis nach Luso mit Hilfe eines vom NABU angebrachten Senders mitverfolgt. Pfarrer Lutz Michael Sylvester hat nun den Kindern eine Antwort geschickt und Fotos vom Storch "Sportie" mitgeliefert.  Grüße aus Anhalt und von der Lusoer Gesangbuchkirche kamen sehr gut an.

Liebe Schülerinnen und Schüler der Klasse 3 an der Algarve, liebe Linda Krüger,

„Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja.“ Mit diesem altkirchlichen Ostergruß grüße ich euch recht herzlich aus Zerbst/Anhalt in Deutschland. Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Lutz-Michael Sylvester. Ich bin evangelischer Pfarrer oder Pastor in Zerbst und betreue 14 protestantische Kirchen rund um die Stadt. Auch die Kirche in dem kleinen Dorf Luso gehört dazu. Luso hat rund 80 Einwohner und seit Kurzem einen Zuzug durch den Storch „Sportie“.

Eure Lehrerin hat mir berichtet, dass ihr die Reise von „Sportie“ aufmerksam verfolgt und begleitet habt. Was die Störche jedes Jahr leisten, ist wirklich erstaunlich. Ich finde das wirklich faszinierend. Schön, dass ihr diesem beeindruckenden Naturschauspiel eure Aufmerksamkeit schenkt. Bleibt weiter neugierig! In Gottes Schöpfung gibt es so viel Spannendes zu entdecken.

Ich habe für euch ein paar Fotos vom Storch und von der Kirche Luso gemacht. Die schicke ich euch, damit ihr sehen könnt, wie es ihm geht und wo „Sportie“ jetzt Quartier bezogen hat. Er hat sich ein ruhiges Dörfchen mit viel Natur drum herum ausgesucht. Vielleicht ist er ja ein Freund der Kirchenmusik, denn die Lusoer Kirche ist eine Themenkirche, die sich dem Thema „Gesangbuch“ widmet. In der Gesangbuchkirche Luso werden zahlreiche Gesangbücher gesammelt und aufbewahrt. Auch hiervon schicke ich euch ein Foto, damit ihr einen Eindruck davon bekommt.

Ich grüße euch herzlich, 

Euer Lutz-Michael Sylvester - Pfarrer
 

Ein Storch sitzt auf einem Nest auf einem Strommast unter klarem Himmel.

Storch "Sportie" auf seinem Horst in Luso 

Das Schreiben der Lehrerin der 3. Klasse:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Linda Krüger, und ich bin Grundschullehrerin an der Deutschen Schule Algarve in Portugal. Derzeit unterrichte ich eine dritte Klasse, mit der wir uns im Sachunterricht intensiv mit dem Thema Störche beschäftigen.

Im Rahmen unseres Unterrichts verfolgen wir über die NABU-Seite „Die Reise der Störche“ verschiedene besenderte Tiere auf ihrem Zugweg. Aktuell beobachten wir unter anderem den Storch „Sportie“, den wir von Afrika aus begleitet haben und der nun offenbar wieder in seinem Nest in Luso angekommen ist.

Bei unseren Recherchen haben wir gesehen, dass sich sein Nest vermutlich in der Nähe der Ringstraße / Ecke Erlenweg befindet, möglicherweise auf einem Strommast. Da Luso ein kleiner Ort ist, sind wir bei der Suche nach einem Ansprechpartner auf Ihre Kirchengemeinde gestoßen.

Daher möchten wir höflich anfragen, ob Ihnen dieses Storchennest bekannt ist und ob es eventuell möglich wäre, ein aktuelles Foto davon zu erhalten. Für die Kinder wäre das eine große Freude und eine wunderbare Ergänzung zu unserem Unterricht.

Die Klasse 3 sendet Ihnen ganz herzliche Grüße aus Portugal und würde sich sehr über eine Rückmeldung freuen!

Vielen Dank für Ihre Mühe und Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
Linda Krüger
im Namen der Klasse 3 der Deutschen Schule Algarve

12.04. 2026

Strategieprozess, Kirche und sexualisierte Gewalt sowie Präseswahl

Die Anhaltische Landessynode trifft sich am 17. und 18. April in der Auferstehungskirche Dessau


Die Synodalen der Evangelischen Landeskirche Anhalts kommen am Freitag, 17. April zu ihrer Frühjahrssynode zusammen. Die zweitägigen Beratungen finden in der Auferstehungskirche in Dessau statt. Themen der Synode sind unter anderem der Strategieprozess 2035, Kirche und sexualisierte Gewalt sowie die Wahl des Präses. 

Im Rahmen der Synode wird es am Freitag, 17. April um 17 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Bauhausgebäude geben. Darin geht es um die anhaltische Landeskirche in den Jahren zwischen 1918 und 1933.

Die Leitung übernimmt der kommissarische Präses Dr. Jan Brademann. Er verbindet drei Botschaften mit der Synode: 

„Erstens: Anhalt ist zukunftsorientiert. Der auf der Herbstsynode 2025 begonnene Strategieprozess hat eine erste, entscheidende Etappe hinter sich und wird nun beherzt weitergetrieben. 

Zweitens: Anhalt ist selbstkritisch. Wir beschäftigen uns mit der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche, um erlittenes Leid anzuerkennen und künftig Schutz zu gewährleisten. 

Drittens: Anhalt ist geschichtsbewusst: Wir blicken in die Zeit vor 100 Jahren. Damals wurde nicht nur das Bauhaus eingeweiht, vielmehr stand unsere Landeskirche in einem Kulturkampf auf der falschen Seite. Sie gehörte zu denjenigen Kräften, die die liberale, demokratische durch eine autoritäre, homogene Ordnung ablösen wollten."

