KIRCHEN | S bis Z
Sandersleben, St. Marien
Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Der Kirchturm erlitt 1602 durch einen Brand schwere Schäden und ging im späten 19. Jahrhundert von der Stadt in kirchlichen Besitz über.
Im 20. Jahrhundert folgten zahlreiche Sanierungen, dennoch musste die Marienkirche 1980 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Umfangreiche Rettungsmaßnahmen begannen mit der Sanierung des Turms, anschließend des Kirchenschiffs. 2007 wurden Außenwände und Dach erneut erneuert.
Mit dem Projekt „KirchenWelten“ öffnet die Gemeinde das Kirchenschiff auch für die Bürger. Seit 2014 trennt eine flexible Glaswand Kirchenschiff und Chorraum.
Schackenthal, Martin-Luther-Kirche
Schackenthal wurde erstmals 965 urkundlich erwähnt und 1019 im Zusammenhang mit einer Schenkung Kaiser Heinrichs II. an den Stift Bamberg genannt. 1359 ist der Ort als „Schackenthal“ überliefert. Ab 1603 war er ein fürstliches Gut, ab 1848 eine Domäne.
Eine eigene Kirche gab es lange nicht, vermutlich jedoch eine Kapelle auf dem Gut.
Erst nach der Aufsiedlung der Domäne 1934 durch die Siedlungsgesellschaft „Sachsenland“, bei der 43 Erbhöfe entstanden, wuchs der Wunsch nach einem Kirchenbau. In den Jahren 1936/37 wurde die Kirche errichtet und am 31.10.1937 als Martin‑Luther‑Kirche geweiht.
Am 5. November 2017 wurde das 80. Kirchweihjubiläum mit einem Festgottesdienst gefeiert.
Schackstedt, St. Kilian
Die Kirche ist die einzige Kilians‑Kirche in der evangelischen Landeskirche Anhalt. Das heutige Gotteshaus steht in der Tradition einer älteren Kirche, die Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde.
Die Geschichte des Ortes reicht möglicherweise bis ins 8. Jahrhundert zurück und könnte auf iroschottische Mönche zurückgehen. Vermutlich befand sich auf dem heutigen Kirchberg eine von ihnen gegründete Klosterzelle.
Der Neubau der St.-Kilians-Kirche erfolgte in den Jahren 1883 bis 1884. Der Wernigeröder Holzbildhauer Gustav Kuntzsch fertigte unter anderem Kanzel, Nummerntafeln, Opferstöcke, Lesepult und Türen.
Die ersten Stahlglocken in Anhalt wurden 1869 aus dem Ruhrgebiet nach Schackstedt geliefert. Da Stahlglocken, anders als Bronze, während der beiden Weltkriege nicht zu Rüstungszwecken eingezogen wurde, läutet das dreistimmige Schackstedter Geläut im G-Dur-Dreiklang bis heute.
Scheuder, Evangelische Kirche
Die Kirche Scheuder geht auf das Jahr 1132 zurück, als Albrecht der Bär einen „Burgus“ als Wehrturm errichten ließ. 1149 wurde dieser durch den Anbau eines Chorraums mit Apsis und Triumphbogen zur Kirche erweitert.
Die romanische Feldsteinkirche zählt zu den ältesten Kirchen Anhalts und steht unter Denkmalschutz. In der Apsis befindet sich ein rundes Bleiglasfenster mit dem Motiv des guten Hirten.
Die große Glocke wurde 1853 von Gustav Adolph Jauck in Leipzig gegossen. Zwei kleinere Glocken stammen aus der Apoldaer Glockengießerei und wurden 1975 als Stiftung des Pfarrers Weißenborn ergänzt.
Schielo, St. Georg
Die dem Heiligen Georg geweihte Kirche in Schielo bei Harzgerode geht auf einen Bau des 16. Jahrhunderts zurück. Die alte Einraumkirche mit Chorabschluss und Westturm wurde 1558 errichtet, war jedoch später durch Hausschwamm stark geschädigt und wurde 1976 in der DDR‑Zeit abgerissen. Noch im selben Jahr entstand der heutige Neubau mit überwiegend schlichter Ausstattung aus den 1970er Jahren.
Aus der alten Kirche blieben bedeutende Stücke erhalten, darunter eine Taufschale mit Darstellung des Sündenfalls, eine Bronzeglocke von 1607 aus Magdeburg sowie ein Abendmahlskelch mit Kanne von 1755.
Die Glocke zählt zu den ältesten im Kirchenkreis Ballenstedt. Eine Orgel mit drei Registern wurde beim Neubau aufgestellt.
Schierau, Kirchenruine/Turm
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche geplündert und zerstört, der Wiederaufbau erfolgte 1668, wie die Inschrift über dem Südeingang belegt. In den 1970er‑Jahren stürzte das baufällige Kirchendach ein. Ein Teil der barocken Ausstattung ging verloren, vieles konnte jedoch gerettet werden, darunter Brüstungsgemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu sowie Passionsdarstellungen, die heute im Landeskirchenamt Dessau hängen.
