THEATERPREDIGTEN
In Religion und Kunst finden Menschen Bilder für die Welt, die ihnen begegnet. Sie deuten Erfahrungen, drücken Emotionen und Visionen aus. Beide wurzeln tief in ihrer Geschichte und streben zugleich kraftvoll nach Neuem.
Religion und Kunst wirken, wenn sie Menschen bewegen. In einer Gegenwart, die sich immer mehr dem Diktat der Ökonomie zu beugen scheint, sind Kirchen und Theater sichtbare Zeichen dafür, dass Sinn und Wert menschlichen Lebens nicht im Berechenbaren aufgehen.
Die Theaterpredigten werden verantwortet vom Anhaltischen Theater, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien. Sie dienen dem lebendigen Dialog zwischen Kunst und Religion und stehen in der aufgeklärten und kulturfreundlichen Tradition Anhalts.


Andreas Montag, geboren 1956 in Gotha (Thüringen), ist Buchautor und Journalist. Nach dem Grundwehrdienst zum Bibliothekar ausgebildet, absolvierte er ein Fernstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Dort wohnte er bis 1988, seitdem lebt er in Halle (Saale) und Berlin. Montag ist evangelischer Christ.
Seinem Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung im Herbst 1976 folgte staatliche Willkür. Deshalb war er nach dem ersten Studium als Packer in der Blindenbücherei Leipzig tätig, ab 1981 im Dienst der Katholischen Kirche. 1985 erschien Montags erster Roman, „Karl der Große oder Die Suche nach Julie“. Weitere Publikationen sind der Erzählungsband „Die weitere Verwandlung des Blicks“ (1990/2007), der Roman „Mannestreu“ (2008), der biografisch-politische Essay „Lothar König: Eine rebellische Seele“ (2012), der illustrierte Lyrik-Band „Paradies“ (2018), die viel beachtete Erzählung „Glückliche Menschen“ (2022) und zuletzt „Der Geruch des Ostens“ (2024).
Seit 1990 ist Andreas Montag bei der in Halle (Saale) erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ beschäftigt. Von 1996 bis 2022 war er dort als Ressortchef für den Kulturteil zuständig, ab 2023 weitere Arbeit für dieses Haus. Andreas Montag ist verheiratet und Vater.
Theaterpredigt "Andere Zeiten"
Der Buchautor und Journalist Andreas Montag hält die nächste Dessauer Theaterpredigt (26.4., 14.30 Uhr, Kirche St. Johannis)
Andreas Montag nimmt unter dem Titel „Andere Zeiten“ Bezug auf die Inszenierung von Anton Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ am Anhaltischen Theater Dessau. Das Stück hatte in der Regie von Robert Teufel am 2. April Premiere. Die musikalische Ausgestaltung der Theaterpredigt übernehmen Manfred Apitz (Violine) und KMD Martina Apitz (Orgel) aus Köthen. Die liturgische Leitung hat Pfarrerin Geertje Perlberg.
Wie ändert sich unsere Identität, wenn die Gesellschaft um uns herum einer radikalen Veränderung ausgesetzt ist? Diese und viele weitere Fragen werden auf der Theaterbühne ebenso wie im Gottesdienst gestellt. Seit 2008 beleuchten die Dessauer Theaterpredigten in der Dessauer Johanniskirche Inszenierungen des Anhaltischen Theaters aus christlicher Sicht. Sie machen damit deutlich, dass Menschen in der Religion ebenso wie in der Kunst Bilder für die Welt suchen, die ihnen begegnet.
Die Dessauer Theaterpredigten, verantwortet vom Anhaltischen Theater, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien, dienen dem Dialog zwischen Kunst und Religion. Prominente Predigerinnen und Prediger waren u. a. der Theologe Wolfgang Huber, Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, die Pianistin Ragna Schirmer und der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen.
Frühere Theaterpredigten
32. Theaterpredigt zu „Cosi fan tutte" von Wolfgang Amadeus Mozart
- Predigt: Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer
- 12.10.2025 | 14:30
- Kirche St. Johannis, Dessau-Roßlau
- Text der Predigt (folgt)
31. Theaterpredigt zu „Wozzeck“ von Alban Berg
- Predigt: Dr. Georg Raatz (Hannover)
- 04.05.2025 | 14:30
- Kirche St. Johannis, Dessau-Roßlau
- Text der Predigt
30. Theaterpredigt zu „Was Ihr wollt“ von William Shakespeare
- Predigt: Naima Märker (Regieassistentin, Oper Leipzig)
- 20.10.2024 | 14.30 Uhr
- Kirche St. Johannis, Dessau-Roßlau
- Text der Predigt
Archiv
- Claus Fischer über „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart
- Lüder Laskowski über das Schauspiel „Midnight Movie“ von Eve Leigh
- Christian Lehnert / Geertje Perlberg über die Tragödie „Hamlet“ von William Shakespeare
- Gabriele Herbst / Geertje Perlberg über die Tragödie „Die Eumeniden“ von Aischylos
- Ralf Zaizek über das Schauspiel „Bürgerwehr“ von Alan Ayckbourn
- Pfarrer Dr. Johann Hinrich Claussen über Heinrich von Kleists Zerbrochenen Krug
- Dr. Susanne Wolf zur romantische Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber
- Wolfram Hädicke zum Ballett „Das Bildnis des Dorian Gray“
- Reinhard Mawick zu Verdis „Otello“
- Prof. Michael Meyer-Blanck zu Wagners „Fliegendem Holländer“
- Pfarrerin Mechthild Werner zu Béla Bartóks Stücken ‚Der wunderbare Mandarin‘ / ‚Herzog Blaubarts Burg‘
- Prof. Dr. Alexander Deeg zu Elfriede Jelineks ‚Winterreise‘
- Pfarrerin Kathrin Oxen zu Wagners ‚Rheingold"
- Pfarrerin Geertje Perlberg zu Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“Dr. Friedrich Schorlemmer (Wittenberg) zu Goethes „Faust“
- Kirchenpräsident Joachim Liebig (Dessau) zur Oper „Elektra“ von Richard Strauss
- Prof. Klaus-Peter Hertzsch (Jena) zu Lessings „Nathan der Weise“
- Prof. Wilhelm Gräb (Berlin) zu Verdis „Maskenball“
- Dr. Dirk Pilz (Berlin) zum Schauspiel „Mabuse“
- Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Kassel) zum Schauspiel „Woyzeck“ von Georg Büchner
- Prof. R. Schirmer (Halle/Saale) zur Opera buffa „Così fan tutte“ von W.A.Mozart
- Prof. Dr. Wolfgang Böhmer (Lutherstadt Wittenberg) zur Tragödie „Hamlet“ von William Shakespeare
- Bischof i.R. Prof. Dr. Wolfgang Huber zum Musikdrama „Götterdämmerung“ von Richard Wagner
- Oberbürgermeister Klemens Koschig zu Giuseppe Verdis „Aida“
- Andreas Hillger zu Richard Wagners „Siegfried“
- Dr. Charlotte Seither zu Vincenzo Bellinis „Norma“
- Dr. Petra Bahr (Berlin) zu Wagners „Parsifal“