 

Medienvertreter, die an der Synode teilnehmen möchten, melden sich bitte bis 16.04.2026 per Mail an: susanne.reh-krause@kircheanhalt.de

Der kommissarische Päses der Synode, Dr. Jan Brademann

Der Tagungsort: Die Auferstehungskirche in Dessau.

07.04. 2026

„Eichmann in Jerusalem“ – Denken über Verantwortung und das Böse

Vortrag von Prof. Hans Martin Dober zum 120. Geburtstag der Philosophin Hannah Arendt

Anlässlich des 120. Geburtstags der Philosophin Hannah Arendt laden die Evangelische Erwachsenenbildung Anhalt und die Cohen-Gesellschaft Coswig (Anhalt) e. V. zu einem öffentlichen Vortrag ins Georgenzentrum in Dessau ein. Am Donnerstag, 9. April 2026, um 17:00 Uhr spricht Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen) über Hannah Arendts viel diskutiertes Werk „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“.

Hannah Arendt verstand sich selbst als politische Theoretikerin. Ihr Leitsatz „Ich will verstehen“ steht für ein ideologiefreies „Denken ohne Geländer“, das ihr gesamtes Werk prägt. Besonders ihr Buch über den Jerusalemer Eichmann-Prozess löste nach seinem Erscheinen 1963 heftige Kontroversen aus. Zustimmung wie Ablehnung machen bis heute deutlich, dass dieses Werk zur eigenen Auseinandersetzung herausfordert.

Der Vortrag von Hans Martin Dober nimmt diese Impulse auf und geht der ethischen Frage nach dem Bösen und der menschlichen Verantwortung im Denken Hannah Arendts nach.

Eine Einführung in die Biografie Hannah Arendts gibt Dr. Hans-Jörg Willer, Vorsitzender der Cohen-Gesellschaft Coswig (Anhalt) e. V. Die Moderation übernimmt Dr. Bernd Ulbrich.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.
Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 0340 25261107 oder per E-Mail an erwachsenenbildung@kircheanhalt.de

Prof. Hans Martin Dober Dober studierte Evangelische Theologie und Philosophie in Göttingen, Tübingen, Jerusalem und Heidelberg. Er promovierte zu Franz Rosenzweig, habilitierte sich mit einer Arbeit über Walter Benjamin und lehrt als außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität Tübingen.



 

03.04. 2026

Oster-Freiheit

Andacht zum Osterfest von Oberkirchenrat Matthias Kopischke

Da sind sie wieder, die bunten Eier an den Bäumen und Büschen, die Osterhasen vor den Haustüren und in den Fenstern. Diese und manch andere Ostersymbole kann man finden, wenn man dieser Tage mit offenen Augen durch Siedlungen und Gärten geht. Und in der Natur ist es auch ein bisschen so. 

Es wird bunter nach der langen Zeit in eintönigem Graubraun – und zwischendurch auch in Weiß. Frühblüher in Rosa, Blau und Gelb sind zu sehen. Die ersten Obstbäume blühen und zartes Grün ist an Bäumen und Sträuchern zu entdecken. An warmen und sonnigen Tagen ist die Luft erfüllt vom Summen der Bienen. Und die Vögel natürlich, sie stimmen dieser Tage lautstarke Konzerte an.

All das sind Zeichen des Neuanfangs und des Aufbruchs. Aus trüben, stillen Tagen werden Zeiten voller fröhlicher Gesänge und bunter Farben. Es bleibt nicht beim Sterben und Vergehen, bei Grau und Tristesse.

Diesen Neubeginn feiern wir zu Ostern: Den Aufbruch, das Leben und die Freude darüber. Denn das ist es, was Gott uns gezeigt hat: Auch nach dem größten Kummer, der schwersten Zeit, unseren trübsten Tagen gibt es einen Neuanfang. Die Kreuzigung und der Tod Jesu sind nicht das Ende. Seine Auferstehung, die wir in jedem Osterfest feiern, zeigt es: Vergebung und Neuanfang sind bei Gott jederzeit möglich.

So können wir in der Hoffnung leben, dass wir begleitet sind, auch über den Tod hinaus, hinein ins Leben. Lassen wir uns also anstecken von den Aufbrüchen in der Natur, zu Neuem, zu Fröhlichem, weg vom Grau, von Ängsten, von Missmut, von Spaltung und von der ewigen Nörgelei, die doch so oft unseren Alltag bestimmen. Lassen wir es wachsen, das Vertrauen in die Welt, in die Menschen, in uns selbst.

Was für eine Freiheit, die das Osterfest uns schenkt und die uns die Natur in jedem Frühjahr so eindrücklich vor Augen führt!

Der Herr ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

01.04. 2026

Ostern in Anhalt

Gottesdienste, Andachten und Konzerte – Heiliges Osterspiel in Gernrode


Mit zahlreichen Gottesdiensten und Konzerten erinnern die Gemeinden der anhaltischen Landeskirche in der Karwoche an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Traditionell finden am Gründonnerstagabend (02.04.) zahlreiche Abendmahlsgottesdienste statt, viele davon an Tischen, zur Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu und seiner Jünger. Am Karfreitag (03.04.) sind um 15.00 Uhr, zur biblisch überlieferten Sterbestunde Jesu am Kreuz, viele Passionskonzerte geplant. In der Nacht zum Ostersonntag (04.04.), am Ostersonntag selbst (05.04.) und am Ostermontag (06.04.) wird dann in allen Kirchen die Auferstehung von Jesus Christus gefeiert.

Termine finden: Gottesdienste | Veranstaltungen

Osterspiel Gernrode

In der Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode findet am Ostersonntagmorgen das berühmte Osterspiel statt. Die Vorbereitungen darauf beginnen mit einer Musik zur Sterbestunde am Karfreitag, 3. April, um 15.00 Uhr. Danach wird die Osterkerze ins Grab geschlossen, das bis zum Morgen des Ostersonntags verschlossen bleibt. Im Gottesdienst am Ostermorgen (05. April, 6.00 Uhr) stellen Gemeindemitglieder in einem Osterspiel, der einem Ablauf aus dem 13. Jahrhundert folgt (wiederentdeckt im Jahr 1979), die Geschichte der Auferstehung Christi nach. 