Von drei spätgotischen Holzskulpturen ist der Heilige Andreas wieder im Turm zu sehen. Erhalten blieben außerdem eine Glocke aus dem 15. Jahrhundert, vier Sandstein‑Grabplatten aus dem 16. Jahrhundert und ein neogotischer Taufstein.
2002 wurde die Ruine gesichert und der Turm restauriert. Heute finden dort wieder Gottesdienste statt, im Turm befindet sich eine kleine Heimatstube.
Schortewitz, St. Laurentius
Die Kirche wurde erstmals 1330 erwähnt und ist dem heiligen Laurentius geweiht. Um 1430 wurden Schiff und Chor neu errichtet, 1698 erfolgte eine umfassende Ausbesserung. Laut Aufzeichnungen von 1815 war der Bau massiv, der obere Turmteil bestand aus Fachwerk. 1903 wurde der alte Turm durch einen Neubau ersetzt.
Von 1949 bis 1950 fand eine grundlegende Renovierung statt, 1967 erhielt der Turm eine neue Kupfereindeckung. Die Glocken aus dem 15. Jahrhundert werden seit 1971 elektrisch geläutet.
Eine umfangreiche Renovierung erfolgte 2002. Vom ersten Kirchenbau sind vermutlich nur noch die unteren Turmgeschosse erhalten. Die Kirche besitzt eine Orgel von 1780, die mehrfach umgebaut wurde.
Senst, St. Petri
Die Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert besteht aus Schiff, Rechteckchor und halbkreisförmiger Apsis. An Südseite und Apsis sind ehemalige Türen und vermauerte Rundbogenfenster erkennbar. Weitere Fenster wurden beim barocken Umbau 1744 verändert. Der Turm wurde 1904 erneuert. Die Orgel stammt von Fleischer und Kindermann (um 1914), die Bronzeglocke von Chr. Ziegner aus Magdeburg (1758).
Der Innenraum ist harmonisch gestaltet mit zurückhaltender Ausmalung, Beleuchtung und moderner Holzausstattung für Altar, Taufe und Lesepult.
Die Kirche gehörte 2000 zur Expo‑Korrespondenzregion. Eine umfassende Renovierung erfolgte 1998/99 innen und außen.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen und ist Teil des Lichtungen-Projekts.
Serno, St. Jakobus
Die Sernoer Kirche wurde 1829–1830 im Auftrag des Herzogs Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg errichtet. Der Bau vereint Elemente des Klassizismus und der Neogotik. Von der ursprünglichen Ausstattung sind der Korb des ehemaligen Kanzelaltars sowie die Orgel erhalten.
Besonders hervorzuheben ist jedoch das Stabgeläut, ein technisch-musikalisches Meisterwerk. Es wurde 1830 vom Roßlauer Schmied Gottlieb Sachsenberg nach einem Entwurf des Ingenieurs Hennig aus Coswig gefertigt. Drei gebogene Stahlstäbe werden dabei von hölzernen Hämmern angeschlagen, ähnlich dem Prinzip einer Spieluhr.
Das Geläut sollte als kostengünstiger Ersatz für teure Glocken dienen. Insgesamt wurden nur drei solcher Geläute hergestellt; lediglich dieses ist noch heute in einer Kirche in Betrieb und wird regelmäßig vorgeführt.
Silberhütte, Waldkirche
Die Waldkirche in Silberhütte im Harz wurde im Jahr 1932 nach Plänen des Ballenstedter Baurats Kurt Ehrlich errichtet. Die Initiative zum Bau ging von den Eigentümern des örtlichen Sägewerkes aus, das auch das einheimische Fichtenholz für den Bau lieferte.
Der rechteckige Saalbau wird an seiner Westecke von einem schlanken Turm ergänzt, der in das Kirchenschiff eingezogen ist. In diesem Turm hängen vier Bronzeglocken. In ihrer architektonischen Gestaltung orientiert sich die Kirche an traditionellen Gebirgskapellen und fügt sich harmonisch in die umgebende Landschaft ein.
Ihren Namen verdankt die Waldkirche ihrem besonderen Standort auf einem Waldgrundstück. Nördlich des Gebäudes erinnert ein Findling als Kriegerdenkmal an die Opfer der beiden Weltkriege. Für den Erhalt der Kirche engagiert sich heute eine kleine Interessengemeinschaft.
Siptenfelde, St. Paulus
Die Kirche St. Paulus stammt aus der Zeit um 1663 und gilt als der älteste erhaltene Rundbau in Anhalt. Errichtet wurde sie im 17. Jahrhundert auf Veranlassung von Fürst Wilhelm von Anhalt‑Bernburg‑Harzgerode, der zugleich das Dorf an seiner heutigen Stelle anlegen ließ. Für den Kirchenbau berief er einen holländischen Architekten, der eine damals wie heute seltene Bauweise umsetzte.
Bei der Kirche handelt es sich um einen sogenannten Holzständerbau. Sie besitzt keine tragenden Wände; die gesamte Last des Bauwerks ruht auf senkrecht errichteten Balken, den sogenannten Ständern. Aufgrund der statischen Schwäche dieser Konstruktion wurde im Jahr 1707 ein separater Glockenstuhl errichtet, um das Gebäude zu entlasten.
