THEATERPREDIGTEN
In Religion und Kunst finden Menschen Bilder für die Welt, die ihnen begegnet. Sie deuten Erfahrungen, drücken Emotionen und Visionen aus. Beide wurzeln tief in ihrer Geschichte und streben zugleich kraftvoll nach Neuem.
Religion und Kunst wirken, wenn sie Menschen bewegen. In einer Gegenwart, die sich immer mehr dem Diktat der Ökonomie zu beugen scheint, sind Kirchen und Theater sichtbare Zeichen dafür, dass Sinn und Wert menschlichen Lebens nicht im Berechenbaren aufgehen.
Die Theaterpredigten werden verantwortet vom Anhaltischen Theater, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien. Sie dienen dem lebendigen Dialog zwischen Kunst und Religion und stehen in der aufgeklärten und kulturfreundlichen Tradition Anhalts.


Aufgewachsen in Lübben/Spreewald, legte Dr. Gabriele Metzner 1984 ihr Abitur am Evangelischen Oberseminar Potsdam-Hermannswerder ab. Von 1984 bis 1989 studierte sie Evangelische Theologie am Sprachenkonvikt in Berlin. 1991 folgten das Zweite Theologische Examen und die Ordination in der Berliner Marienkirche. An der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin wurde sie 1996 im Fach Altes Testament zur Dr. theol. promoviert. Ihre Dissertation widmete sich der Kompositionsgeschichte des biblischen Michabuches.
Von 1995 bis 2007 war sie Pfarrerin im Pfarrsprengel Pessin im brandenburgischen Kirchenkreis Nauen-Rathenow. Anschließend lehrte sie von 2007 bis 2019 als Dozentin am Evangelischen Predigerseminar in Wittenberg. Seit 2019 ist sie Superintendentin des Kirchenkreises Wittenberg.
Und hätte die Liebe nicht
Die Wittenberger Superintendentin Dr. Gabriele Metzner hält die nächste Dessauer Theaterpredigt zum Ballettabend „Mythen der Liebe“ (01.11., 14.30 Uhr, Kirche St. Johannis)
Die Wittenberger Superintendentin Dr. Gabriele Metzner hält die nächste Dessauer Theaterpredigt am Sonntag, 1. November, um 14.30 Uhr. Sie nimmt unter dem Titel „Und hätte die Liebe nicht“ Bezug auf den Ballettabend „Mythen der Liebe“ am Anhaltischen Theater Dessau. Das Stück mit Musik von César Franck und Maurice Ravel hat in der Choreografie von Emmanuelle Grizot und Anna Vita am 30. Oktober um 19.30 Uhr Premiere.
Die musikalische Ausgestaltung der Theaterpredigt übernehmen vom Anhaltischen Theater die Flötistin Beate Ann-Neumann sowie der Organist und Solorepetitor Johannes Krahl. Die liturgische Leitung hat Pfarrerin Geertje Perlberg.
Was geschieht mit Menschen, wenn sie ihre Liebe nicht so leben können, wie sie das gerne wollen – und wenn die Liebe sie zu zerstören droht? Diese und viele weitere Fragen werden auf der Theaterbühne ebenso wie im Gottesdienst gestellt.

Andreas Montag, geboren 1956 in Gotha (Thüringen), ist Buchautor und Journalist. Nach dem Grundwehrdienst zum Bibliothekar ausgebildet, absolvierte er ein Fernstudium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Dort wohnte er bis 1988, seitdem lebt er in Halle (Saale) und Berlin. Montag ist evangelischer Christ.
Seinem Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung im Herbst 1976 folgte staatliche Willkür. Deshalb war er nach dem ersten Studium als Packer in der Blindenbücherei Leipzig tätig, ab 1981 im Dienst der Katholischen Kirche. 1985 erschien Montags erster Roman, „Karl der Große oder Die Suche nach Julie“. Weitere Publikationen sind der Erzählungsband „Die weitere Verwandlung des Blicks“ (1990/2007), der Roman „Mannestreu“ (2008), der biografisch-politische Essay „Lothar König: Eine rebellische Seele“ (2012), der illustrierte Lyrik-Band „Paradies“ (2018), die viel beachtete Erzählung „Glückliche Menschen“ (2022) und zuletzt „Der Geruch des Ostens“ (2024).