Zum Höhepunkt der Andacht wird eine brennende Kerze aus dem „Heiligen Grab“ getragen, das aus dem Jahr 1080 stammt und als ältestes seiner Art nördlich der Alpen gilt. Bis zur Reformation und regelmäßig wieder seit 1989 wurde und wird es als Grabkammer beim liturgischen Osterspiel genutzt. Im Dezember 2012 war es nach langer Sanierung wiedereröffnet worden. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Kirchengemeinde zum Osterfrühstück, an dem für gewöhnlich zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland teilnehmen.

Das Heilige Osterspiel in der Stiftskirche St. Cyrikus in Gernrode.

Darstellung des Abendmahls in der Osterkirche Trüben mit der Einladung, sich hinzu zu setzen.

Gottesdienst in der Osterkirche Trüben

In der „Osterkirche“ in Trüben bei Zerbst findet am Ostermontag, 06. April, um 8 Uhr ein Ostergottesdienst mit dem Posaunenchor Zerbst statt. Der Gottesdienst wird an mehreren Stationen der Osterkirche gefeiert. Die Osterkirche gehört zu den Themenkirchen der Weinberggemeinde Garitz und widmet sich mit mehreren Stationen dem Passions- und Ostergeschehen. 

Der MDR hat mit Konfirmanden in der Osterkirche Trüben im Vorfeld einen Fernsehbeitrag gedreht. Dieser wird am Sonnabend, den 4. April ab 19 Uhr in der Sendung "Sachsen-Anhalt heute" zu sehen sein.

01.04. 2026

Milliardenspende? Ja, aber nur am 1. April 😉

Die Evangelische Landeskirche Anhalts hat völlig unerwartet eine Milliardenspende erhalten, heißt es heute in einer Pressemitteilung. Die aus einem Nachlass stammende Zuwendung sei beim Archiv der Landeskirche eingegangen. Archivar Dr. Jan Brademann habe sich sehr erfreut gezeigt. Dies sei vermutlich die höchste Summe, die die Landeskirche bislang von einer Einzelperson erhalten habe. 

Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer sei ebenso überrascht wie erfreut gewesen: Die anhaltische Philantropie zeige sich wieder einmal im Verborgenen und von ihrer allerbesten Seite! Das seltene Dokument werde derzeit gut geschützt an einem sicheren Ort aufbewahrt.

Tatsächlich hat das Archiv jüngst einen anhaltischen Milliarden-Geldschein erhalten. Und Dr. Brademann hat sich darüber auch sehr gefreut. Auch die vom Kirchenpräsidenten angesprochene anhaltische Philantropie gibt es zweifellos. Doch der Rest der Meldung ist natürlich ein Aprilscherz, denn der Schein ist heute zweifellos keine Milliarden mehr wert.

Alles Gute für diesen Tag.

27.03.2026 

"United in Diversity"

Dessauer Schüler erkunden die Vielfalt von Glaube und Vergänglichkeit

Unter dem Leitmotiv „United in Diversity“ erlebten 65 Schüler:innen der Sekundarschule "Kreuzberge" in dieser Woche außergewöhnliche Projektage. Vom 23. bis 27. März widmeten sie sich den großen Fragen der Religionsphilosophie und setzten sich intensiv mit den drei großen Weltreligionen und den Themen Sterben und Tod in verschiedenen Weltreligionen auseinander. 

In sechs Arbeitsgruppen näherten sich die Jugendlichen dem oft tabuisierten Thema Sterben aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Programm führte sie an zentrale Orte des Glaubens und des Abschieds in Dessau. So besuchten die Gruppen die örtliche Synagoge und die Moschee, um Einblicke in jüdische und muslimische Leben und Bestattungsrituale zu gewinnen. Besuche im Hospiz, im Krankenhaus sowie auf dem Friedhof ermöglichten zudem einen direkten Austausch mit Menschen, die täglich mit dem Lebensende konfrontiert sind. 

Besonders kreativ wurde es bei der medialen und künstlerischen Aufarbeitung: Neben der Gestaltung eines Sarges und einer Urne, produzierten die Schüler:innen ein eigenes Hörspiel sowie ein Video. Inhaltlich befassten sie sich sehr einfühlsam mit den vielfältigen Themen. 

Als bleibendes Zeichen der Gemeinschaft wurde zudem eine große Schulkerze gestiftet. Diese wird künftig in der Sekundarschule ihren Platz finden und kann in Trauerfällen für alle Schüler:innen als Symbol des Gedenkens und des Trostes angezündet werden. 

„Das Ziel der Woche war es u.a., durch Begegnung Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass uns die Fragen nach dem Woher und Wohin über alle Religionsgrenzen hinweg vereinen“, resümierte die Landesjugendpfarrerin Peggy Rotter, "Eine einzigartig bereichernde Woche für alle Teilnehmenden!"

23.03. 2026

Bibelturm startet in die Saison 

Gottesdienst am Palmsonntag, 29. März, 14 Uhr 

Es ist Tradition, dass am Palmsonntag mit dem Gottesdienst um 14 Uhr die jährliche Bibelturm-Saison in der Kirche St. Petri in Wörlitz eröffnet wird. Bis Mitte Oktober sind die Kirche und der Turm dann wieder regelmäßig geöffnet.

Der Bibelturm ist ein ökumenisches Projekt, auch der Gottesdienst wird ökumenisch gefeiert. An der Liturgie sind Pfarrer Friedrich und Pfarrerin Reizig beteiligt. Prediger ist Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Jugendchor „Gospel Teens“ und den Oranienbaumer Bläsern begleitet. 