Stackelitz, St. Jakobus
Die Kirche stammt aus der Zeit um 1200 und zählt zu den ältesten Bauwerken des Ortes. Bereits im Mittelalter zeigte sich der Westgiebel als instabil und wurde deshalb durch einen massiven Pfeiler gestützt, der bis heute das äußere Erscheinungsbild prägt. Erhalten geblieben sind zudem die Priesterpforte sowie mehrere romanische Fenster. Im Jahr 1810 erhielt der Gemeindeeingang einen Vorbau, der als Windfang diente.
Im Inneren beeindrucken die fein geätzten Glasscheiben der Türen. Der Kirchenraum wirkt archaisch: Dicke Mauern, ein breiter Triumphbogen und unebener Putz zeugen vom hohen Alter und von der Beständigkeit des Bauwerks. Einen spannenden Kontrast dazu bildet die Ausstattung aus unterschiedlichen Epochen. Der Kanzelaltar entstand im 18. Jahrhundert, Emporen, Bänke und Taufstein wurden 1810 eingebaut. Die Orgel wurde 1912 geschaffen und 1993 restauriert.
Staßfurt-Leopoldshall, St. Johannis
Die Geschichte der St. Johanniskirche Leopoldshall ist eng mit dem Salz- und Kalibergbau der Region verbunden. Mit Beginn der Steinsalzförderung im Juli 1858 und dem raschen Aufschwung der chemischen Industrie ab 1863 wuchs Leopoldshall stark. Bergleute und Fabrikarbeiter aus Staßfurt und umliegenden Regionen zogen mit ihren Familien zu, neue Wohnungen, Schulen und ein Rathaus entstanden.
Auch der Bau einer evangelischen Kirche wurde geplant. 1873 beschlossen Konsistorium und Gemeinderat den Kirchenbau. Am 7. April 1874 erfolgte der erste Spatenstich, am 28. Mai die Grundsteinlegung.
Nach nur zwei Jahren entstand ein eindrucksvoller gelber Klinkerbau im romanischen Stil mit kreuzförmigem Grundriss. Kanzel, Taufstein, Orgel und Glocken stammten aus regionalen Werkstätten. Die feierliche Einweihung fand am 6. Februar 1876 statt.
Steckby, St. Nicolai
Die um 1200 erbaute romanische Feldsteinkirche liegt direkt am Elberadweg R2, der von Prag nach Hamburg führt und bietet damit ideale Voraussetzungen für eine Radfahrerkirche.St. Nicolai ist nicht nur der Schutzpatron der Kirche zu Steckby, sondern auch der Reisenden.
Der Kirchenbau mit Schiff, quadratischem Chor und kleiner halbrunder Apsis weist im unteren Teil bis zu den Fenstern eine regelmäßige Schichtung der Steine auf.
Bevor St. Nicolai zur Radfahrerkirche werden konnte, musste der Fachwerk-Kirchturm des Gotteshauses im Jahr 2007 vollständig erneuert und saniert werden. Heute ist er für alle Besucher zu besteigen.
In der entschlossenen Kirche gibt es neben Andachten einen Rastplatz für Radfahrer sowie Ausstellungen.
Steutz, St. Marien
Der romanische Feldsteinbau aus dem 12. Jahrhundert bestand ursprünglich aus Schiff und eingezogenem Chor mit geradem Abschluß. In vorreformatorischer Zeit wurde der Altarraum auf die heutige Größe erweitert.
Nach einem Brand wurde die Kirche 1846-49 im Stil der Neoromanik wieder aufgebaut und erhielt den westlichen Backsteinturm. Fürst Leopold Friedrich von Anhalt-Dessau stiftete hierzu der Gemeinde den neuen Taufstein.
Die Bleiglasfenster des Chorraumes aus dem Jahr 1906 stellen die vier Evangelisten dar. Die beiden Altarfenster an der Ostseite mit den Motiven des brennenden Dornbusches und des Fischzugs Petri entstanden 1995 nach Abschluss der jüngsten Sanierung der Kirche.
Der Glasgestalter Richard Otfried Wilhelm gestaltete die Fenster der Kirche in Steutz. Um sich zu verewigen, setzte er seinen Namenszug in die Krempe eines Hutes
Straguth, Dorfkirche
Die Kirche in Straguth wurde 1180 errichtet. An der Nordseite des Chores deuten Reste eines Tonnengewölbes auf einen mittelalterlichen Anbau hin, vermutlich eine Sakristei. Der heutige Dachreiter entstand später.
Um 1784 erfolgten umfassende Umbauten mit neuen Fenstern, Eingang und Innenraum. Der reich vergoldete Altar zeigt in Predella, Mitteltafel und Aufsatz die Motive Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung.