Seit 1990 ist Andreas Montag bei der in Halle (Saale) erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ beschäftigt. Von 1996 bis 2022 war er dort als Ressortchef für den Kulturteil zuständig, ab 2023 weitere Arbeit für dieses Haus. Andreas Montag ist verheiratet und Vater.
Theaterpredigt "Andere Zeiten"
Der Buchautor und Journalist Andreas Montag hat die Dessauer Theaterpredigt am 26.4., 14.30 Uhr in der Kirche St. Johannis gehalten.
Andreas Montag nahm unter dem Titel „Andere Zeiten“ Bezug auf die Inszenierung von Anton Tschechows Komödie „Der Kirschgarten“ am Anhaltischen Theater Dessau. Das Stück hatte in der Regie von Robert Teufel am 2. April Premiere. Die musikalische Ausgestaltung der Theaterpredigt übernehmen Manfred Apitz (Violine) und KMD Martina Apitz (Orgel) aus Köthen. Die liturgische Leitung hat Pfarrerin Geertje Perlberg.
Wie ändert sich unsere Identität, wenn die Gesellschaft um uns herum einer radikalen Veränderung ausgesetzt ist? Diese und viele weitere Fragen werden auf der Theaterbühne ebenso wie im Gottesdienst gestellt. Seit 2008 beleuchten die Dessauer Theaterpredigten in der Dessauer Johanniskirche Inszenierungen des Anhaltischen Theaters aus christlicher Sicht. Sie machen damit deutlich, dass Menschen in der Religion ebenso wie in der Kunst Bilder für die Welt suchen, die ihnen begegnet.
Die Dessauer Theaterpredigten, verantwortet vom Anhaltischen Theater, der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien, dienen dem Dialog zwischen Kunst und Religion. Prominente Predigerinnen und Prediger waren u. a. der Theologe Wolfgang Huber, Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, die Pianistin Ragna Schirmer und der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen.
Frühere Theaterpredigten
- 12.10.2025, Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer über "Cosi fan tutte" von W.A. Mozart
- 04.05.2025, Dr. Georg Raatz (Hannover) über "Wozzeck" von A. Berg | Text der Predigt
- 20.10.2024, Naima Märker (Leipzig) über "Was Ihr wollt" von W. Shakespeare | Text der Predigt
- 12.05. 2024, Claus Fischer über „Don Giovanni“ von W. A. Mozart | Text der Predigt
- Lüder Laskowski über das Schauspiel „Midnight Movie“ von Eve Leigh
- Christian Lehnert / Geertje Perlberg über die Tragödie „Hamlet“ von William Shakespeare
- Gabriele Herbst / Geertje Perlberg über die Tragödie „Die Eumeniden“ von Aischylos
- Ralf Zaizek über das Schauspiel „Bürgerwehr“ von Alan Ayckbourn
- Pfarrer Dr. Johann Hinrich Claussen über Heinrich von Kleists Zerbrochenen Krug
- Dr. Susanne Wolf zur romantische Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber
- Wolfram Hädicke zum Ballett „Das Bildnis des Dorian Gray“
- Reinhard Mawick zu Verdis „Otello“
- Prof. Michael Meyer-Blanck zu Wagners „Fliegendem Holländer“
- Pfarrerin Mechthild Werner zu Béla Bartóks Stücken ‚Der wunderbare Mandarin‘ / ‚Herzog Blaubarts Burg‘
- Prof. Dr. Alexander Deeg zu Elfriede Jelineks ‚Winterreise‘
- Pfarrerin Kathrin Oxen zu Wagners ‚Rheingold"