Die Ehrenamtlichen, die auf dem Turm tätig sind, werden für die neue Saison gesegnet, begrüßt oder nach langjährigem Dienst bedankt und verabschiedet. Nach dem Gottesdienst wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen.

Der Bibelturm ist gut besucht. Im Jahr 2025 kamen 7571 Menschen in die Ausstellung und auf die Aussichtsplattform. Mit ihnen kommen die zum Teil ehrenamtlichen Ausstellungsbetreuerinnen und -betreuer ins Gespräch.

Die Themen, welche die Gäste begleiten, kann man in der meditativ gestalteten „Himmelsebene“ wiederfinden. An einer kreuzförmigen Installation, die Gebetsanliegen, Wünsche und Befindlichkeiten aufnimmt, wird zunehmend der Wunsch nach Frieden formuliert.

Das Team des Bibelturms ist immer auf der Suche nach neuen Mitstreiterinnen oder Mitstreitern. Wer sich vorstellen kann, hin und wieder einen Tag den Turm zu betreuen, Gäste zu begrüßen und dieses besondere Projekt zu begleiten, ist eingeladen, sich zu melden oder sich erst einmal zu informieren. 

Seit 1994 befinden sich im Turm der Petrikirche im Wörlitzer Park auf drei Etagen wechselnde Bibelausstellungen. Die aktuelle Schau widmet sich unter dem Titel „feste feiern“ den kirchlichen Festen und dem Kirchenjahr. Die Aussichtsplattform des 66 Meter hohen Turms ist begehbar und bietet einen einzigartigen Blick über das Gartenreich. Seit der Eröffnung haben mehr als 350.000 Menschen den Bibelturm besucht.

Der Bibelturm ist von Palmsonntag bis Mitte Oktober dienstags bis sonntags für die Besucherinnen und Besucher des Wörlitzer Parks von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

20.03. 2026

Frühjahrssynode in Anhalt muss Präses neu wählen 

Andreas Köhn hat sein Amt niedergelegt

 Der Präses der Synode der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Andreas Köhn, hat am heutigen Freitag sein Amt niedergelegt. Ein anstehender Wechsel des Arbeitsplatzes lasse nicht mehr viel Spielraum für das Ehrenamt, begründete Andreas Köhn diesen Schritt. Er könne den Aufgaben für den anstehenden Strategieprozess der Evangelischen Landeskirche Anhalts und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr mit voller Kraft und ausreichender Zeit gerecht werden. 

Der Ältestenrat dankte Andreas Köhn für seine Zeit als Präses und äußerte Anerkennung und Verständnis für die schwere Entscheidung.

Kirchenpräsident : "von großer Umsicht geprägtes Handeln"

Auch Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer dankte Andreas Köhn für den Dienst in der Landeskirche. In seiner Zeit als Präses seien enorm wichtige Weichenstellungen für die Landeskirche gefallen, die er mit großer Aufmerksamkeit und sachlicher Nüchternheit begleitet habe. 

Durch sein Wirken habe der überfällige Strategieprozess an Akzeptanz und Achtsamkeit gewonnen. "In den zwei Jahren seines Dienstes sind wichtige Entscheidungen von großer Tragweite gefallen, die ohne seine besondere Verwurzelung bei den Menschen in unserer Landeskirche und sein von großer Umsicht geprägtes Handeln nicht hätten gelingen können", sagte der Kirchenpräsident. 

Hat sein Amt niedergelegt: der bisherige Präses der anhaltischen Landessynode, Andreas Köhn. Er bleibt gewählter Synodaler für den Kirchenkreis Dessau. 

Die Leitung der Frühjahrssynode im April übernimmt Beisitzer Dr. Jan Brademann als Stellvertreter des Präses. Im Rahmen der Frühjahrssynode wird aus den Reihen der Synodalen ein neuer Präses gewählt. 

15.03. 2026

Hoym: Überraschende Ehrung

Sophie Hühnerbein wird als "Salzlandfrau" geehrt 

Es ist gar nicht so leicht "dicht zu halten". Das hat eine Gruppe Eltern aus Hoym in den vergangenen Wochen feststellen müssen. Sie hatten Sophie Hühnerbein für eine Ehrung beim Salzlandkreis vorgeschlagen und wollten die junge Frau damit überraschen. Es gelang. Nicht nur die Nominierung blieb geheim. Die 25jährige aus Hoym wurde schließlich sogar am 11. März unter Vortäuschung falscher Tatsachen nach Bernburg zur Preisverleihung ins Carl-Maria-von-Weber-Theater gefahren - ohne irgendwas zu ahnen. 

Verdient hat sie es, denn Sophie Hühnerbein ist eine ehrenamtlich Engagierte. Seit drei Jahren leitet sie den Kindertreff in der Kirche in Hoym. Wöchentlich treffen sich dort bis zu zehn Kinder, die wenigsten sind getauft. Spielerisch versucht die 25jährige den Kindern Geschichten aus der Bibel nahe zu bringen, mal mit einer Schatzsuche, mal mit einem Vertrauensspiel. Sie erklärt ihnen die christlichen Feiertage, singt, zeichnet und bastelt mit den Kindern.

Ein Herzensprojekt ist ihr das alljährige Krippenspiel, das mit viel Liebe zum Detail bereits ab Oktober einstudiert wird. Kleine Meisterwerke, fast Musicals entstehen dabei, mit Tanzchoreografien. "Das erzählen die Kinder auch ihren Freunden, in der Schule. Sie merken, dass sie im Kindertreff einen Ort haben, wo sie reden können, wo ihnen jemand zuhört, wo sie Gemeinschaft und Halt finden", sagt Sophie Hühnerbein. Das helfe auch in der vorwiegend nicht-christlichen Elternschaft und ganz allgemein in der Gesellschaft das Bild von Kirche zu verbessern. "Oft hat man den Eindruck, dass kleinere Dörfer oder Orte hinten runterfallen, weil Hauptamtliche in der Kirche immer mehr Aufgaben übernehmen und in kleinen Orten nicht mehr so präsent sein können", so die 25jährige. Das sei ein Beweggrund für sie gewesen, sich in diesem Bereich und in ihrer Heimat ehrenamtlich zu engagieren.