Im 19. Jahrhundert wurden Kanzel, Gestühl, Lesepult und die neogotische Orgel erneuert. Zur Ausstattung gehören zwei Bronzeglocken von 1591 und 1680 sowie ein kelchförmiger Taufstein aus dem 13. Jahrhundert mit späterem Zierfries.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Streetz, Dorfkirche
Die Kirche stammt aus der Zeit um 1400. An der Südseite sind am Schiff und Chor vermauerte Reste eines rundbogigen Portals und einer Priesterpforte erkennbar. Die sehr alte Bronzeglocke stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert.
Der Fachwerkdachreiter im Westen, die Korbbogenfenster und Teile der Innenausstattung gehen auf die barocke Umgestaltung zurück, die Wetterfahne wurde 1805 errichtet. Der Innenraum ist flach gedeckt und wird durch eine Hufeisenempore geprägt.
Zur Ausstattung zählen der schlichte Kanzelaltar, der achteckige steinerne Taufstein mit Rosettenschmuck sowie Bibelsprüche an der Empore. Umfangreiche Instandsetzungen erfolgten 1997 und 2000.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Strinum, Dorfkirche
Die romanische Kirche aus der Zeit um 1200 besteht aus einem schlichten Schiff, einem eingezogenen Chor und einer flachen, halbrunden Apsis, die außen durch Pfeiler gestützt wird. Der Fachwerkdachreiter mit gemauerter Westseite erhielt 1781 seine heutige Gestalt; in diesem Zuge wurden auch die alten Pforten geschlossen und die Fenster verändert.
Der Eingang befindet sich nun auf der Westseite. Das Oberteil des mittelalterlichen Taufsteins ist heute auf dem Friedhof zu finden. Zwei historische Glocken sind erhalten: eine aus dem 13. Jahrhundert und eine von Brant Bedding, datiert auf 1500.
Seit 1991 befindet sich das Kirchengebäude im Besitz der Kommune und bewahrt seinen ursprünglichen romanischen Charakter.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Thießen, St. Petri
Die Feldsteinkirche aus der Zeit um 1600 besitzt eine ungewöhnliche Besonderheit: einen dreigeschossigen Dachboden, der dem Bau ein markantes Gepräge verleiht. 1692 erhielt die Kirche einen Kanzelaltar mit einem Abendmahlsbild, von dem bei der Renovierung 1991/92 jedoch Kanzel und seitliche Durchgänge entfernt wurden.
Die heutige Orgel wurde 1835 von Eduard Zuberbier geschaffen. Mehrere Epitaphien und Grabsteine erinnern an die Patronatsfamilie von Zerbst und ihre Angehörigen. Im Innenraum findet sich das Epitaph für Catharina von Zerbst, geborene Arnstedt, von 1592.
Außen stehen weitere Steine, darunter für Wyprecht von Zerbst von 1605 und für Gunter von Staupitz von 1616. Ein unlesbarer Stein aus dem 16. Jahrhundert sowie ein 1922 zum Ehrenmal umgearbeiteter Stein ergänzen das Ensemble.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Thurau, Kirche
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Thurland, Evangelische Kirche
Die Dorfkirche zu Thurland wurde ursprünglich 1756 errichtet und erhielt 1868 ihren heutigen Turm. Das Kirchengebäude selbst wurde jedoch 1912/13 durch einen Neubau ersetzt.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges geriet die Kirche in schwere Kampfhandlungen, brannte aus und wurde stark beschädigt. Eine notdürftige Instandsetzung ermöglichte ab 1950 wieder die Nutzung für Gottesdienste. Der schlichte, einschiffige Bau bietet etwa 120 Sitzplätze. Im Jahr 1995 erhielt die Kirche eine neue Turmhaube.
Eine neue Glocke wurde am 20. Oktober 2000 in Lauchhammer gegossen und am 24. Mai 2001 geweiht. 2017 erfolgte eine umfassende Sanierung des Gotteshauses.
Tornau v.d. Heide, Evangelische Kirche
In Tornau wurde bereits 1587 die erste Kirche errichtet. Dieses Gotteshaus erfüllte über einhundert Jahre lang seinen Zweck, bis es baufällig wurde und schließlich abgerissen werden musste. An gleicher Stelle entstand 1724 eine zweite Kirche, die jedoch 1928 ebenfalls abgetragen wurde.
Die heutige Kirche wurde 1932 erbaut und präsentiert sich als schlichtes, aber geschichtsträchtiges Bauwerk. Im Inneren befindet sich eine wertvolle Rühlmannorgel aus dem Jahr 1770 sowie ein reich verzierter Taufstein von 1874.
Eine große Fahne mit goldgestickter Schrift erinnert an den 18. Juni 1871. An diesem Tag fanden im Deutschen Reich Friedensfeiern anlässlich des Endes des Deutsch-Französischen Krieges statt.
Trebbichau, Evangelische Kirche
In den Jahren 1890 und 1891 wurde eine neugotische Backsteinkirche mit Westturm, Saalbau und polygonalem Chor errichtet. Ihre feierliche Einweihung fand am 30. Oktober 1892 statt.
Bereits zuvor bestanden an diesem Ort mehrere Kirchenbauten. Eine Vorgängerkirche soll 1667 von Friedrich von Wuthenau errichtet worden sein, doch belegen Kirchenbücher ab 1654 einen noch älteren Bau. 1794 wurde eine weitere Kirche neu errichtet, deren Turm 1817 folgte.