Ein anderer Grund ist ihr eigener Glaube. Sophie Hühnerbein ist in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, wurde als Baby getauft und später konfirmiert. Als Kind ging sie selbst zur Christenlehre. Auf dem Gymnasium in Aschersleben unterstützte sie dort die Kinder- und Jugendarbeit für einige Jahre. Mit Beendigung ihres Verwaltungsstudiums wollte sie sich wieder aktiv in die Gemeindearbeit einbringen und startete mit dem wöchentlichen Kindertreff in Hoym. 

In der Laudatio, die von Robert Käsebier, dem Bürgermeister der Stadt Seeland gehalten worden ist, heißt es: "Durch ihren Einsatz trägt sie entscheidend dazu bei, dass den Bürgerinnen und Bürgern von Hoym an Heiligabend ein modernes, stimmungsvolles Krippenspiel geschenkt wird, das vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Sophie zeichnet sich in besonderer Weise durch ihren liebevollen und wertschätzenden Umgang mit Kindern aus. Ihr Engagement zeigt, wie viel Wirkung eine junge Frau durch Herz, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein erzielen kann."

Erhalten hat sie die Ehrung "Salzlandfrau 2026" in der Kategorie "Junges Engagement". Völlig überrascht und überwältigt sei sie gewesen, berichtet Sophie Hühnerbein von der Preisverleihung. Zumal sie selbst gar nicht so gern im Rampenlicht stehe, sondern die Kinder eigentlich in den Mittelpunkt gehören. Danken möchte sie den Eltern für diese Ehrung und wünscht sich, dass ihr Engagement auch Schule in anderen kleinen Gemeinden der Landeskirche Anhalts macht. 

06.03.2026 

"Familien in der Bibel" auf Hiddensee

Zu einer Familienauszeit hatte das Jugendpfarramt Ende Februar auf die Insel Hiddensee eingeladen. 17 Frauen und Männer (Mütter und Väter) unterschiedlichen Alters aus Anhalt waren dabei. Thematisch ging es um "Familien in der Bibel". Mit geistigen Impulsen hat Landespfarrerin für Kinder, Jugendlichen und Familie, Peggy Rotter, jeden Morgen eine andere Familiengeschichten aus der Bibel vorgestellt, denn dort kommen viele ganz verschiedene Familienkonstellationen vor. Manche sind groß, manche klein. Manche haben Streit, andere halten ganz fest zusammen. Und das Wichtigste: Gott ist bei allen Familien dabei, egal wie sie aussehen. Familie ist da, wo Menschen einander helfen. Keine Familie ist perfekt – und das ist okay. Wir alle gehören zu Gottes großer Familie, so das Fazit am Ende der Woche.

In den fünf Tagen auf Hiddensee sind auch die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Familie zusammengewachsen. Gemeinsam wurde Yoga geübt, viel gesungen, gekocht, geredet und herzhaft gelacht. Es gab gemeinsame Spaziergänge am Strand (auch Bernstein wurde gefunden), Kinobesuche und Besuche von Einrichtungen auf der Insel, wie dem Gerhardt-Hauptmann-Haus. Der französische Film, der im Inselkino geschaut wurde: "Zeit der Farben" ist eine echte Empfehlung. Auch dort geht es um eine Familie und deren Geschichte, die bis zum französischen Maler Monet führt. 

Aber auch beim Friedensgebet in der Kirche in Kloster war die Gruppe dabei.

Und nicht nur nebenbei, sondern ganz bewusst, sind Bücher entstanden. Selbst gebunden, mit viel Mühe beim Schneiden, Nähen und Kleben und mit viel Liebe zum individuellen Detail. Silvia Schmidt aus dem Jugendpfarramt - selbst gelernte Buchbinderin - leitete den mehrtätigen Buchbindeworkshop. 

Eine schöne Erinnerung an eine bewusste Auszeit auf der Insel Hiddensee mal bei dichtem Nebel, mal bei strahlendem Sonnenschein. 

13.02. 2026

Zivilschutz – Für den Ernstfall gerüstet?

Vortrag im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg in Dessau (12.03.2026, 19:00)

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine schrillen auch in Deutschland die Alarmglocken – zumindest hinter den Kulissen. Mit einem „Pakt für den Bevölkerungsschutz“ will die neue schwarz-rote Bundesregierung den Zivil- und Katastrophenschutz stärken. Bis 2029 sollen zehn Milliarden Euro investiert werden in neue Sirenen, digitale Warnsysteme, neue Fahrzeuge für Brandschutz und Krankentransporte, mobile Kommandozentralen und schweres Gerät. Zudem soll es mehr gemeinsame Übungen von Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk, Rettungsdiensten und Bundeswehr geben.

Désirée Bychara-Hahn ist Expertin für dieses Thema und im Bundesministerium des Innern für Krisenmanagement und die Koordination der zivilen Verteidigung sowie der zivil-militärischen Zusammenarbeit zuständig. In ihrem Vortrag am 12. März, um 19 Uhr im Dessauer Gemeindezentrum St. Georg erläutert sie, wie Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland organisiert sind, worauf es in den nächsten Jahren besonders ankommt und was jeder Einzelne zum Schutz der Bevölkerung beitragen kann. Die Veranstaltung wird von Jörg Göpfert von der Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e. V. moderiert. 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Evangelischen Erwachsenenbildung Anhalt und der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Mit der Referentin Désirée Bychara-Hahn, Bundesministerium des Innern, Abteilung Krisenmanagement, Berlin am Donnerstag, 12. März 2026, um 19.00 im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg, Georgenstr. 15, 06842 Dessau-Roßlau.

Teilnahmebeitrag: 5,00 Euro

Bitte melden Sie sich bis 11.03.2026 an.



 

Désirée Bychara-Hahn studierte Rechtswissenschaften an der University of Waikato, Hamilton (Neuseeland) und an der Universität Bayreuth. Sie war zunächst als Referentin für internationales Recht beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin und dessen Generalsekretariat tätig. 2022 wechselte sie zum Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Berlin. 

Seit Juli 2024 leitet sie das Referat "Koordinierung Zivile Verteidigung/Zivilmilitärische Zusammenarbeit" des BBK und ist seit Oktober 2024 Referentin in der Abteilung "Operatives Führungskommando der Bundeswehr, Schwielowsee/Berlin". Im Rahmen dieser Tätigkeiten unterstützt sie die Umsetzung des Operationsplans Deutschland (OPLAN DEU) zur Verteidigung von systemrelevanter Infrastruktur im Spannungs- und Verteidigungsfall insbesondere im zivilen, aber auch zivil-militärischen Bereich. Seit Februar 2026 arbeitet sie in der Abteilung Krisenmanagement des Bundesministeriums des Innern.

23.02. 2026

Kunst zwischen Licht, Raum und Spiritualität

Ausstellung in der Kirche Eichholz

In diesen Tagen ist die erste Kunstausstellung im Turm der Kirche Eichholz zu sehen. ein. Dort werden Werke des Künstlers Johannes Traub präsentiert. Er zählt zu den regional wie überregional prägenden Künstlern der Gegenwartskunst im mitteldeutschen Raum. Bekannt ist er für seine Arbeiten, die mit Licht, Transparenz und räumlicher Wahrnehmung spielen. Seine Installationen und grafischen Werkserien verbinden intuitiv-poetische Zugänge mit präziser handwerklicher Umsetzung.

Für die Kirche Eichholz hat Traub eine Auswahl von Werken zusammengestellt, die sich mit dem Thema Licht befassen – passend zum besonderen Raum des Kirchturms, der selbst ein Ort der Sammlung, des Ausblicks und der spirituellen Weite ist. Für das runde Nordfenster auf der obersten Ausstellungsebene hat Traub einen Entwurf gestaltet. 

Traub selbst sagt zu seinem Werk: „Der Entwurf zu dem Glasfenster „Resonanz“ ist ein technisch überformtes Ölgemälde, bei dem ich versuchte, ein distanziertes, resonanzstarkes Wesen einzufangen, das kühl anmutend aus einer Welt der Liebe aufscheint.“ Die Umsetzung erfolgte durch Glasmalerei Peters aus Paderborn in beeindruckender Weise, die dem Kunstwerk räumliche Tiefe verleiht.

Die Kirche Eichholz – Ein besonderer Ausstellungsraum

Die Kirche Eichholz gehört zu den markanten Kirchenbauten der Region Zerbst und ist ein architektonisches Kleinod. Der Kirchturm, sonst ein eher verborgener Raum, öffnet sich für die Ausstellung erstmals als ungewöhnlicher, atmosphärischer Kunstort. Ein schmaler, in die Höhe strebender Raum, durchzogen vom natürlichen Licht, das durch die kleinen Turmöffnungen fällt – ein Umfeld, das die Kunstwerke Traubs auf besondere Weise zur Geltung bringt und Besucherinnen und Besucher zum Staunen einlädt. Die Ausstellung präsentiert zugleich das Ergebnis der aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützten Sanierung des Turminnenraums. In einem weiteren Schritt sollen dort die Voraussetzungen für eine dauerhafte Ausstellung zur Glasmalerei geschaffen werden.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts LICHTUNGEN, mit dem die Evangelische Landeskirche Anhalts seit mehreren Jahren Kunst und Kirche miteinander in Dialog bringt. LICHTUNGEN verbindet zeitgenössische Kunst mit der geistlichen Tradition der Landeskirche und schafft so Erfahrungsräume, in denen sich Fragen nach Orientierung, Sinn, Glaube und gesellschaftlichem Miteinander entfalten können.

Für den Besuch der Ausstellung in Eichholz ist eine Anmeldung erforderlich:  eichholz-kermen@kircheanhalt.de bzw. +493923.785964.

13.02. 2026

Kooperation mit Gemeinde in Kyjw

Finanzielle Unterstützung bei Deckung der Heizkosten

Die anhaltische Landeskirche und die Evangelische Kirchengemeinde St. Katharina in Kyjiw werden zusammenarbeiten. Im Rahmen einer Partnerschaft erhält die Gemeinde in der ukrainischen Hauptstadt für zunächst fünf Jahre finanzielle Unterstützung aus Anhalt. Das Geld fließt in die Deckung der Heizkosten. Mit dieser Zusammenarbeit soll ein nachhaltiges Zeichen kirchlicher Solidarität und Verbundenheit gesetzt werden.

Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer erklärt: „Ich bin sehr dankbar für den Dienst, den die Evangelische Gemeinde in Kyjiw unter den Bedingungen des Krieges leistet. Die Partnerschaft soll Ausdruck gelebter christlicher Gemeinschaft sein – über nationale Grenzen hinweg und gerade in Zeiten größter Herausforderungen.“

Die Evangelische Kirchengemeinde St. Katharina in Kyjiw leistet unter den Bedingungen des Krieges einen wichtigen seelsorgerlichen und diakonischen Dienst. Sie begleitet Menschen in existenziellen Nöten, bietet geistlichen Halt und ist ein Ort gelebter Gemeinschaft in einer Situation anhaltender Unsicherheit und Zukunftssorgen.