Da diese als altertümlich beschrieben wird, handelt es sich bei der heutigen Kirche vermutlich um den dritten Bau an dieser Stelle. Im Turm hängt eine 1891 gegossene Glocke der Gebrüder Ulrich aus Laucha. Die gesamte Ausstattung, darunter Orgel, Altar und Kanzel, stammt aus der Erbauungszeit.
Trinum, Evangelische Kirche
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Trüben, Osterkirche
Dorf und Kirche wurden 1214 erstmals urkundlich als Drubene erwähnt. Das Rundbogenportal an der Westseite entstand erst im 19. Jahrhundert, die Fenster wurden in der Barockzeit vergrößert. 1867 erfolgte eine Restaurierung, bei der die südliche Rundbogentür und vermutlich auch die Priesterpforte zugemauert wurden.
Die halbkreisförmige Apsis besitzt ein Fenster, das Dach ist einem Priependach mit Mönch‑Nonne‑Ziegeln nachempfunden. Den Kornleuchter über dem Altar stiftete 1910 die Familie Bergholz. Die Bronzeglocke stammt aus dem 14. Jahrhundert.
In und um die Kirche entstehen Stationen eines Passionsweges, der den Leidensweg Christi bis zur Auferstehung darstellt.
Vockerode, Evangelische Kirche
Die zwischen 1810 und 1812 errichtete Kirche zählt zu den schönsten neugotischen Schöpfungen unter Fürst Franz. Hohe spitzbogige Maßwerkfenster, zwei schlanke Türme und ein sehr hohes Dach prägen den nach oben strebenden Eindruck. Nach Dessau zeigt sich eine backsteinerne Front mit aufragenden Türmen, nach Wörlitz ein von Erkern gegliedertes Dach mit Wettertürmchen.
Über dem Portal befindet sich das Wappen des anhaltischen Fürstenhauses. Der helle, schlicht gestaltete Innenraum besitzt eine spitz zulaufende Decke mit Netzgewölbe sowie eine dreiseitige Eichenempore.
Orgelprospekt und Kanzel erinnern an die Kirchen in Wörlitz und Riesigk.
Die Kirche gehört zu den Gartenreichkirchen.
Wahlsdorf, Dorfkirche
Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1631 teilweise zerstört und nach 1650 wieder aufgebaut.
Im Dachreiter hängt eine 1653 von G. Billich in Kemberg gegossene Glocke. Mehrere Umbauten folgten, besonders 1747 im schlichten Barockstil: Fenster an der Südseite wurden vergrößert, Priesterpforte und Apsisfenster vermauert sowie Empore, Kanzel, Altar und Gestühl eingebaut.
Im Inneren befinden sich eine Sakramentnische aus katholischer Zeit, eine erhaltene Eingangstür von 1650 und eine einzigartige Emporenbemalung. Kanzel und Altar zeigen biblische Darstellungen. Eine Orgel gab es nie. Der vergitterte Stuhl des ehemaligen Gerichtsschulzen Heese ist erhalten. Die Innenausmalung erfolgte 1935.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Warmsdorf, Georgskapelle
Die Georgskapelle in Warmsdorf steht in enger Verbindung mit Fürst Georg III. von Anhalt‑Bernburg (1507–1553), der als bedeutender Förderer der Reformation in Mitteldeutschland gilt. Im 16. Jahrhundert diente die Kapelle als Schreib‑ und Studierstube des Fürsten. Sie war damit ein zentraler Ort seiner persönlichen und politischen Arbeit.
Heute ist die Georgskapelle das einzige nutzbare Gebäude der ehemaligen Schlossanlage von Warmsdorf. Während große Teile der Anlage verfallen sind und nur noch freigelegte Grundmauern sowie eine kleine Ausstellung existieren, blieb die Kapelle erhalten.
In der Georgskapelle finden auch heute noch kirchliche Veranstaltungen statt. So wurde dort im Vorjahr ein Reformationsgedenken gefeiert, an dem Christen aus dem Kirchenkreis teilnahmen. Die Kapelle ist damit weiterhin ein Ort des Erinnerns an die Einführung der Reformation in Anhalt und an das Wirken Fürst Georgs III.
Wedlitz, Evangelische Kirche
Die Kirche in Wedlitz war vor der Reformation eine zur Abtei Nienburg gehörende Kapelle. In ihr befindet sich das Grabgewölbe der ehemaligen Rittergutsbesitzer. Nach einem Brand im Jahr 1826, bei dem die Wirtschaftsgebäude bis auf das Wohnhaus zerstört wurden, erfolgte ein Wiederaufbau.
Zwischen 1864 und 1867 entstanden anstelle eines romanischen Vorgängerbaus die neue Kirche sowie die Schule als neugotische Backsteinbauten auf Werksteinsockel. Der Saalbau mit eingezogenem Westturm und polygonaler Apsis ist durch schlanke Rundbogenfenster geprägt.
Zur bauzeitlichen Ausstattung gehören eine weit in den Raum reichende Orgelempore und eine Orgel von C. C. Pfanneberg aus Köthen. Bei Restaurierungen 1989/90 wurde die historistische Wandfassung freigelegt und erneuert. Auf dem Friedhof befinden sich mehrere barocke und klassizistische Grabdenkmäler.
Weiden, St. Johannis
Die im neogotischen Stil errichtete Kirche stammt aus den Jahren 1863/64. Den Altar zum Neubau stiftete Herzog Leopold Friedrich von Anhalt.
Das Altargemälde, das neben dem Chor aufgehängt ist, zeigt den Engel, der Christi Auferstehung aus dem Grabe verkündet. Die Fenster der Apsis zeigen christliche Symbole: das Auge Gottes, den Heiligen Geist als Taube und die Marterwerkzeuge Christi – zusammen: die Heilige Dreifaltigkeit.
In der Winterkirche unter der Empore werden zwei kleine Gemälde des 17. Jahrhunderts aufbewahrt, Abendmahl und Kreuzigung, die wahrscheinlich zur Vorgängerkirche gehörten.
Der achteckige Taufstein stammt noch aus dem 14. Jahrhundert.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Weißandt-Gölzau, St. Germanus
Stilistisch gehören die ältesten Teile der Kirche, insbesondere der Unterteil des Turms, in die Zeit der Ersterwähnung im Jahr 1202. Auch das Patrozinium St. Germanus deutet auf eine Errichtung vor dem Jahr 1200 hin.
Das Innere wurde bei einem Umbau im Jahr 1872 stark verändert. Aus dieser Zeit stammen Altar, Kanzel und Taufstein, sowie die Holztonne im Schiff und die Hufeisenempore.
Der Feldsteinturm wurde im Jahr 1902 durch Friedrich Gothe um ein Glockengeschoss aus Backstein erhöht.
In der Kirche sind auch ältere Zeugnisse erhalten, etwa ein Ritter Grabstein des 16. Jahrhunderts oder ein Epitaph von Gebhard Siegfried von Plotho († 1689). In der Kirche befindet sich zudem eine Orgel aus dem Jahr 17. Jahrhundert. Sie wurde 2008 restauriert.
Wertlau, Dorfkirche
Die Feldsteinkirche entstand um 1200 und zählt zu den wenigen Kirchen ohne Turm. Die romanischen Portale an Nord‑ und Südseite sowie die kleinen Rundbogenfenster sind heute vermauert. Auffällig ist die Form der verschlossenen Priesterpforte an der Südseite des Chores, möglicherweise mit ehemaligem Tympanon.
Nach dem Einsturz des Triumphbogens wurde die Kirche Ende des 19. Jahrhunderts umgestaltet: Sie erhielt den westlichen Eingang, einen neuen Westgiebel aus Ziegeln und eine neue Innenausstattung. Die Orgel von 1855 stammt von der Dessauer Firma Hoff, die Bronzeglocke von 1886 aus der Apoldaer Gießerei Ulrich.
Seit 2016 ziert der „Wertlauer Engel“, ein dreidimensionales Glasfenster von Hella Santarossa, eines der Chorfenster und ist Teil eines umfassenden künstlerischen Raumkonzepts.
Die Kirche ist Teil des Projekts Lichtungen.
Wiendorf, Evangelische Kirche
Die Kirche in Wiendorf wurde 1889 als Nachfolgebau eines romanischen Vorgängerbaus errichtet, über den keine näheren Erkenntnisse vorliegen. Entworfen wurde das Gebäude vom Köthener Bauinspektor Gottfried Bandhauer im Stil des Historismus.
Der rechteckige Kirchenraum mit Walmdach wird von einem leicht eingezogenen, quadratischen Turm ergänzt, der Sakristei, Glockenstuhl und Turmuhr aufnimmt. Charakteristisch sind die an die Romanik angelehnten Rundbogenfenster mit Sandsteindetails sowie die reich gegliederte Schaufassade.
Der Innenraum ist schlicht gestaltet und als flexibler Mehrzweckraum nutzbar. Besonders sehenswert ist die Orgel mit Rokokoschnitzereien aus dem Jahr 1764, die ursprünglich nicht für diese Kirche gefertigt wurde.
Wispitz, Evangelische Kirche
Wispitz ist die kleinste Kirchengemeinde im Kirchenkreis Bernburg. Die Wispitzer legen Wert darauf, dass das „s“ in ihrem Ortsnamen wie „sch“ gesprochen wird.
Die im Kern romanische Saalkirche mit Dachturm über dem Westgiebel stammt aus dem 13. Jahrhundert. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1684 wieder aufgebaut und 1893 überformt.
Der spitze, schiefergedeckte Turm über dem Westgiebel ist das Wahrzeichen des Ortes.
Aus romanischer Zeit stammt ein kelchförmiger Taufstein mit einem Fries, der aus Dreipass-Arkaden gebildet wird.
Wörbzig, St. Mariä
Die Kirche von Wörbzig ist von hohen Bäumen umgeben und aus der Ferne kaum sichtbar, lediglich der Turm ragt über die Baumkronen hinaus. Ihre Geschichte ist eng mit dem 1149 erstmals erwähnten Ort verbunden und reicht bis ins Mittelalter zurück.