Darüber hinaus ist vorgesehen, die Partnerschaft schrittweise weiterzuentwickeln, insbesondere mit Blick auf die Unterstützung der Pfarrstelle. Gegenseitige Besuche und persönliche Begegnungen sollen die Zusammenarbeit vertiefen.

Auch die Gemeinde in Kyjiw nimmt die Partnerschaft als wichtiges Zeichen der Verbundenheit wahr. Lidiia Tselsdorf, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der Evangelischen Kirchengemeinde St. Katharina Kyjiw, betont: „Inmitten von Krieg, Unsicherheit und täglicher Sorge ist diese Partnerschaft für unsere Gemeinde ein starkes Zeichen der Hoffnung. Sie zeigt uns, dass wir nicht vergessen sind und dass die Gemeinschaft der evangelischen Christinnen und Christen Grenzen überwindet. Die Unterstützung aus Deutschland stärkt unseren Dienst an den Menschen hier in Kyjiw – geistlich, seelsorgerlich und ganz konkret im Alltag.“

Gemeinde in Kyjiw ist bereits seit über drei Jahrzehnten in einer offiziellen Partnerschaft mit dem Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk München. Er unterstützt die ukrainische Gemeinde gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) finanziell. Die Evangelische Landeskirche Anhalts hat sich dieser Partnerschaft angeschlossen.

Die beteiligten Kirchen verstehen die Partnerschaft als Beitrag zur Stärkung kirchlicher Verantwortung und Solidarität innerhalb der weltweiten evangelischen Gemeinschaft. Sie verbindet geistliche Verbundenheit mit konkreter Unterstützung und dem gemeinsamen Vertrauen darauf, dass Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe auch unter schwierigen Bedingungen tragen.

30.01. 2026

Joseph... wie Israel nach Ägypten kam

Kindersingwoche in den Februarferien in Gernrode

Kleine Künstler kommen groß raus: bei der Singfreizeit der Evangelischen Landeskirche Anhalts in Gernrode. Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren kommen jedes Jahr in den Winterferien aus allen Kirchenkreisen in die Harzstadt, um hier für einen besonderen Auftritt zu Proben. Für die diesjährige Kindersingwoche sind 33 Kinder und Jugendliche angemeldet. Von Dienstag (3. Februar)  bis Sonntag (8. Februar) erarbeiten sie ein umfangreiches Singspiel, das dann zwei Mal aufgeführt wird, einmal im Stiftssaal Gernrode und ein zweites Mal Schlosstheater Ballenstedt. Dabei geht es nicht nur um das Singen, sondern es gibt immer auch eine szenische Darstellung mit selbstgestaltetem Bühnenbild, gebastelten Kulissen, Kostümen und allem, was dazu gehört. Kinder schlüpfen in die Rollen meist biblischer Erzählungen und Geschichten und bringen sie auf die Bühne. In diesem Jahr wird das Musical "Joseph...wie Israel nach Ägypten kam" von Anne Riegler aufgeführt. Neben den Proben gibt es auch einen Ausflug und gemeinsame Freizeitangebote. 

Ein erfahrenes Team von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern aus Anhalt und Ehrenamtlichen leiten die Kindersingwoche seit Jahren gemeinsam.

Die Aufführungen finden am Sonnabend ( 07.02. 2026) um 16 Uhr im Stiftssaal in Gernrode sowie am Sonntag (08.02.2026) um 10.30 Uhr im Schlosstheater Ballenstedt statt. Der Eintritt für diese Veranstaltungen ist frei.

15.01. 2026

Jüdisches Leben in Anhalt 

Die Kirchengeschichtliche Kammer der Evangelischen Landeskirche Anhalts hat im Rahmen einer Buchvorstellung erneut die große Bedeutung der Erforschung und Vermittlung jüdischer Geschichte in der Region hervorgehoben. Anlass war die Präsentation eines Ergänzungsbandes zu der Publikation „Jüdisches Leben in Anhalt“, dessen Entstehung maßgeblich durch Dietrich Bungeroth, Mitglied der Kammer, geprägt wurde. Für sein langjähriges Engagement sprach ihm die Landeskirche besonderen Dank aus.

In seiner Würdigung betonte Dr. Jan Brademann, Archivar der Landeskirche, dass Geschichte nicht einfach vorhanden sei, sondern aktiv gestaltet werde. Sie basiere auf Quellen, Argumenten und dem Orientierungsbedürfnis der Gegenwart. Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur seien deshalb immer auch Gegenwartsarbeit. Angesichts gesellschaftlicher Stimmen, die einen „Schlussstrich“ unter die Geschichte fordern, müsse die Erinnerung an die Shoa wachgehalten werden. Die Verantwortung bestehe darin, Erfahrungen der Vergangenheit zu bewahren – gerade jetzt, da Zeitzeuginnen und Zeitzeugen immer weniger selbst berichten können.

Das 90seitige Buch „Jüdisches Leben in Anhalt – 2025“ führt zu Orten in Anhalt, wo seit 2021 durch viele Initiativen und öffentliche Förderung neue Erinnerungsorte entstanden sind. Gezeigt werden etwa Fotos von der Einweihung der neuen Weill-Synagoge und von der 30-Jahr-Feier der Jüdischen Gemeinde zu Dessau. Auch die aufwändige Sanierung der Kapelle auf dem Jüdischen Friedhof von Köthen wird beschrieben, auf deren Kuppel 2026 wieder ein Davidsstern angebracht werden soll. Das bis 2024 grundhaft erneuerte Museum Synagoge Gröbzig wird mit ausgewählten Fotos dargestellt, wie auch die neuen Stolpersteine in der Stadt. Aufgenommen sind in dem Band auch Erinnerungsorte unter anderem in Güsten, Radegast, Sandersleben, Zerbst, Ballenstedt, Hoym, Güsten, Bernburg und Nienburg. Finanziert wurde die Publikation durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt und private Spenden. Das Buch kann kostenfrei über die Evangelische Landeskirche Anhalts bezogen werden.  