Nach der Zugehörigkeit zum Fürstentum Anhalt ab 1252 wurde sie Teil der anhaltischen Kirche. Das einschiffige Bruchsteinbauwerk wurde der Gottesmutter Maria geweiht und mehrfach umgebaut, insbesondere zwischen 1514 und 1520.
Kriegsereignisse, Brände und bauliche Mängel führten zu wiederholten Restaurierungen. Bedeutend sind der barocke Umbau, die Orgel von 1887 sowie zahlreiche Epitaphe. Umfangreiche Sanierungen erfolgten seit 1993, zuletzt 2015 mit der Erneuerung von Dach und Fassade.
Wörlitz, St. Petri
Die erste Kirche in Wörlitz wurde 1201 geweiht. Fürst Franz ließ den mehrfach veränderten Bau zwischen 1804 und 1809 im neogotischen Stil umfassend umgestalten und teilweise neu errichten.
Die Petrikirche erhielt ein hochgestrecktes Äußeres mit Stufengiebeln und Vorhäusern und wurde in ein neugotisches Gebäudeensemble eingefügt. Der mittelalterliche Turm wurde stark erhöht und mit spitzer Haube sowie Filialtürmchen zur weithin sichtbaren Landmarke ausgebaut.
Das neugotische Innere ist geprägt von zweigeschossigen Emporen auf schlanken Säulen. Besonders hervorzuheben sind der hochstrebende Orgelprospekt und die reich verzierte Kanzel von 1809.
Von der Empore gelangt man in den Bibelturm mit der Ausstellung »Zwischen Himmel und Erde«. Die Kirche wurde 2000/01 saniert.
Die Kirche gehört zu den Gartenreichkirchen.
Wörpen, Evangelische Kirche
Diese kleine Feldsteinkirche zeichnet sich durch ihr spitzbogiges Portal sowie vermauerte spitzbogige Fenster an der Ost- und Nordseite aus. Diese sind für Flämingkirchen ungewöhnlich und deuten auf eine Entstehung in der Gotik hin.
Der schlanke Dachreiter aus dem Jahr 1676 besitzt eine gemauerte Westseite, während die übrigen Seiten holzverkleidet sind. Im Barock wurden Fenster vergrößert und der Innenraum neu gestaltet.
1722 schuf eine Coswiger Tischlerei Empore und Kanzelaltar, geschmückt mit einem Gemälde des Letzten Abendmahls. Bei einer Renovierung 1990 wurde die Inschrift am Altar entdeckt, die äußere Sanierung folgte 2002.
Im Altarraum befinden sich mehrere Grabstätten aus dem 17. Jahrhundert. Die bronzene Glocke aus dem 14. Jahrhundert ist die älteste im Pfarrbereich Wörpen. Eine Orgel von Zuberbier kam um 1960 aus Neeken hierher.
Wulfen, St. Christopherus
St. Christopherus ist eine klassizistische Saalkirche mit spätromanisch-frühgotischem Westturm aus dem 12. Jahrhundert. Das Glockengeschoss mit acht Schallöffnungen stammt aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderets.
Im Jahr 1795 wurde ein neues Kirchenschiff mit großen Korbbogenfenstern errichtet. 1876 kamen Chor und Sakristei als Anbau hinzu.
Im Inneren der dreischiffigen Halle mit Hufeisenempore befindet sich im Mittelschiff ein hölzernes Tonnengewölbe.
Zehbitz, Evangelische Kirche
Die Gemeinde Zehbitz besitzt erst seit 1833 eine eigene Kirche. Zuvor besuchten die Gemeindeglieder die Gottesdienste in Radegast oder – vor 1703 – sogar in Großweißandt, was lange Fußwege bedeutete. Die 1833 errichtete Kirche galt als eine der schönsten Dorfkirchen Anhalts.
Bereits 1842 wurde eine Orgel der Dessauer Firma Zuberbier eingebaut, die bis heute spielbar ist. Von den einst zwei Glocken ist nur noch die von 1864 erhalten, da die ältere im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde. Nach mehreren Umbauten und Sanierungen, insbesondere nach einer akuten Einsturzgefahr 1997, konnte die Kirche 1998 wieder genutzt werden.
In den folgenden Jahren wurde der Innenraum schrittweise restauriert und an die vermutete Originalgestaltung angepasst. Heute finden dort regelmäßig Gottesdienste, Gemeindeveranstaltungen und Konzerte statt.
Zerbst, St. Bartholomäi
Die Kirche war das Gotteshaus des 1299 gegründeten Chorherrenstiftes St. Bartholomäi und stand seit 1331 unter dessen Patronat. 1524 wurde der erste evangelische Geistliche eingesetzt; der Pastor wirkte häufig auch als Superintendent und Hofprediger. Mehrere geistliche Ämter bestanden bis ins 19. Jahrhundert.
Die barocke Schlosskapelle (1717–1719) wurde 1945 zerstört. Der Kirchenbau geht auf eine romanische Basilika um 1200 zurück und wurde mehrfach umgestaltet.
Nach schweren Kriegsschäden 1945 blieben Langhaus und Westteil Ruine; Chor und Querhaus wurden 1951 notdürftig wiederhergestellt. Erhalten sind u. a. romanische Fresken, gotische Sakramentsnischen, Epitaphien anhaltischer Fürsten und ein Gemälde von Lucas Cranach d. J.. Die Kirche ist Teil des “Lichtungen”-Projekts.
Zerbst, St. Nicolai
Im 12. Jahrhundert entstand zunächst eine romanische Basilika mit westlichem Querturm. Ab 1430 folgte in zwei Bauphasen ein gotischer Neubau: Zunächst wurde von 1430 bis 1447 der neunseitige Umgangschor errichtet, eine außergewöhnliche Leistung des Dresdner Baumeisters Hans Kumoller.
In den Jahren 1484 bis 1494 entstand anschließend das Langhaus als dreischiffige Hallenkirche unter Matthias Kumoller. Der romanische Turm blieb im unteren Bereich erhalten, wurde nach einer Pulverexplosion 1476 instand gesetzt, weitergeführt und 1530 mit drei Spitzen abgeschlossen.
Seit der Zerstörung im Jahr 1945 ist die Kirche eine Ruine. In jüngerer Zeit bemüht sich ein Kirchbauverein um Sicherung und neue Nutzung. Erhalten sind Teile der Bauplastik, darunter Maßwerk, Strebepfeiler, Konsolbüsten im Chor sowie mehrere Denkmäler.
Zerbst, St. Trinitatis
Der Zentralbau der St.-Trinitatis-Kirche entstand auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes und ist durch ein hohes Zeltdach sowie einen markanten Turmknauf geprägt. Die feierliche Einweihung erfolgte am 16. Oktober 1696 anlässlich des Geburtstags des Fürsten; die Kirche wurde der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet.
Entworfen wurde sie vom niederländischen Architekten Cornelis Ryckwært, nach dessen Tod Giovanni Simonetti die Bauleitung übernahm. Als Vorbild diente die Oosterkerk in Amsterdam.
1945 brannte die Kirche im Zweiten Weltkrieg vollständig aus. Der Wiederaufbau begann in den 1950er Jahren, eine umfassende Sanierung folgte 1991. Seit 2003 wird das Gebäude als Gemeindezentrum genutzt. Sehenswert sind der rekonstruierte Hochaltar, die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert und der romanische Taufstein.
Zerbst-Ankuhn, St. Marien
Die Kirche St. Marien wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war die Kirche des 1214 gegründeten Nonnenklosters von Zerbst. Die Seitenschiffe bestanden nur bis ins 15. Jahrhundert. Der romanische Chor wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch einen gotischen Chorraum mit Spitzbogenfenstern ersetzt.
Nach schweren Kriegsschäden 1945 blieb die Kirche Ruine. Der Chor erhielt ein Notdach und wurde 1991 durch eine Stahl-Glas-Wand vom Kirchenschiff getrennt und seither als Kirche genutzt.
Besonders wertvoll sind der Torso einer Christusfigur sowie die Steine des Chorgewölbes mit Darstellungen von Maria und dem Lamm Gottes. Neben der Kirche steht ein hölzerner Glockenturm mit einer kleinen Glocke aus der Klosterzeit um 1250.
Zernitz, St. Petri
Die Steine für den im 15. Jahrhundert errichteten romanischen Kirchenbau wurden kaum bearbeitet. Sie befinden sich sehr unregelmäßig im Mauerwerk und werden mit viel Mörtel zusammengehalten.
Der einfache Rechteckbau erfuhr 1890 einen Umbau, außen zu sehen am neugotischen Fries aus gelben Backsteinen am Kirchenschiff, sowie an den erkerartigen Türmchen an dessen Ecken. Der Fachwerkdachreiter mit steilem Helm stammt wahrscheinlich aus diesem Umbau
An der Westseite wurde der Eingang im neugotischen Stil vorgesetzt. Die Inneneinrichtung mit der Orgel stammt aus der Zeit des Umbaus 1890. Das Geläut hat zwei Bronzeglocken, von 1464 und von 1519.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.
Zieko, St. Johannes
Die Kirche St. Johannes in Zieko wurde 1183 als romanische Feldsteinkirche errichtet. Barocke Umbauten verschlossen die ursprünglichen Rundbogenfenster und das südliche Portal. Ihr heutiges Erscheinungsbild mit großen Fenstern und einer Hufeisenempore entstand 1667.
Kanzel und Altar von 1700 zeigen Jesus, die vier Evangelisten sowie Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung; Palmen flankieren das Altargemälde als Sinnbild des Paradieses.
1894 erhielt die Kirche einen Turm, nachdem der Dachreiter baufällig geworden war.
St. Johannes besitzt zwei Glocken von 1495 und 1690; eine im Zweiten Weltkrieg abgegebene Glocke kehrte später zurück.
Die Kirche gehört zu den Entschlossenen Kirchen.