15.01. 2026

Spurensuche im unruhigen Heiligen Land

Sie arbeiten in einer der gegenwärtig unruhigsten Weltgegenden: die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich der biblischen Archäologie verschrieben haben. Ausgrabungen im Heiligen Land sind Spurensuche im Angesicht latenter Konflikte und realer Kriegsgefahr. Dr. Katja Soennecken kann über diese faszinierende Arbeit und den Nahen Osten exzellent berichten und Einordnungen bieten.

Am Donnerstag, den 15. Januar 2026 kommt die Wissenschftlerin nach Dessau-Roßlau. Im Gemeinde- und Diakoniezentrum St. Georg wird sie ab 19 Uhr über ihre Ausgrabungserfahrungen in Israel und Jordanien erzählen. Sie gibt in ihrem Vortrag unter dem Titel „Mit Bibel und Spaten“ zudem Einblicke in die aktuellen archäologischen Aufgaben, Entdeckungen, Projekte und Streitfragen.

Biblische Archäologie ist ein interdisziplinäres Fach, das mit archäologischen Methoden die materielle Kultur des Alten Nahen Ostens (Levante, „Heiliges Land“) während der biblischen Zeit erforscht, um die Lebenswelt der Bibel zu rekonstruieren und die biblischen Texte im historischen Kontext zu verstehen. Damit wird eine Brücke zwischen Archäologie, Theologie, Geschichte und den Altertumswissenschaften geschlagen. Die biblische Archäologie untersucht Stätten wie Jericho und Qumran, integriert Methoden der Vor- und Frühgeschichte, Altorientalistik und Exegese und sucht nicht mehr primär nach Beweisen oder Widerlegungen der Bibel, sondern nach dem Abgleich von Funden mit den Erzählungen.

Dr. Katja Soennecken studierte Evangelische Theologie, Judaistik und Klassische Archäologie. Sie ist Assistant Professor für Biblische Archäologie an der Luxembourg School of Religion & Society und stellvertretende Direktorin des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem. Sie hat vielfältige Ausgrabungserfahrungen in Israel und Jordanien gesammelt. Im Frühjahr 2020 hat sie mit dem Zweiten Theologischen Examen die theologische Ausbildung abgeschlossen.

08.01.2026

Sandskulpturen nach 13 Jahren zurück

Zwei seit 13 Jahren vermisste Sandsteinskulpturen sind heute an ihren angestammten Platz auf den Frauentorfriedhof in Zerbst zurück gekehrt. René Allonge von der Polizei Berlin, Abteilung Kunstdelikte, hat die beiden Figuren nach Zerbst gebracht und dem Eigentümer übergeben.

Sie wurden im Mai 2025 von der Berliner Polizei bei einer Diebes- und Hehlerbande sichergestellt. Die Figuren konnten von den Ermittlern einer im ausgehenden 18. Jahrhundert angelegten Grabanlage auf dem Frauentorfriedhof in Zerbst zugeordnet werden. 

Der Eigentümer der Grabanlage, der Zerbster Metallbaumeister Klaus Partheil sagte bei der Übergabe: „Die Anlage gehört der Familie in zehnter Generation. Mit großer Freude haben wir heute die Figuren entgegengenommen. Die Freude ist vor allen Dingen darin begründet, dass es nach 13 Jahren einfach eine Überraschung war. Wir haben nicht mehr damit gerechnet. Die Figuren kommen wieder auf den Sockel, auf jeden Fall.“ Zuvor sollen sie noch untersucht, gesichert und danach wieder fest verankert werden.

Groß die Freude auch beim Zerbster Pfarrer Albrecht Lindemann: „Dass in Berlin die Zuordnung des Diebesgutes nach Zerbst gelang, das ist natürlich für uns toll. Es ist eine schöne Geschichte, die man erzählen kann und nicht eine Fehlstelle, die erklärt werden muss.“ Die Hoffnung auf die Rückkehr der Figuren nach der langen Zeit war bei allen Beteiligten längst verschwunden und die leeren Sockel sorgten nicht nur bei Friedhofsführungen regelmäßig für Verdruss. Familie Partheil und die Kirchengemeinde St. Bartholomäi sind den Berliner Ermittlern überaus dankbar.

Bei Durchsuchungen der Grundstücke eines inzwischen 56-Jährigen aus Berlin und seiner Komplizen hatte die Polizei in Berlin im Mai 2026 zahlreiche Kunstgegenstände sicher gestellt. Darunter Bronze- und Steinskulpturen sowie eine Vielzahl historischer Zäune. Die Täter hatten seit Jahren auf Friedhöfen, meist im Norden Deutschlands, alles Stehlenswerte an Kunst mitgenommen, um dieses gewinnbringend zu veräußern. Der Gesamtwert der entwendeten Gegenstände beläuft sich auf mehr als 400 000 Euro, so Kriminalhauptkommissar René Allonge bei der Übergabe in Zerbst . Insgesamt konnten der Bande 74 Taten nachgewiesen werden. „Auch für uns ist solch eine Rückgabe ein positives Ende.“ Für andere Exponate, vor allem für historische Zaunanlagen, fehlten noch die rechtmäßigen Eigentümer, so Allonge.

Medien und Öffentlichkeitsarbeit

Bei Pressesprecherin Susanne Reh laufen die Fäden der externen und internen Kommunikation zusammen. Sie ist telefonisch unter 0340 / 2526-101 erreichbar oder per Mail. 

Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit finden Sie auch aktuelle Publikationen, Amtsblätter und vertiefende Informationen über Kirche in den Medien.

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